Claudia Döller-Ossenberg-Engels:Nachwuchsarbeit als A und O

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Claudia Döller-Ossenberg-Engels mit Voltigierpferd Dragoner beim Weltcupfinale in Dortmund. 

Küntrop - Ein Leben ohne Pferde? Für Claudia Döller-Ossenberg-Engels unvorstellbar. Von Kindesbeinen an ist sie vom Pferdesportvirus infiziert.

 2011 verwirklichte sie sich mit ihrer Familie den Traum von einer eigenen Reitanlage. In Küntrop ist ein kleines Leistungszentrum für Voltigieren und Springreiten entstanden. Sie kann sich noch gut erinnern. Als Kind musste sie sich die Reitstunden hart verdienen, ihre Eltern hatten nicht die finanziellen Mittel, um ihrer Tochter täglichen Reitunterricht oder gar ein eigenes Pferd zu ermöglichen.

 Jede freie Minute nutze Döller-Ossenberg-Engels, um zu den Pferden zu kommen. Damals noch in Dortmund, wo sie geboren und aufgewachsen ist. „Ich hätte alles gemacht, um eine Runde zu reiten. Ställe misten, Pferde putzen oder jeglichen erdenkbaren Nebenjob“, erinnert sie sich. Über das Reiten lernte sie auch ihren späteren Mann Ralf Ossenberg-Engels kennen, der ebenfalls aus einer pferdeverrückten Familie kam. Seitdem hat sich viel verändert.

Der Fokus auf der Reitanlage in Neuenrade liegt ganz klar auf dem Leistungssport. Auf dem Hof trainieren nicht nur die hocherfolgreichen Voltigierer des Reitvereins Altena, sondern auch Springreiter, die bis zur höchsten Leistungsklasse S erfolgreich sind. „Pferde sind nach wie vor unsere große Leidenschaft. Jedes einzelne gehört für uns zur Familie und wird auch so behandelt. Ich bin davon überzeugt, dass so gute Leistungen, wie zuletzt in Dortmund, nur erreicht werden können, wenn eine vertrauensvolle Beziehung zwischen Mensch und Tier besteht“, erklärt Döller-Ossenberg-Engels ihre Philosophie.

Daher legt die Pferdefrau viel Wert auf artgerechte Haltung und professionelles Training. Täglicher Weidegang, perfekte Pflege und eine individuell angepasste und häufige Fütterung gehören ebenso dazu wie Ausritte zur Entspannung und Training mit anderen erfolgreichen Trainern der Region, um das Wissen stetig zu erweitern. Das Herz von Döller-Ossenberg-Engels schlägt besonders fürs Voltigieren. Als Kind hatte sie selbst auf Pferden geturnt, allerdings nicht so professionell wie es heute gemacht wird. „Wir hatten einen Gurt mit einfachen Griffen. Mehr Komfort für Mensch und Tier gab es nicht.“

Vor gut 20 Jahren war sie es, die das Voltigieren für die Mitglieder des Reitvereins Altena wieder intensiver anbot. Die Abteilung wuchs und wuchs. Es folgten erste Turnierteilnahmen und der Ehrgeiz war geweckt. Mittlerweile steht der Name Döller-Ossenberg-Engels für Voltigiersport auf internationalem Spitzenniveau bis hin zu den Weltmeisterschaften. „Ich würde schon sagen, dass ich sehr ehrgeizig bin und auch viel von meinen Schülern erwarte, aber der Spaß muss dennoch immer dabei sein“, erklärt die Trainerin.

Doch trotz des Durchbruchs in die Weltspitze vor gut drei Jahren vergisst die Dahlerin die Basis nicht. „Nachwuchsarbeit ist das A und O. Wir müssen die Kinder mit Freude an unseren Sport heranführen. Sie müssen lernen, dass man für ein Tier Verantwortung hat. Wer bei mir reitet oder voltigiert, lernt auch den richtigen Umgang mit dem Pferd oder Pony.“ Pferdesport, so sagt sie, sei ein ganz besonderes Hobby. Es koste jede Menge Zeit, man habe kaum Freizeit aber das sei es Wert. „Wie schön es ist, wenn die kleinen Kinder die ersten Male zu uns kommen und über das ganze Gesicht strahlen, später freuen sie sich über erste Erfolge und auch für mich selbst ist jedes Turnier noch einmal etwas Besonders. Ob auf dem Turnier oder im Alltag, die Pferde bescheren uns immer wieder intensive Momente des Glücks.“

Die Voltigierer des Reitvereins Altena werden am Wochenende auch auf dem Gertrüdchen ihr Können präsentieren. Interessierte können sich dann auch über die Angebote des Reitvereins Altena auf der Reitanlage Döller-Ossenberg-Engels in Küntrop informieren. Beispielsweise über den Voltigierunterricht für Kinder.

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