Höchste Infektionszahlen

Corona-Hochburg im MK: Stadt im Fokus des Kreisgesundheitsamts

Coronavirus - Weißenfels
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Das Kreisgesundheitsamt hat Neuenrade im Blick.

Eine alarmierende Zahl: In Neuenrade sind momentan 25 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Das hat das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises mitgeteilt.

Neuenrade - Somit ist die Zahl der Corona-Positiven in der Hönnestadt kreisweit am höchsten. Den zweiten Platz in der Corona-Statistik belegt Iserlohn, dort ist das Virus bei elf Personen nachgewiesen worden. 

„Das Gesundheitsamt des Märkischen Kreises hat Neuenrade im Blick“, erklärte Ursula Erkens, die Pressesprecherin des Märkischen Kreises. Überlegungen, in der Hönnestadt möglicherweise strengere Auflagen zu erlassen, gebe es bisher aber nicht. „Wir können den Kreis der Infizierten eingrenzen“, stellte Erkens fest. Neben Reiserückkehrern und Jugendlichen, die die Realschule in Balve besuchen, seien auch Familien betroffen. Die Frage, ob sich zumindest einige der Betroffenen möglicherweise im Rahmen einer größeren Familienfeier außerhalb der Hönnestadt angesteckt haben könnten, wollte Erkens nicht beantworten: „Dazu erteilen wir keine Auskunft.“ 

Coronavirus in Neuenrade: Kreis verweist auf Frühwarnsystem

Die Kreis-Pressesprecherin verwies auf das Corona-Frühwarnsystem des Landes NRW. Demnach müssen Kommunen, in denen die Neuinfektionen im Sieben-Tages-Zeitraum – gerechnet auf 100 000 Einwohner – über 50 steigen, zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen anordnen; und zwar in Abstimmung mit dem Landesgesundheitsministerium. Doch schon lange vor dem Erreichen dieser Zahl steuere das Kreisgesundheitsamt gegen, sagte Erkens: „Ab 30 Fälle pro 100 000 Einwohner schauen wir ganz genau hin.“ 

Neuenrades Ordnungsamtsleiterin Sabine Rogoli berichtete von einem ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt des Märkischen Kreises. Die Personen, die unter Quarantäne stünden, würden regelmäßig kontrolliert. „Nicht nur telefonisch, wir sind auch vor Ort.“ In Gesprächen zeigten sich die Betroffenen einsichtig, stellte Rogoli fest. 

Quarantäne-Vorschriften müssen eingehalten werden

Wichtig sei, auch innerhalb eines Haushaltes die Quarantäne-Vorschriften einzuhalten. „Und natürlich sollten in diesen Haushalten auf keinen Fall die gleichen Hygieneartikel oder zum Beispiel Handtücher genutzt werden.“ 

Auch in Gaststätten und Imbissbetrieben kontrolliere das Ordnungsamt die Einhaltung der Hygienevorschriften. Bisher seien noch keine gravierenden Verstöße festgestellt und entsprechende Bußgelder verhängt worden. „Aber wenn eine Grenze überschritten würde, wären wir dazu bereit – ohne mit der Wimper zu zucken“, unterstreicht die Ordnungsamtsleiterin. Abschließend appelliert sie „an die Vernunft aller Neuenrader“: „Bitte beachten Sie die Maskenpflicht, halten Sie die Abstände ein und waschen Sie sich regelmäßig die Hände.“ 

Coronavirus in Neuenrade: Schüler tragen freiwillig Masken

Die Schüler der Hönnequell-Schule seien dazu bereit, die weitere Ausbreitung des Virus aktiv zu verhindern. „Bei uns wurden auch im Unterricht durchgehend Masken getragen, auch nachdem die Maskenpflicht offiziell vom Tisch war“, erklärt Schulleiterin Eva Päckert. Das Kollegium, die Schüler- und die Elternvertretung seien diesbezüglich einer Meinung. „Wir ziehen an einem Strang und haben diese Regelung zunächst bis zu den Herbstferien vereinbart.“ 

Dass es an der Hönnequell-Schule bisher nicht zur Verbreitung des Virus gekommen sei, führt Päckert auch auf eine spezielle Strategie zurück: „Schüler, die als Kontaktpersonen der Kategorie II eingestuft werden, bleiben vorerst zu Hause und werden auf Distanz unterrichtet. Das hat sich bewährt und den Jugendlichen entstehen dadurch keine Nachteile.“ In diesem Zusammenhang bedankt sich die Schulleiterin bei den Eltern betroffener Schüler: „Die Rückmeldungen funktionieren sehr gut, ansonsten wäre diese Vorgehensweise nicht möglich.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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