Bislang kaum Besucher

Stadtbücherei unter Auflagen wieder geöffnet

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Hinter Plexiglas als Spuckschutz: (von links) Sandra Horny in ihrer Funktion als Büchereileiterin und Mitarbeiterin Jessica Latzer kümmern sich um die wenigen Leser, die aktuell in die Bücherei kommen.

Neuenrade – Wer die Bücherei kennt und das Gewusel, das dort sonst immer in dem Gebäude an der Niederheide herrscht, gewohnt ist, wird erschrecken – die Szenerie wirkt ein wenig gespenstisch.

Praktisch keine Besucher in der Bücherei, nur gelegentlich kommen vermummte Gestalten zur Theke, um ein Buch abzugeben. Geschützt hinter Glas sitzen Büchereileiterin Sandra Horny und Mitarbeiterin Jessica Latzer. 

Der Spuckschutz gehört nun zur Ausstattung der Bücherei, wie der Wagen mit abgegebenen Büchern, die Flasche mit Desinfektionsspray und Schilder mit Pfeilen. Auch ein Einbahnstraßensystem wurde eingerichtet. Raus geht es nur durch den Notausgang Richtung Schulaula. 

Distanzierter, aber ganz sicher hygienischer

Bücher ausleihen in Zeiten von Corona ist eben auch anders geworden: Distanzierter, mit weniger sozialen Interaktionen, aber ganz sicher hygienischer. Natürlich darf der Besucher „eine Runde durch die Regalreihen drehen“ (Horny: „Das ist okay“), um sich mit dem Korb neue Bücher zu holen, aber ein längerer Aufenthalt wird nicht gerne gesehen. Mal eben hinsetzen ist ebenfalls nicht gewünscht – es gibt auch gar keine Sitzmöglichkeiten, die Stühle sind weg. 

Desinfektionsmittel ist natürlich vorhanden – und Körbe für diejenigen, die sich ein Buch/Medium ausleihen wollen.

Neuankömmlinge werden auf die vorgeschriebenen Prozeduren hingewiesen. So beeilt sich denn auch der junge Mann, der sich Kinderbücher ausleihen möchte, weil er gerade Deutsch lernt. Er spricht schon sehr gut. Kein Zweifel, seine Bemühungen mit Hilfe der Kinderbücher fruchten bei dem ganz offensichtlich engagierten Mann. Eine Frau gibt ein Buch ab und verschwindet flott, auch ein Mädchen ist schnell wieder weg ohne ein Buch auszuleihen. 

Es fehlen auch die Kinder

Es fehlen auch die Kinder, die gerne mal in der Bücherei chillen. „Unter dem Strich sind es von Montag bis Donnerstagmittag rund 30 Büchereinutzer gewesen, die bei uns im Laufe der Woche registriert wurden“, sagt Horny. Die freien Zeiten konnten die Büchereileiterin und ihr Team nutzen, um viele Dinge zu erledigen, die zu Hochzeiten stets liegen bleiben. Auch über eine Umstellung habe man nachgedacht, diese aber zunächst wieder verworfen. 

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In diesen Zeiten hat auch die Onleihe mehr Konjunktur als sonst, zumal sie pandemiebedingt für alle Interessierten freigegeben wurde. Horny berichtet von zwölf bis 14 zusätzlichen Onleihe-Nutzern. Das seien mehr als sie erwartet habe. „Ich hatte nur mit einer Handvoll neuen digitalen Besuchern gerechnet“, sagt die Büchereileiterin. Zumal es Büchereinutzer gebe, die zum Lesen nach wie vor lieber ein Buch in der Hand halten möchten. 

Coronavirus in Neuenrade: Bücher bleiben 24 Stunden liegen

Bücher, die in diesen Tagen zurückgegeben werden, bleiben übrigens zunächst 24 Stunden unangetastet liegen – eine Sicherheitsmaßnahme während der Corona-Pandemie. Erst dann werden sie registriert, wieder in den Bestand aufgenommen und stehen anschließend den anderen Büchereinutzern wieder zur Verfügung. 

2000 Medien seien definitiv ausgeliehen, erläutert Horny. Die müssen bis spätestens 19. Mai wieder in der Bücherei vorliegen, denn bis dahin hat die Leiterin die Ausleihfrist verlängert.

Seit dieser Woche ist die Bücherei wieder geöffnet, allerdings zu eingeschränkten Öffnungszeiten: Dienstags ist jeweils von 14.30 bis 18 Uhr geöffnet, donnerstags und freitags jeweils von 9.30 bis 12.30 sowie von 15 bis 18 Uhr.

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