Weiterführende Schulen

Start mit Maskenpflicht nach den Herbstferien: Der Ernst der Corona-Lage ist erkannt

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Seit Montag und dem Ende der Herbstferien gilt an den weiterführenden Schulen coronabedingt auch während des Unterrichts wieder eine Maskenpflicht.

Neuenrade/Werdohl – „Jetzt müssen wir nicht mehr diskutieren“, stellt Eva Päckert fest. Die Leiterin der Hönnequell-Schule (HQS) ist froh über die Entscheidung, die Maskenpflicht an weiterführenden Schulen auch im Unterricht wieder einzuführen.

Obwohl das Tragen der Mund-Nase-Bedeckung für die meisten Hönnequell-Schüler schon zum Alltag gehört: auch nach dem Aussetzen der Pflicht sollte diese Schutzmaßnahme freiwillig im Unterricht umgesetzt werden. 

Päckert hat am ersten Tag nach den Herbstferien festgestellt, dass die Jugendlichen den Ernst der Lage erkannt hätten. „Sie haben noch mehr Abstand gehalten als bisher“, berichtet die Schulleiterin. Auch Reiserückkehrer hätten sich nicht gemeldet. Das zeige ebenfalls, dass die Pandemie inzwischen sehr ernst genommen werde. 

Coronavirus in Neuenrade: Thema nochmals angesprochen

Die Lehrer hätten das Thema Corona nochmals angesprochen. „Und auch ich bin durch die Klassen gegangen, um die Jugendlichen an die Einhaltung der Regeln zu erinnern. Denn wir können uns gegenseitig schützen“, unterstreicht Eva Päckert. 

Dagegen sieht sie die Empfehlungen zum Lüften in den Klassen auch mit Skepsis. „Ich weiß, wie wichtig das Lüften ist, aber ich sehe auch, wie kalt es jetzt schon in den Klassen ist“, stellt die Schulleiterin mit Blick auf die kommenden Wintermonate fest. „Es ist schon enorm, was die Kinder auf sich nehmen müssen“, unterstreicht Päckert, und wünscht sich auch für die Schulen Anlagen, die Viren aus der Luft filtern. 

Coronavirus in Neuenrade: Waldorfschule ist gut vorbereitet

An der Waldorfschule in Neuenrade habe die Maskenpflicht im Unterricht ebenfalls nicht zu Aufregung geführt. „Das kennen alle“, sagt Klaus Giljohann, der kaufmännische Geschäftsführer der Waldorfschule. Er konnte gestern nicht alle Schüler begrüßen: „Wir haben Reise-rückkehrer und Familien, in denen es Krankheitsfälle gibt. Sie sind natürlich gleich zuhause geblieben“, berichtet er. 

Sollte es erneut zu Schulschließungen kommen, sei man sehr gut vorbereitet: „Viel besser als beim ersten Mal. Unter anderem hat jeder Schüler ab der sechsten Klasse eine eigene Schul-E-Mail-Adresse.“ Dennoch hoffe man, dass weiterhin Präsenzunterricht möglich sei. 

Coronavirus in Werdohl: Auch AEG begrüßt die Maskenpflicht

Das Kollegium der Werdohler Albert-Einstein-Gesamtschule (AEG) begrüße die Maskenpflicht, erklärt Schulleiter Sven Stocks. „Es ist die einzig sinnvolle Maßnahme, um den Vollbetrieb der Schule möglichst störungsfrei zu realisieren.“ Nachdem es an der Schule Corona-Fälle gegeben hatte, seien jetzt nach den Herbstferien alle Schüler und Lehrer wieder an Bord. „Aber angesichts der steigenden Fallzahlen wäre es blauäugig, darauf zu hoffen, dass es nicht zu weiteren Infektionen auch an unserer Schule kommt.“ Auch aus diesem Grund beurteilt Stocks die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung als positiv: „Ich hoffe, dass sie uns auch dabei hilft, im Ernstfall die Zahl der Quarantäne-Fälle zu begrenzen.“ Denn wenn Lehrkräfte betroffen seien, werde es schwieriger, den Schulbetrieb in vollem Umfang aufrecht zu erhalten. 

Um Risiken zu minimieren, habe das Kollegium auch das Thema Reiserückkehrer im Blick. Zwei Schüler seien vorsichtshalber nach Hause geschickt worden, berichtet Stocks. „Insgesamt stelle ich aber ein Umdenken fest. Nachdem, was wir gehört haben, sind nur sehr wenige Schüler mit ihren Eltern verreist.“ 

MVG mit dem ersten Tag nach den Ferien zufrieden

Und nicht nur in der Schule halten sich die Jugendlichen inzwischen an die Corona-Regeln, weiß Jochen Sulies, der Pressesprecher der Märkischen Verkehrsgesellschaft (MVG). Im Schulbus sei das Infektion sehr gering, versichert Sulies. Aus seiner Sicht sind die Schulfahrten am ersten Tag nach den Herbstferien gut angelaufen: „Ich habe nichts Gegenteiliges gehört“, erklärt er. Insgesamt würden kreisweit 14 Fahrten im Früh- und Nachmittagsbereich zusätzlich angeboten. „Wir haben uns angesehen, wo es wirklich eng wurde und dort natürlich auch gehandelt.“ Die zusätzlichen Fahrten würden von Privatunternehmern durchgeführt, die ohnehin im Auftrag der MVG unterwegs seien. 

Dennoch sei es einfach nicht machbar, dass Fahrgäste in allen Bussen einen Abstand von eineinhalb bis zwei Metern einhalten könnten: „Das ist faktisch nicht möglich. So viele Busse und Fahrer stehen nicht zur Verfügung.“ Grundsätzlich könne er deshalb die Bedenken einiger Eltern verstehen. Allerdings hätten mehrere Untersuchungen belegt, dass es dennoch sehr unwahrscheinlich sei, sich während einer ÖPNV-Fahrt mit dem Coronavirus zu infizieren. „Voraussetzung ist natürlich, dass eine Mund-Nase-Bedeckung getragen wird.“ Und in diesem Zusammenhang spricht Jochen Sulies auch den jungen Fahrgästen ein Lob aus: „An den Haltestellen und in den Bussen tragen mittlerweile alle eine Maske.“

Mehr zum Coronavirus und den Auswirkungen auf die Region lesen Sie hier im MK-Liveticker.

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