Alljährlich seit dem 30-jährigem Krieg

Coronavirus verhindert Peter-und-Paul-Prozession

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Die Affelner Schützen (Foto links) begleiteten den Open-Air-Gottesdienst vor der Kapelle im Lohwäldchen.

Affeln – „Wir haben stürmische Zeiten“, sagte Pfarrer Andreas Schulte am Sonntag zu Beginn des Gottesdienstes an der Kapelle im Lohwäldchen. „Und auch tatsächlich bläst uns heute Morgen der Wind um die Ohren.“

Der Geistliche betonte: „Was wir nun alle lernen müssen, ist die Ruhe zu bewahren.“ 

Seit dem 30-jährigen Krieg, der im 17. Jahrhundert auch im Sauerland wütete, wird in Affeln alljährlich am ersten Juli-Wochenende die Peter-und-Paul-Prozesssion gefeiert. Stets beteiligt sich die Schützenbruderschaft daran, deren Ursprünge ebenfalls bis in jene Kriegszeiten zurückreichen. Damals ging die Pest um. Während der Prozession wird Gott dafür gedankt, dass diese Krankheit die Affelner nicht komplett dahinraffte. 

Immer zur Kapelle im Lohwäldchen

Die Prozession führt für gewöhnlich von der St.-Lambertus-Kirche zur Kapelle im Lohwäldchen. Aufgrund des Coronavirus wurde auf den Umzug am Sonntag verzichtet. Auch gesungen werden durfte während des Open-Air-Gottesdienstes nicht. Für den musikalischen Rahmen verantwortlich zeichneten Instrumentalisten des Musikvereins Affeln. 

An dem Gottesdienst nahmen viele Affelner und Neuenrader teil.

An der Kapelle aber begrüßte Pfarrer Schulte viele Besucher der Messe, „die wir stets am Sonntag nach dem Hochfest Peter und Paul feiern“. Der Priester unterstrich, „dass in diesen Zeiten Ideen und Kreativität gefragt sind, damit die Dinge doch stattfinden können“. Den Herrn bat er „um Vergebung für die Momente, in denen unser Reden und Tun nicht immer glaubwürdig war“. 

Angst vor einer Ansteckung

Auch während des 30-jährigen Krieges habe es in der Kirche keine Gottesdienste gegeben, um eben der Ansteckungsgefahr möglichst aus dem Weg zu gehen, erinnerte Schulte. Auch seinerzeit hätten die Christen Messfeiern an der Kapelle im Lohwäldchen begangen. Genauso sei es heute. Doch Schulte rief dazu auf, „nach vorne zu schauen“.

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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