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Coronavirus: Kinder fragen, Arzt antwortet

„Das Coronavirus sieht wirklich so aus, wie auf all den Zeichnungen“, erklärt der Neuenrader Kinderarzt Attila Hildebrand in der Kita Wirbelwind, die zusammen mit der Kita Sausebraus ein Familienzentrum bildet.
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„Das Coronavirus sieht wirklich so aus, wie auf all den Zeichnungen“, erklärt der Neuenrader Kinderarzt Attila Hildebrand in der Kita Wirbelwind, die zusammen mit der Kita Sausebraus ein Familienzentrum bildet.

„Das Coronavirus sieht wirklich so aus, wie auf all den Zeichnungen“, erklärt der Neuenrader Kinderarzt Attila Hildebrand in der Kita Wirbelwind, die zusammen mit der Kita Sausebraus ein Familienzentrum bildet.

Live werden die Worte des Mediziners über die Software Zoom, die Videokonferenzen über das Internet ermöglicht, an Eltern, Kinder und Erzieher daheim übertragen.

Die Frage nach der Optik kam von einem Wirbelwind-Kind. Und auch nach einem 52-minütigen Interview ist Experte Hildebrand immer noch geduldig und beantwortet in aller Ruhe auch diese letzte Frage aus Kindermund. Dann schiebt er noch hinterher: „Das Virus ist aber so winzig klein, dass ich gar nicht weiß, ob das Coronavirus wirklich eine Farbe hat.“ Auf dem Bild, welches in seinem Rücken hängt, ist das Virus grün dargestellt. Hildebrand weist gerade auf den Ausdruck.

Kita-Leiterin hatte das Interview angeregt

Wirbelwind-Leiterin Monika Batusha hatte das Interview mit dem heimischen Kinderarzt angeregt. Das Familienzentrum im Verbund betreut 150 Mädchen und Jungen, im Sausebraus knapp zehn mehr als am Schütteloher Weg im Wirbelwind. Gut 20 Mütter und Väter in wechselnder Besetzung verfolgten am Mittwochabend die Zoom-Liveübertragung. Zehn weitere Eltern hatten im Vorfeld darum gebeten, dass sie das aufgezeichnete Fachgespräch im Nachhinein per WhatsApp oder E-Mail erhalten.

Doch abgesehen von der recht geringen Resonanz ziehen alle Beteiligten – am Dreiergespräch nahm auch noch Kosima Sonneborn vom Elternrat teil – schließlich ein positives Fazit. Die Fragen waren vorher von den Kindern, den Eltern und den in den beiden Kitas Beschäftigten formuliert worden. Und Arzt Hildebrand freute sich nach dem Interview: „Das waren viele gute und sinnvolle Fragen.“

Hildebrand: Kinder zeigen auch ganz seltene Symptome

So wollten etliche Eltern wissen, welche Symptome an Corona erkrankte Kinder aufweisen. Hildebrand erläuterte: „In der Regel sind es die klassischen Erkältungsanzeichen wie Husten und Schnupfen. Doch Kinder zeigen auch ganz seltene Symptome, wie etwa einen Hautausschlag.“ Das häufigste Erkrankungsanzeichen bei Erwachsenen, der Geschmacksverlust, werde vom erkrankten Nachwuchs allerdings kaum so benannt.

Dann berichtet Hildebrand: „Kinder infizieren sich nicht seltener als wir Großen. Aber sie erkranken deutlich seltener.“ Auf die nächste Elternfrage reagiert der Fach-Mediziner deutlich: „Das stimmt nicht. Das ist längst widerlegt.“ Herkömmliche Schmerzmittel verschlimmerten den Verlauf einer Corona-Erkrankung nicht.

Virtueller Gang auf den Spielplatz

Dann geht es virtuell auf den Spielplatz – für Hildebrand herrscht dort nur ein „minimales“ Ansteckungsrisiko. Ein Herumtollen dort ist für ihn „unbedenklich“. Kritischer sieht der Neuenrader Arzt indes das dauerhafte Desinfizieren allüberall: „Wir leben ja auch sonst in keiner sterilen Welt“, stellt er klar. „Das A und O ist das normale Händewaschen.“

Wenn es zukünftig einen Impfstoff gegen die aktuelle Ausformung des Coronavirus geben werde, sollten aus Hildebrands Sicht die Kinder nicht sofort damit geimpft werden. „Zunächst einmal wird es anfänglich sowieso nicht genügend für alle geben von dem Impfstoff. Aber für die Kleinen sollten wir die Wirksamkeit einer solchen Impfung vorab erst einmal einige Jahre überprüft und nachgewiesen haben“, argumentiert der Mediziner, dass die Kinder die Impfung erst nach ausreichenden Tests verabreicht bekommen sollten.

Vor einer Frage muss auch der Experte fast kapitulieren

„Wie fühle ich mich mit Corona?“, wird dann eine Frage aus Kindermund an Hildebrand gerichtet. „Ich weiß es nicht, ich hatte noch kein Corona“, ist der Gefragte zunächst einmal hörbar froh. Dann schildert er dem Fragesteller aber das, was er gehört hat: „Du fühlst Dich wie bei einer normalen Erkältung, ein bisschen schlapp und nach zwei, drei Tagen bist Du wieder fit.“

Schließlich will ein weiterer Kita-Besucher wissen: „Warum ist Corona eigentlich da?“ Fast kapituliert der Experte vor dieser entwaffnend einfachen Frage. Er hebt beide Arme und lässt sie schließlich laut auf seinen Oberschenkeln aufklatschen. Doch dann sagt er: „Tja, das hat sich die Natur einfach so ausgedacht.“ Und damit ist an diesem Abend alles gesagt.

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