Jubiläum wird auf 2021 verschoben

Coronavirus in Neuenrade: 2020 wohl keine Schützenfeste

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2020 dürfte ein Jahr ohne Schützenfeste in Neuenrade werden, auch wenn sich noch nicht alle Vereine wie die Neuenrader Schützengesellschaft endgültig festlegen wollten.

Neuenrade/Affeln/Küntrop – 2020 wird wohl ein schützenfestfreies Jahr in Neuenrade: Das zeichnet sich jetzt bereits ab.

Detlef Schulte, Vorsitzender der Schützenbruderschaft St. Peter und Paul in Affeln, hält sich mit einem endgültigen Statement zwar noch zurück, doch er sagte auf Anfrage der Redaktion: „Es läuft alles darauf hinaus, dass das Affelner Fest für dieses Jahr abgesagt wird.“ 

Auch der Geschäftsführer der Schützenbruderschaft Küntrop, Patrick Bexten, sagte auf Nachfrage nicht nur ganz klar das Jubiläumsschützenfest zum 100. Vereinsgeburtstag ab und verschob das Festwochenende auf Pfingsten 2021. Der Geschäftsführer der Küntroper St.-Sebastian-Schützen ließ auch durchblicken, dass es für das normale Schützenfest ebenfalls ganz düster aussehe. Allerdings seien noch Gespräche zu führen. 

Coronavirus in Neuenrade: NSG noch höchst zurückhaltend

Höchst zurückhaltend ist man bei der Neuenrader Schützengesellschaft (NSG): Sprecher Marius Holub vermochte zu einem möglichen Ausfall des Schützenfestes 2020 noch nichts zu sagen, auch hatte er noch keinen Termin für eine Entscheidung der Verantwortlichen. Dabei können die Schützen im Grunde nur auf die Erlasslage reagieren. Zumindest erscheint ein Schützenfest mit Mindestabstand an Theke, auf der Kirmes oder im Zelt beziehungsweise Schützenhalle kaum realistisch. 

Auch seitens des Neuenrader Ordnungsamtes hat man wenig Hoffnung auf eine Durchführbarkeit der Schützenfeste. Abteilungsleiterin Sabine Rogoli sagte: „Das wird nicht zu machen sein.“ Auch sie verwies auf die strengen Hygieneregeln, die eingehalten werden müssten. Ein Schützenfest sei eben eine Veranstaltung, bei der man die Abstände nicht sicherstellen könne: Es sei eine Ansammlung von vielen Menschen, wie bei Messen und bei Jahrmärkten. 

Telefonkonferenz im Amt Balve

Der St.-Peter-und-Paul-Vorsitzende Detlef Schulte verwies noch einmal auf die Vorstandsgruppe der Schützen im alten Amt Balve. Da müsse kurzfristig noch eine Telefonkonferenz her. Auch gelte es die genaue Verordnung abzuwarten. Seiner Kenntnis nach seien grundsätzlich Großveranstaltungen ab 1000 Menschen untersagt. „Da stellt sich für uns die Frage, welche Auflage nötig wären und ob das überhaupt zu realisieren wäre mit Spuckschutz und Abstandsregel beim Bier an der Theke.“ 

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Zudem könne er sich vorstellen, dass viele Menschen einem Schützenfest auch aus Angst vor Ansteckung fernbleiben würden. Letztlich stelle sich auch die Frage, ob es in diesen Pandemie-Zeiten moralisch vertretbar sei, ein Schützenfest zu veranstalten, sagte Schulte. 

Eine Sache von Verantwortung und Solidarität

Für den Küntroper Bexten ist es auch eine Sache von Verantwortung und Solidarität, in diesem Jahr nicht Schützenfest zu feiern. „Wir sollten hoffen, dass alle gesund bleiben – dann können wir eben im nächsten Jahr feiern.“ So ganz ohne Schützenfest muss in Küntrop aber niemand bleiben. Immerhin: Zum 100. Geburtstag haben die Schützen eine 170 Seiten starke Schrift fertiggestellt, prall gefüllt mit Daten, Fakten und Bildmaterial.

Die Jubiläumsschrift der Küntroper Schützen wird ab sofort für 10 Euro pro Stück verkauft. Wer ein Exemplar haben möchte, kann es unter der Rufnummer 0151/15056491 beim Vorsitzenden Christian Stein oder per E-Mail an info@schuetzen-kuentrop.de bestellen. Die bestellten Exemplare würden in der näheren Umgebung auch ausgeliefert, sagte Geschäftsführer Bexten.

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