Zeitintensive Vorbereitungen

So wirkt sich die Corona-Pandemie auf die Kommunalwahl aus

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Neuenrader Wahlhelfer leeren eine Wahlurne aus. In Neuenrade werden zur Durchführung der Kommunalwahl im September insgesamt 160 Helfer benötigt.

Neuenrade – Die meisten Neuenrader beschäftigen sich gedanklich jetzt noch nicht mit dem Monat September – Jörg Wende hat den zweiten Sonntag, den 13. September, täglich im Blick

Wende ist für die Organisation der Kommunalwahl zuständig und hat bereits alle Hände voll zu tun. Denn die Corona-Pandemie wirkt sich auch auf diesen Bereich aus. 

So habe der Landeswahlleiter beschlossen, den Parteien mehr Zeit für die Aufstellung der Kandidaten und die Wahlwerbung einzuräumen. „Denn durch die Einschränkungen konnte bisher ja nicht viel stattfinden“, stellt Wende fest. Ursprünglich sollten die entsprechenden Namenslistenlisten bis zum 16. Juli im Wahlamt der Stadt Neuenrade vorliegen, diese Frist wurde bis zum 27. Juli verlängert. 

Coronavirus in Neuenrade: Parteien sollen Frist nicht ausschöpfen

„Allerdings haben wir die Parteien gebeten, diese Frist nicht bis zum Ende auszuschöpfen“, erklärt der Mitarbeiter der Stadt Neuenrade. Denn sollte bei der Prüfung im Wahlamt festgestellt werden, dass die Listen Fehler enthalten, bliebe den Beteiligten eventuell nicht mehr genügend Zeit, um diese zu korrigieren. Handele es sich um eine Kleinigkeit, beispielsweise einen falsch geschriebenen Vornamen, sei das kein großes Problem. „Aber sollte es sich um einen schwerwiegenden Fehler handeln, beispielsweise eine fehlende Unterschrift, sieht das natürlich ganz anders aus“, unterstreicht Jörg Wende. „Wenn wir also im Vorfeld so etwas vermeiden können, ist das im Sinne der Parteien und wir profitieren ebenfalls davon.“ 

Allerdings hat die Terminverlegung zusätzliche Auswirkungen. So könne der Wahlausschuss nicht, wie ursprünglich geplant, am 23. Juli, sondern erst eine Woche später, am 30. Juli, tagen. „Dadurch geraten wir hier zeitlich mehr unter Druck“, stellt Wende fest. 

160 Wahlhelfer werden benötigt

Damit die Situation nicht zusätzlich verschärft wird, seien mögliche Wahlhelfer schon vor einiger Zeit angeschrieben worden. Insgesamt 160 werden in der Hönnestadt benötigt. „Einige scheiden aus, andere haben noch nicht geantwortet“, berichtet Jörg Wende, dass aktuell noch 35 Wahlhelferinnen und -helfer fehlen. Einige altgediente Wahlhelfer stünden in diesem Jahr nicht zur Verfügung. Auch die Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus spiele diesbezüglich eine Rolle. 

Grundsätzlich könnten Wahlhelfer zu diesem Ehrenamt verpflichtet werden. „Wenn uns die Angesprochenen allerdings von Anfang an signalisieren, dass sie nicht möchten, streichen wir sie nach Möglichkeit von unserer Liste“, stellt der Mitarbeiter der Stadt Neuenrade fest. Denn wenn die Arbeit am Wahltag nur mit Widerwillen erledigt werde, komme es deutlich schneller zu Fehlern. Deshalb seien die Mitarbeiter der Stadt bemüht, auf die zeitlichen Wünsche möglicher Wahlhelfer einzugehen. Folglich müsse mitunter ein schwieriges Helferpuzzle zusammengesetzt werden. „Das ist eine wirklich anspruchsvolle Aufgabe für die zuständige Kollegin“, unterstreicht Wende. 

Neuenrader für das Ehrenamt begeistern

Zudem liege allen Verantwortlichen daran, die Neuenrader für das Ehrenamt zu begeistern. „Denn wir möchten zunehmend auch jüngere Leute dafür gewinnen.“ Deshalb sei ein gutes Arbeitsklima wichtig. „Städtische Bedienstete übernehmen jeweils die Schriftführung, damit kein Ehrenamtler diese Aufgabe übernehmen muss.“ Am Wahltag überreiche der Bürgermeister den Wahlhelfern meist ein kleines Dankeschön. Außerdem zahle die Verwaltung den Wahlhelfern ein Erfrischungsgeld in Höhe von 40 Euro, beziehungsweise 30 Euro für diejenigen, die in einem Briefwahlbezirk eingesetzt werden. „Denn dort fällt nicht ganz so viel Arbeit an“, weiß Wende. 

Er ist zuversichtlich, dass es gelingen wird, für den 13. September – und, sollte es zu einer Stichwahl kommen, auch für den 27. September – genügend Helferinnen und Helfer zu finden. Und das auch, obwohl möglicherweise noch weitere Wahlhelfer benötigt werden: Da die Verwaltung in diesem Jahr coronabedingt mit einem höheren Briefwahlaufkommen rechnet, werde derzeit darüber nachgedacht, einen vierten Briefwahlbezirk einzurichten. „Aber das steht momentan noch nicht fest.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier.

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