Kosten von 40.000 Euro

Calisthenics: Trendsport an der Niederheide

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Bei der Einweihung des neuen Calisthenics-Parks an der Niederheide mit Bürgermeister Antonius Wiesemann (Zweiter von rechts) waren auch Luca Graetz (in weiß) und seine Geschwister Lisa und Lennart Graetz dabei, die im Rahmen der Jugendkonferenz die Idee für ein solches Sportgerät hatten.

Neuenrade – Calisthenics heißt die Trendsportart, bei der es darum geht, ein Ganzkörpertraining mittels Eigengewichtsübungen zu absolvieren.

Dazu braucht es ein Klettergerüst mit Elementen, die den klassichen Turngeräten Reck und Barren nachempfunden sind. Ein solches Gerät kann nun in Neuenrade neben dem Hallenbad an der Niederheide von jedermann genutzt werden, speziell aber von den Mädchen und Jungen der Hönnequell-Schule während der Pausen. 

Doch der Reihe nach: Am 17. November 2018 fand die erste Jugendkonferenz in Neuenrade statt, eine Aktion im Rahmen des Leader-Projektes Jugendnetzwerk. Besucht haben die Konferenz auch die drei Geschwister Lisa, Lennart und Luca Graetz. Nach ihren Wünschen befragt, was in ihrer Heimatstadt denn noch an Angeboten für Jugendliche fehle, schlugen sie ein frei zugängliches Sportgerät vor. 

Gerät wird gut angenommen

Die Idee warfen sie auf in Anlehnung an den Sportparcours auf dem Kohlberg. In der Innenstadt wäre so etwas doch auch sehr schön, dachten sie. Das fand auch Bürgermeister Antonius Wiesemann (CDU), der sich dann informierte, was solch ein Calisthenics-Gerüst kostet. „Ich habe mich dann sehr erschrocken“, sagte das Stadtoberhaupt am Donnerstagnachmittag, als das fertiggestellte Ergebnis der Öffentlichkeit übergeben wurde. Denn die Summe lag im mittleren fünfstelligen Bereich. 

„Genutzt wurde das Ganze aber gestern Abend schon. Das habe ich gesehen, als ich hier vorbei kam“, ist Wiesemann froh, dass das neue Sportangebot gleich in Beschlag genommen wurde. Immerhin wurden 40 000 Euro investiert. „Ein Drittel hat die Stadt dazu getan, zwei Drittel kamen aber über Spenden“, verrät der Erste Bürger der Stadt. „Das war notwendig, denn ich gebe zu, Geld kann ich nicht herzaubern.“ Die Spender wollten jedoch namentlich nicht erwähnt werden, fügte der Bürgermeister hinzu. 

Verzögerungen nicht nur durch Corona

Brigitte Neuhaus, in der Neuenrader Stadtverwaltung im Bauhof zuständig für das Gebäudemanagment, staunt indes immer noch: „Als der Bügermeister mir im Sommer 2019 von seinem Plan erzählte, hielt ich es für eine anspruchsvolle Aufgabe, derart viele Spenden zu sammeln. Ich war also sehr überrascht, als er mir Anfang des Jahres sagte, die Summe sei komplett.“ 

Nicht nur das Coronavirus hat nun dafür gesorgt, dass die Umsetzung sich länger hinzog. Neuhaus erklärte bei der offiziellen Einweihung des Klettergerüstes: „Die Arbeiten waren wetterabhängig, konnten aber nicht nur bei nasser Witterung nicht durchgeführt werden, sondern auch dann nicht, wenn es zu heiß war.“ 

Besonderer Fallschutz-Boden

Unter dem Calisthenics-Gerät wurde ein Fallschutz-Boden verlegt, der ganz besonders empfindlich sein soll. Er wird nun dafür sorgen, dass sich niemand verletzt – ob Profi oder Anfänger. 

An der Wand zum Hallenbad ist zudem ein Schild angebracht, auf dem Basis-Übungen erläutert sind. Luca Graetz betont jedoch, „dass jeder auf dem Gerüst auch seiner eigenen Kreativität freien Lauf lassen kann“. Seine Schwester Lisa verweist auf „zahlreiche Videos im Internet, die noch weitere Übungen zeigen“. 2,95 Meter hoch ist die höchste Stelle des ersten Neuenrader Calisthenics-Parks. Darüber freut sich auch Lennart Graetz, „denn draußen Sport zu machen ist einfach super“.

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