Hennes Bender schickt Rosinenbomber nach Neuenrade

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Comedian Hennes Bender bezog auch das Publikum mit in sein Programm „Das Beste aus 50 Jahren“ ein.

Neuenrade - Als Jochen Malmsheimer kürzlich in Meinerzhagen auftrat, hatte es das Publikum nicht ganz leicht mit seiner strengen Art. Aufbrausenden Beifall konterte er mit der klaren Ansage: „Habe ich ein Zeichen gegeben? Setzen Sie sich doch einfach auf Ihre Hände!“

Wie wohltuend wirkte da Hennes Benders überaus sanfte Feststellung: „Ihr habt bezahlt. Ihr könnt lachen, wann ihr wollt!“ Ab und zu schüttelte er im Kulturbahnhof den Kopf über das lachende Publikum, das am Donnerstag mit dem Bochumer Comedian „Das Beste aus 50 Jahren – von Shakespeare bis Spongebob“ feiern wollte. 

Auftrittsverbot in Bochum 

Sein Baujahr „1968“ prangte auf seinem T-Shirt, und auch das Publikum hätte zuweilen die Stirn in Falten legen können über gelegentlichen Flachsinn, der allerdings nett und charmant vorgetragen wurde. Geschichten aus dem Leben trug Bender vor – „Geschichten, die du dir nicht ausdenken kannst – egal wie viele Drogen du nimmst“. War die Geschichte über einen Barden des Ruhrgebiets eine solche? „Ich habe mich einmal zu oft über Grönemeyer lustig gemacht. Nun habe ich ein Auftrittsverbot in Bochum.“ Auch sonst hat es der Spaßvogel nicht immer leicht: „Haare auf den Füßen“. „Hobbit!“, klang es zurück aus dem Saal. Doch selbst im Kontext des „Herrn der Ringe“ war Benders Identität nicht so ganz eindeutig: Immer mal wieder bahnte sich nämlich Gollums „Mein Schatz!“ aus dem Gehege seiner Zähne den Weg nach draußen. 

Ein noch schlimmeres Bild des Comedian zeichnete die Kopie einer Gesundheitsprüfung mit all jenen sprachlichen Ungetümen, die amtlicher und ärztlicher Sprache zueigen sind. Beim Aufspüren irritierender Gestalten der deutschen Sprache zeigte Hennes Bender seine Qualitäten. 

Zudem interessierte sich Bender sehr für den Ort, an den es ihn verschlagen hatte: „Habt ihr eine Infrastruktur? Subway? Starbucks?“ Das Publikum konterte mit Aris Pommesbude und Fabian Raphael vom Frühteam von WDR2. Und mit dem verkehrstechnischen Abgeschnittensein von der Plettenberger und Dahler Nachbarschaft. „Sollen wir Rosinenbomber schicken?“, fragte der Comedian. Natürlich wurde der Haltepunkt Sanssouci zum Höhepunkt bahntechnischer Begeisterung: „Ich wäre gerne mit der Bahn gekommen“, bekannte Bender. Doch die letzte Bahn fuhr leider schon um 21.05 Uhr. 

Zugabe im Spongebob-Outfit 

Das Best-of-Versprechen löste er schließlich in der Zugabe ein: Gefragt waren „Star Wars“ und Spongebob. Der schwatzende Schwamm wurde an diesem Abend zum gewagtesten Outfit des Spaßvogels. In dessen Sprache übersetzte er inzwischen mehrere Asterix-und-Obelix-Bände – frei nach dem Motto: „Tour de Ruhr“. Und so gab es auch noch eine Signierstunde der bisher erschienenen Bände.

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