Intervalle verkürzt

Mehrarbeit für Reinigungsfirmen durch das Coronavirus

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Seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben Reinigungsfirmen teilweise deutlich mehr zu tun. So gibt es neue Aufträge, viele Unternehmen haben ihre Reinigungsintervalle aber auch verkürzt.

Neuenrade/Balve – Viele heimische Unternehmen leiden unter der Corona-Pandemie. Die Arbeit ist teilweise deutlich weniger geworden, der Umsatz dadurch eingebrochen. Für die Reinigungsbranche gilt das Gegenteil.

Vor allem Reinigungsfirmen, die in Zeiten von Corona in hygienisch sensiblen Bereichen beschäftigt sind, haben wohl mehr denn je zu tun. 

Dabei hat sich die Art und Weise, wie die Mitarbeiter in den beauftragenden Unternehmen und Haushalten arbeiten müssen, verändert. Anush Thirimanna Hettige, Chefin bei Hardline Cleaners aus Balve, bestätigt das: „Wir haben viele Desinfektionsreinigungen.“ Auch gebe es etliche Reinigungen von Haushalten, die womöglich aus Angst vor dem Corona-Virus gesonderte Maßnahmen durchführen ließen. 

Täglich, statt einmal pro Woche

Viele Unternehmen hätten die Reinigungsintervalle mit Ausbruch der Corona-Pandemie zudem verkürzt. So berichtet die Firmenchefin, die auch etliche Unternehmen in Neuenrade betreut, unter anderem von einem verstärkten Einsatz bei einer Firma in Plettenberg, wo nun „jeden Tag der Sanitärbereich desinfiziert“ würde – und nicht nur einmal pro Woche, wie noch vor einigen Monaten. 

Im Sanitärbereich arbeite man auch mit Dampfreinigern und Desinfektionsmitteln. Dann würde die Arbeit teilweise in Schutzkleidung aus Plastik vorgenommen. Zudem habe sie für die Sicherheit der Mitarbeiter Masken und Helme als Spritzschutz gekauft. „Alles ist geschützt“, sagt Anush Thirimanna Hettige. 

Bislang noch keine Überstunden

Überstunden habe man wegen der Pandemie bislang jedoch nicht machen müssen – nur die Art der Arbeit habe sich zum Teil eben geändert, ließ sie durchblicken. Das Balver Unternehmen bietet seine Dienstleistungen in gewerblichen und privaten Immobilien an. Dabei geht es um Gebäudedienste und Sonderreinigungen. Auch Hygieneartikel liefert die Firma. 

Joscha Hellwig, Inhaber der Neuenrader Firma Märkisches Objektmanagement (Mom), sagt auf Nachfrage, dass er wegen der Pandemie keine zusätzlichen Aufträge bekommen habe: „Wir arbeiten im Prinzip normal weiter.“ Er verweist darauf, dass die Situation in der heimischen Region im Gegensatz zu den Ballungsräumen vergleichsweise entspannt sei. 

Coronavirus in Neuenrade: Bei Senioren wird nicht geputzt

Gleichwohl habe seine Firma im Bereich Haushaltshilfe (im Rahmen der Entlastungsleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung) bei über 65-Jährigen sicherheitshalber mit der Arbeit pausiert. „Da hatten wir die Reinigung ab Mitte März vorsorglich eingestellt“, sagt Hellwig. Inzwischen melde sich die Kundschaft allerdings wieder und lasse durchblicken, dass man jetzt „lange genug pausiert“ habe, erläutert Joscha Hellwig. 

Die Firma Mom übernimmt nicht nur in Sachen Gebäude- und Industriereinigungen Aufträge, sondern auch im Bereich Garten- und Landschaftspflege. Davon zeugen Projekte wie die Dachreinigung der denkmalgeschützten Markthalle in Herford. Sogar Gesichtsmasken aus Stoff sind bei Mom zu haben.

Mehr zum Coronavirus un den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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