ASC & Cawi: Unternehmensführung hat ein Ziel: Wachsen

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Bernd Schröder präsentiert das Innenleben eines Autositzes. Die Firma ASC produziert dafür wichtige Elemente.

Neuenrade - Türhoch stapeln sich die Drahtrollen, die rhythmischen Produktionsgeräusche erfüllen die Luft, Displays blinken und Maschinen bringen Draht in Form: Unermüdlich erzeugt der Ein-Finger-Bieger kompliziert gebogene Rahmen für Sonnenblenden.

 An anderer Stelle werden spezielle Rohrprodukte hergestellt, im Hintergrund formt eine Stanze ein anderes Material. Schraubenrohlinge fallen in Auffangbehälter, jeder Winkel des Unternehmens wird genutzt, Stapler huschen geschäftig hin und her, Lastwagen warten auf Material. Kein Zweifel: Der Laden läuft.

ASC beliefert von der Neuenrader Bahnhofstraße aus die Automotive- und die Bauindustrie. ASC ist enorm gewachsen in den vergangenen Jahren und die Geschäftsleitung hat viel vor. „Wir haben ein Ziel: Wachsen“, sagt Geschäftsführer Antonio Scanu, ein dynamisch und zielstrebig wirkender Mann. Schon in den vergangenen zehn Jahren ist ASC kräftig gewachsen. Bei Gründung des Unternehmens im Jahr 2010 waren es 38 Mitarbeiter. Inzwischen arbeiten am Standort Neuenrade mehr als 90 Beschäftigte.

Und Scanu will eben noch mehr. Der Betrieb dort soll erweitert werden. Scanu will dort eine Halle bauen und 40 bis 50 Mitarbeiter will er einstellen. Vier Millionen Euro werden in Neuenrade investiert und ein Umsatz von bis zu 20 Millionen Euro wird hier angepeilt (14 Millionen waren es noch Ende 2017). Scanu hat in der Automotive-Industrie gut zu tun: In Mexiko, dort wo namhafte Hersteller sitzen, hat er ein weiteres Unternehmen aufgemacht, weil sie als Entwicklungspartner nominiert sind. In die Sitzherstellung für eine „Plattform“ sind sie involviert. Ein Vertriebsbüro in den USA soll folgen.

Zwei junge Leute übernehmen in Mexiko die Geschäftsführung: Björn Schilling und Marcel Scanu. Produziert werden in Neuenrade Teile, die im Leben durchaus eine wichtige Rolle spielen: Ob Rahmen für Sonnenblenden, spezielle Rohre in Autositzen, Gaspedale, Bremsvorrichtungen an Skihalterungen, besonders haltbare und überlange Holzschrauben in Dachbalken – die Anwendungen sind vielfältig. ASC weist eine enorme Produkttiefe auf und ein breites Angebotsspektrum. Bauindustrie und Automotive – das sind die Geschäftsfelder, in denen sich ASC bewegt. Es sind komplizierte Teile, die möglichst in einem Arbeitsgang produziert werden sollen. Eine profunde Kenntnis über Material, Arbeitsabläufe, Verfahren und Produktionstechniken sind hier nötig, um überhaupt die Anforderungen meistern zu können.

Damit die Qualität bleibt, damit die Produkte passgenau produziert werden, ist ein ausgefeiltes Qualitätssicherungssystem nötig. In regelmäßigen Abständen werden die Teile während der laufenden Produktion an einem Terminal im Betrieb nachgemessen. Ein Fehler und die Produktion wird gestoppt. Im Labor entstehen zum Beispiel Passformen für Drahtbiegeteile aus dem 3-D-Drucker, das Teil wird dort hineingelegt, ein Abtaster checkt das Produkt auf Abweichungen, im Zimmer nebenan wird per Werkstoff-Dauertest die Haltbarkeit von Produkten geprüft.

Es scheint eine gute Truppe zu sein, welche das enorme Wachstum in den vergangenen Jahren bewältigt hat: Da ist Bernd Schröder, 71-jähriger Berater mit vielen Kontakten, Mitgesellschafter Hermann Reineke, der sich um die Projektierung im Bereich Automotive kümmert, viele junge Leute aber auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie Jutta Maiwurm, Ulrich Kühn und Rolf Kauschel, die 40 Jahre und teilweise länger an dem Neuenrader Standort ihre Erfahrung in diesem dynamischen Umfeld zur Verfügung stellen. Gesucht werden wegen der geplanten Betriebserweiterungen jede Menge Mitarbeiter für das wachsende Unternehmen: Metallfacharbeiter wie Werkzeugmacher, Anlagenführer, Maschineneinrichter aber auch ein weiteres Dutzend Auszubildende werden in dem Unternehmen gebraucht, denn der viel beschworene Fachkräftemangel ist durchaus Thema. Wer dort arbeitet, kann von einem Prämiensystem profitieren, zudem können sich die Mitarbeiter weiterbilden. Übrigens profitieren auch andere in der Region: Zulieferer. So stammt die neueste Maschine bei ASC von Maschinenbauer Schmale.

Von Peter von der Beck

Info: Antonio Scanu gründete 2010 gemeinsam mit Jörg Kölsche und Hermann Reineke die Firma ASC & Cawi (steht für Antonio Scanu und Carl August Wirt). Wirt wird mit seiner Kiersper Firma Cawi Mitgesellschafter. Das Unternehmen geht aus der insolventen Firma Duve (1930 gegründet) hervor. Die Unternehmensgruppe hat einen Standort in Tschechien (Pribram) sowie ein Unternehmen in Meerane / Sachsen. Ein weiterer Standort ist nun in Mexiko / Guanajuato.

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