Ein Fest der Stimmen und Premieren

Die jungen Talente eroberten die Herzen der Zuhörer in Windeseile. - Fotos: Jentzsch

Neuenrade - Mal schauen, wie voll wir den großen Saal im Kaisergarten bekommen, hatten sich die Verantwortlichen des Garbecker Chorateliers im Vorfeld des Konzerts gefragt. Dass 500 Stühle letztlich nicht ausreichten, um allen Gästen am Samstag einen Platz zu bieten, übertraf die kühnsten Erwartungen.

„Absolut gelungen“, bilanzierte Pressesprecher Marko Knips, während ihm die Freude über die positive Resonanz und das ausverkaufte Haus anzusehen war. „Stimmfest“ hatte das Atelier getitelt, und tatsächlich, es war ein Fest der Stimmen, dass die drei Chöre Carmina, Cantilena und Cantata auf der Bühne des Kaisergartens feierten.

Es war ein Abend der Premieren. Nicht nur, dass manch junge Talente zum ersten Mal in ihrer Karriere Bühnenluft schnupperten, es wurden auch etliche neue Stücke uraufgeführt. Stefan Slembrouck hatte mit den Chormitgliedern eifrig Brainstorming betrieben, Texte entwickelt, neue Ideen entworfen. Es sollte etwas Eigenes werden, anders als die Standardwerke anderer Nachwuchschöre.

In Zusammenarbeit mit dem Komponisten Jan Coeck entstand ein Liederbuch, dessen Frische die Herzen der Zuhörer in Sturm eroberte. Teils erfanden die Mitwirkenden sogar eine eigene Fantasiesprache, die zum Beispiel in dem Werk Abika kanubika zu hören war. Etliche Werke aus dem 25 Stücke umfassenden Liederbuch sangen die Garbecker Talente am Samstag zum ersten Mal vor einem öffentlichen Publikum. „Eine rundum gelungene Premiere“, meinte Knips und zollte den jungen Musikern seinen Respekt.

Den Nerv des Publikums getroffen

Ein Konzert zum Lauschen, zum Träumen und Genießen, das überraschende Momente, starke Soli und voluminösen Chorgesang beinhaltete. Ein Programm, das zweifelsohne den Nerv des Publikums traf. Mit einem überraschenden Moment endete zum Beispiel das Gummibärchen-Lied. Ein Schauer bunter, kleiner Bären zum Vernaschen prasselte am Ende des Liedes auf die ersten Zuhörer-Reihen nieder – wie gesagt, herrlich erfrischend.

Im Laufe des Abends reihten sich etliche musikalische Höhepunkte aneinander. Ein besonderer war wohl die Verstärkung durch Sänger des Männerchores, mit dem die Garbecker vor einiger Zeit ein gemeinsames Konzert organisiert hatten. Plötzlich und unerwartet standen mehr als ein Dutzend Männer aus dem Publikum auf, reihten sich auf der Bühne ein und stimmten das Maffay-Stück „Ich wollte nie erwachsen sein“ mit ein.

Das Konzert glich einer Werbung in eigener Sache. Wer Interesse hat, die Chöre und deren Arbeit kennenzulernen, ist laut Marko Knips jederzeit willkommen. „Auch Jungen“, betont der Pressesprecher, denn aktuell sind die männlichen Sänger Mangelware.

- Von Markus Jentzsch

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