Großfamilie präsentiert Show

Circus Atlantik in Neuenrade zu Gast

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Der Circus Atlantik hat auch eine Kamelparade im Programm. Mit dabei ist sicher auch der Nachwuchs der Tiere.

Neuenrade - Der Circus Atlantik ist ein Traditionsunternehmen - gut einhundert Jahre alt, einst in Neuss gegründet, und immer noch im Familienbesitz. Und es läuft gut für den Zirkus. „Wir sind zufrieden“, sagt Marina Kölner, quasi die Mutter der Kompanie. Sie gehört zur 5. Generation.

Es ist ein 20-Köpfe-Betrieb, hinzu kommen Tiere, Zugwagen und diversen Anhänger. Der Tross steht an der Südstraße, Kamele weiden auf dem Grün. In einem imposanten Wohnwagen residiert Marina Kölner mit Familie. 

Das Gefährt ist behaglich, verfügt über ein Wohnzimmer mit brauner Einbauschrankwand. Die rollende Dreizimmerwohnung hat ein Schlafzimmer mit Bad, einen großen Küchenbereich mit einem Tisch, an dem sechs Personen durchaus Platz finden. Hier kocht Marina („ein typischer Zirkusname“), häufig auch für die ganze Familie, zu der ein zweijähriges Kleinkind genauso gehört wie der 70-Jährige. 

Großer Zusammenhalt

Familie – das ist wohl das Zauberwort der Branche: Der Zusammenhalt sei außerordentlich hoch und der Respekt gegenüber den Eltern enorm, betont Marina. Das Gefüge sei so stark, dass ihr niemals zu Ohren gekommen sei, dass jemand mal einen Familienverbund verlassen habe. 

Marina Kölner ist quasi die Mutter der Kompanie.

Nur, wenn es darum gehe, einen eigenen Zirkus zu gründen oder wenn man in eine andere Familie einheiratet, gebe es Veränderungen. Und es geht sehr traditionell zu: „Die Frau geht immer mit dem Mann“. So ging auch Marina mit, die aus dem Zirkus Henry stammt. Ihren Mann lernte sie in Hofgeismar kennen, da habe alles angefangen. Und eine Mitgift gab es auch. 

In Marinas Fall war das Antares – ein richtiges Zirkuspferd mit Freude am Spiel. 30 Jahre hat es mit der Familie gelebt und gespielt bis zu seinem Tod. Und Marina hat Tränen in den Augen, wenn sie von ihrem Antares erzählt. 

Alle ziehen für ihren Zirkus an einem Strang, jeder weiß, was er zu tun hat. Sie gehen liebevoll mit den Tieren um und  feilen laufend am Programm. 

Aber es gibt durchaus Freizeit. So gehe man nach der Vorstellung durchaus mal spazieren oder es gebe im Sommer mal eine kurze vorstellungsfreie Zeit, die dann allerdings mit Ausbesserungsarbeiten ausgefüllt ist. 

Wohl nicht nur der Zirkusbetrieb der Familie Kölner ist eine eigene Welt mit einem festen Sozialgefüge. Es gibt auch mal Konflikte, aber am Ende müssen sich alle wieder vertragen, da geht dann eben die Familie vor. 

Große Familienfeiern

Feiern können die Zirkusleute auch: „Große, sehr große Familienfeiern gibt es“, erzählt Marina Kölner. Zum 80. Geburtstag eines Familienmitglieds „kamen 300 Leute“. Gefeiert werde natürlich im Zelt, es gebe dann eine große Session, alle machten Musik, hätten das ja auch im Blut und die Manege sei auch noch da. 

Und: in die Zirkusfamilie wird man hineingeboren, könne ihr gar nicht entkommen. Marina kam zum Beispiel im Wohnwagen zur Welt. Und jeder hat eine andere Stadt als Geburtsort und die Heimat ist eben der Zirkus. 

Noch in der Baby-Wippe liegend gelangen die Kinder mitten hinein in die Obhut der Familie: Es folgt ein Aufwachsen und Leben mit Tieren, mit Opa, Oma, Onkels, Tanten, Cousins und der Manege. Mit drei hätten die Kinder ihre ersten Auftritte, und jeder trage dann je nach Talent etwas zum Zirkus bei. So werde für das Publikum gespielt. 

Das Programm erfährt laufende Verbesserungen. Die Basis bildet die Tradition, das Drumherum verändere sich. Den Drahtseilakt gebe es seit Zirkusgründung, doch Kostüme und Balancehilfe seien eben heutzutage anders, erläutert es Marina. 

Mehrere Vorstellungen

So präsentiert die Familie Kölner mit ihrem Allwettercircus Atlantik eine Vorstellung unter dem Motto „Träumen, Staunen, Lachen“. Das Zelt sei temperiert. 

Zu sehen gebe es eine Kamel-Karawane, Pferdedressuren, Ziegenshow, Seiltänzer und Schlangenmenschen, Feuerschlucker, Clownerien, eine Wildwest-Show, Akrobatik aller Art, rockige Jonglage und mehr. In der Pause werde noch kostenloses Kamelreiten angeboten, es gibt eine Hüpfburg für die Kleinen und eine Schlangenshow. Wer möchte, darf die Reptilien berühren. Die Show dauert mit Pause 105 Minuten.

Der Eintritt kostet 8 Euro pro Kind, Erwachsene zahlen zehn Euro. Am Freitag ist Familientag, dann zahlen Erwachsene den Kinderpreis. Am Sonntag ist noch Oma-Tag. Die Omas haben in Begleitung eines zahlenden Gastes freien Eintritt. Die Vorstellungen: Freitag, 15.30 Uhr, Samstag, 11 und 14 Uhr. Am Sonntag gibt es eine Vorstellung um 11 Uhr.

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