Schwimmmeister und Gäste äußern sich

Corona-Saison im Freibad beendet: So fällt die Bilanz aus

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Schwimmmeister Andreas Schönenberg macht das Freibad winterfest. So wurden am Freitag schon mal die Schutzhüllen über die Sonnenschirme gezogen.

Neuenrade – Die um eine Woche verlängerte Saison lief für das Neuenrader Freibad Friedrichstal am Freitag ab. Mit knapp 14.000 blieb die Besucherzahl weit hinter den Vorjahren zurück.

In einem Sommer ohne Coronavirus kommen „abhängig vom Wetter zwischen 38 000 und 45 000 Besucher“, sagte Schwimmmeister Andreas Schönenberg am Freitagvormittag, während er bereits die ersten Sonnenschirme für den Winter mit einer Schutzhülle versah. 

Die Strandkörbe im Neuenrader Freibad blieben auch während der vergangenen sechs Monate verpackt. Doch das störte die Badbesucher nicht – im Gegenteil. „Ich bin regelmäßig von Werdohl hierher gekommen, denn im Freibad in Ütterlingsen gab es überhaupt keine Sitzbänke. Dort musste man auf nacktem Beton Platz nehmen“, sagte Manfred Rösner, während er gestern seine letzten Bahnen für diesen Sommer im Neuenrader Wasser zog. 

Vergleiche mit Neuenrade

Rösner verglich weiter: „In Werdohl ist auch das Wasser kälter. Und hier in Neuenrade sind die Schwimmmeister alle so sympathisch. Die überprüfen sofort die Wassertemperatur, wenn man ihnen sagt, dass es etwas frischer geworden ist.“ Gestern Mittag lag die Temperatur im großen Becken laut Aushang bei 23,2 Grad Celsius – für den Werdohler Schwimmer „sehr angenehm“. 

Drei bis vier Mal pro Woche habe er sich aufgemacht in die Nachbarstadt während der vergangenen Wochen, erzählte Rösner dann. „Das ist echt schön hier oben“, zog er sein persönliches Fazit. „Und die Besucher sind hier auch viel freundlicher als in Werdohl. Hier kommst du mit den Leuten sofort ins Gespräch.“ 

Lob vom Schwimmmeister

Das Lob kann Schwimmmeister Schönenberg nur bestätigen. „Ich habe ja schon mit ein bisschen Widerstand gegen die Hygienevorschriften gerechnet“, gestand er. „Aber die ganze Saison verlief eigentlich ziemlich entspannt“, staunte er. Und dann betonte er noch einmal ausdrücklich: „Es gab echt kein Problem. Die meisten Besucher habe sogar die Desinfektionspausen im Blick gehabt und sind selbst aus dem Wasser, wenn es soweit war, das Bad zu verlassen.“ 

Schönenberg wusste aus den Gesprächen mit seinen Stammgästen: „Die waren einfach froh, dass wir überhaupt geöffnet haben.“ Passenderweise kommen gerade zwei Frauen an ihm vorbei, winken ihm zu und sagen: „Dann bis zur nächsten Saison.“ Der Schwimmmeister lädt sie aber noch auf einen Kaffee und einen Muffin ein. Die beiden versprechen, sich am Saisonabschluss-Stand zu bedienen, sobald sie sich wieder etwas Trockenes angezogen haben. 

Geduscht werden konnte nur kalt

Eine andere seift sich derweil draußen unter der Dusche die Haare ein. Schönenberg zeigt in die Richtung und verrät: „Der ein oder andere Gast hätte schon gerne warme Duschen gehabt. Aber die meisten haben schnell gemerkt: Es geht auch mit kaltem Wasser, wenn es sein muss. Viele waren ganz überrascht, dass das ganz erfrischend und gar nicht so unangenehm war.“

Nach Beendigung der Freibadsaison öffnet die Kleinschwimmhalle an der Niederheide für den öffentlichen Badebetrieb am kommenden Dienstag, 22. September. Wegen der engen Platzverhältnisse in den Umkleiden und rund um das Becken dürfen coronabedingt allerdings immer nur zehn Besucher zur selben Zeit das Hallenbad besuchen. Kurse mit vielen Teilnehmern, etwa die Aqua-Fitness-Angebote, müssen wegen der Corona-Schutzbestimmungen vorerst ausfallen.

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