Bahn-Sprecher äußert sich

Hönnetalbahn: Ab diesem Datum sollen wieder Züge fahren

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Die Hönnetalbahn im Bahnhof von Binolen: Dieses Bild wird es noch mindestens bis zum 11. Mai nicht geben, denn auf der Strecke gibt es einen Schienenersatzverkehr.

Hönnetal – Mittlerweile in der sechsten Woche fahren keine Züge auf der Strecke der Hönnetalbahn, stattdessen verkehren Busse als Schienenersatzverkehr.

Dieser Zustand soll noch bis mindestens 11. Mai anhalten. Dabei läuft der Betrieb in den Schulen mit den ersten Schülern wieder und in der nächsten Woche kommen weitere hinzu – damit entsprechend auch mehr Fahrgäste. „Jetzt fängt doch das Leben wieder an“, sagt auch Johannes Schmoll, vor 35 Jahren Mitbegründer der Eisenbahnfreunde Hönnetalbahn und aktuell Pressesprecher, im Gespräch mit der Redaktion. 

Auf vielen Strecken hat die Deutsche Bahn den Betrieb längst wieder hochgefahren, im Hönnetal nicht. Diesen Umstand kann und will Schmoll nicht akzeptieren: „Diese Strecke ist immer die erste, die geschlossen wird, wenn irgendwo Störungen wegen Personalmangels oder technischen Problemen im Betrieb der Deutschen Bahn Regio auftreten.“ Mit der DB Region hat der Nahverkehr Westfalen-Lippe als Auftraggeber für die Nutzung der Hönnetalbahn-Strecke noch bis Ende 2028 einen Vertrag. 

Coronavirus in Neuenrade: Wird die Region abgehängt?

Johannes Schmoll möchte nicht, dass diese Region von der Schiene abgehängt wird: „Es mehren sich wieder Stimmen, die sich eine Radwegestrecke an dieser Stelle vorstellen können.“ Weil die Ersatzbusse seit Wochen den Bedarf abdecken, könnten die Züge als Transportmittel in Vergessenheit geraten, befürchtet Schmoll. Schmoll fühlt sich aktuell an das Jahr 1985 erinnert, als sich die Eisenbahnfreunde gründeten, weil die Bahnstrecke durch das Hönnetal aufgegeben werden sollte. Mit viel Öffentlichkeitsarbeit wurde schließlich dafür gesorgt, dass die Züge doch weiter fahren durften. 

Es sei viel investiert worden in dieser Zeit, erinnert sich Schmoll. So wurden die Bahnhöfe in Menden, Neuenrade und Balve saniert, neue Fahrpläne angelegt und neue Fahrzeuge angeschafft. „Ja, mit diesen Pesa-Zügen gibt es immer noch Probleme“, weiß er. Aber dass inzwischen auf den anderen von der DB Regio genutzten Strecken in NRW wieder Züge fahren und nur das Hönnetal davon ausgenommen bleibt, könne eventuell eine „Stilllegung durch die Hintertür“ bedeuten. Mit Zuverlässigkeit habe dies nichts zu tun. 

Sprecher der Deutschen Bahn äußert sich

Dagegen erinnert sich Schmoll noch an die Zeit nach Orkan „Kyrill“ 2007, als die Hönnetalbahn die landesweit erste Strecke war, die wieder geöffnet wurde. Und dass die Züge in dieser Region viele Menschen bewegen, kann er mit Zahlen belegen: täglich etwa 1000 Fahrgäste, darunter 300 Schüler würden befördert. 

Ein Sprecher der Deutschen Bahn AG teilte auf Anfrage der Redaktion mit: „Wir planen ab dem 11. Mai wieder den Regelfahrplan auf der RB 54 (Hönnetalbahn) mit Ausnahme des Spätverkehrs mit Zügen zu fahren. Vorher war und ist es leider nach dem heutigen Sachstand aufgrund des hohen Krankenstandes beim Personal nicht möglich.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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