SPD und CDU: Mitglieder halten ihren Parteien die Treue

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Zumindest in Neuenrade und im Märkischen Kreis geben offenbar nur wenige ihr Parteibuch wegen der großen Politik zurück.

Neuenrade - Ärger über die Flüchtlingspolitik hin oder her: Die Mitglieder von SPD und CDU halten ihrer Partei die Treue. So rumort es zwar bei der CDU und vereinzelt wird auch massive Kritik laut an der Politik der großen Koalition. Doch nennenswerte Parteiaustritte gibt es nicht bei den großen Parteien – zumindest in Neuenrade und im Märkischen Kreis.

Bislang hält die Basis offenbar an ihrer Parteizugehörigkeit fest. Der Parteichef der CDU Neuenrade, Torsten Schneider, verweist vor diesem Hintergrund auf „stagnierende Mitgliederzahlen“. Aber es gibt eben durchaus Austritte, die dann auch die große Politik betreffen. Man hake nach und höre dann eben, dass diejenigen mit der großen Politik (Flüchtlingspolitik) nichts anfangen könnten. Auf eine Handvoll reduziere sich die Zahl der Austritte und da halte man eben mit Akquise von Mitgliedern gegen. Punkten könne man dabei immer mit der Politik vor Ort. Was die Entwicklung der Mitgliederzahlen anbelange, so stellten eher die Mitgliederverluste durch Tod ein Problem dar. Die CDU Neuenrade hat seit dem 31. Dezember 256 Mitglieder und stellt damit den viertgrößten Stadtverband im Kreis. Zum Vergleich: Iserlohn hat 470 Mitglieder.

Ähnlich wie in Neuenrade scheint die Entwicklung kreisweit zu sein. CDU-Kreisgeschäftsführer Jochen Pöppel sagt, dass die Zahl der Mitglieder recht konstant sei. Es gebe keine Austrittswelle. Zwar werde kritisiert, aber eben nicht mehr als sonst auch. Da bereite einem schon eher Sorgen, dass viele Mitglieder eben einfach wegstürben, das könne man derzeit nicht so gut kompensieren.

Auch bei der SPD ergibt sich ein ähnliches Bild: Ulrike Wolfinger aus der SPD-Spitze sagte, dass in Neuenrade alles in Ordnung sei. Die Zahl der Mitglieder bewege sich konstant bei 50. Es gebe keinen Ärger wegen der großen Politik, zumindest wende sich niemand von der Partei ab. „Da könnten die Leute durchaus zwischen großer und kleiner Politik unterscheiden“. Sorgen bereite ihr eher der fehlende politische Nachwuchs, da werde es schwierig, die Menschen bei der Stange zu halten. Viele würden sich politisch engagieren, wenn sie persönlich betroffen seien und häufig ihr Engagement darauf und auch zeitlich beschränken. Und ihre Erfahrung: „Junge Leute machen lieber Sport als Politik“. Das ist zumindest ihr Eindruck. Vielleicht läge das auch daran, dass politische Entscheidungsprozesse auf lokaler Ebene immer auch abends stattfinden würden. Auf Kreisebene ergibt sich bei der SPD ein ähnliches Bild wie bei der CDU.

Thomas Dahlmann, Geschäftsführer Unterbezirk Märkischer Kreis, verweist auf Nachfrage auf Mitgliederverluste, die durch die Altersstruktur bedingt sind und nicht aufgrund von Verärgerung wegen der aktuellen Politik der großen Koalition in Berlin.

Von Peter von der Beck

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