Über den Wolken

Die Welt von oben betrachten: Christin Schucka ist Lehrerin durch und durch

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Christin Schucka ist Fluglehrerin beim Luftsportverein (LSV) Sauerland. 

Neuenrade - Unter den Wolken ist das Reich der Segelflugzeuge – und von Christin Schucka. Sie ist Fluglehrerin beim Luftsportverein Sauerland (LSV) auf dem Flugplatz in Küntrop.

Schucka genießt es, die Welt von oben zu betrachten. „Es ist einfach atemberaubend.“ Im normalen Leben ist sie Lehrerin an der Burgschule, der städtischen Gemeinschaftgrundschule in Neuenrade. Nach dem Unterricht verbringt sie ihre Freizeit am liebsten in der Luft. Aus den kleinen Kindern in der Schule am Vormittag, werden bei ihrem Ehrenamt als Fluglehrerin nachmittags Jugendliche und Erwachsene zwischen 14 und 60 Jahren, die Schucka unterrichtet. 

Ihre Leidenschaft begann 2003 mit einem Gastflug. „Es war einfach so schön in der Luft zu sein“, erzählte Schucka. Dieses Erlebnis ließ sie nicht mehr los. Schon im folgenden Jahr absolvierte sie ihre praktische Segelflugprüfung und erhielt damit den Segelflugschein. Im Vergleich erstaunlich schnell – die meisten Flugschüler brauchen für die Ausbildung zwischen zwei und vier Jahren. 

Meteorologie und Aerodynamik 

Neben dem Fliegen lernte sie in sieben Fächern alles über Meteorologie und Aerodynamik und anderes Wissenswertes über die Fliegerei. Sie weiß: „Wir müssen zum Beispiel immer frei von Wolken sein. Wir haben keinen Transponder und sehen beispielsweise die großen Passagierflugzeuge nicht auf einem Radarbildschirm. Außerdem haben wir keinen künstlichen Horizont, der uns die Fluglage anzeigen könnte, wenn wir in einer Wolke keine Sicht mehr haben.“ 

Neuenrade von oben: Der Blick aus einem Flugzeug auf die Hönnestadt. Christin Schucka kann diese Aussicht oft genießen. Als Fluglehrerin unterrichtet sie Schüler in Küntrop.

2016 hat sie sich gemeinsam mit fünf weiteren Hobby-Piloten aus dem Verein ein eigenes Flugzeug gekauft. Nicht, dass das nötig wäre – im Verein stehen allen Piloten Flugzeuge zur Verfügung, die zu günstigen Konditionen von allen geflogen werden dürfen. Der Kauf sei eine Herzenssache gewesen. Das Flugzeug vom Typ „Ka6e“ ist schon ein Oldtimer. Es wurde 1969 gebaut und wiegt 190 Kilogramm, da es aus Holz – und nicht wie die modernen Flugzeuge aus Kunststoffen – gebaut ist. Als Auto trüge es bereits ein H-Kennzeichen für die Oldtimer-Klassifizierung, was dieses Flugzeug eben so besonders macht. 

Schucka genießt die Stille in der Höhe 

Über den Wolken fliegen die Passagierflugzeuge. „Nur selten kommen die großen Flugzeuge zum Sichtflug auf unsere Höhe“, erzählte sie. Doch manchmal begegneten sie sich in der Luft. 

Schucka machte schon einen Tandemsprung aus 3000 Metern Höhe. Mit ihrem Segelflugzeug kommt sie aber meist nicht höher als 500 Meter. „Das Einzige, was dort oben zu hören ist, ist die am Flugzeug vorbeiströmende Luft. Oben ist es lautlos. Wirklich ganz still“, erklärte sie. Ihr Segelflugzeug gleitet nur durch die Luft, und um nach oben zu kommen, muss ein Motorflugzeug sie in die Luft schleppen. Auf anderen Flugplätzen als in Küntrop ist dies auch über eine Seilwinde möglich. 

Ihr weitester Flug mit einem motorbetriebenen Flugzeug war in den Sommerferien bis zur Nordsee. „Wir haben eine Nacht auf der Insel Baltrum geschlafen, sind am nächsten Tag wieder zurückgeflogen“, sagte Schucka. 

Der Wandel der Jahreszeiten aus der Luft

Ansonsten fliegt sie im ganzen Jahr kurze Strecken über die Region. „Im Winter kann es oben recht kalt werden“, lachte sie. „Aber es ist wunderschön, den Wandel der Jahreszeiten aus der Luft zu sehen.“ 

Dass sie anderen die Welt aus einer anderen Perspektive zeigen kann, macht ihr besonders viel Freude: „Ich wollte immer etwas mit Kindern machen und bringe Menschen gerne etwas bei – deswegen bin ich Grundschullehrerin geworden. Dass ich auch Fluglehrerin sein kann, ist für mich eine zusätzliche Ehre.“

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