Burgschüler im Einsatz für Afrika

Die Schülerinnen und Schüler der Klasse von Karola Streitenberger hoffen auf gute Umsätze am Freitag, dann findet der Flohmarkt für das Aktion Tagwerk statt. Motto: Kinder helfen Kindern in Afrika. - Foto: von der Beck

NEUENRADE - Die schlechten Lebensumstände der Kinder in einigen afrikanischen Staaten haben die Drittklässler der Burgschule beeindruckt. Nun sind sie hoch motiviert, sich persönlich für eine Verbesserung der Situation zu engagieren.

So durchforsteten sie ihre Zimmer nach Spielzeug, das sie für den guten Zweck veräußern wollen, sie verkauften gar Obst bei den Nachbarn und sammelten Plätzchen ein.

Der Einsatz der Kinder gilt der Aktion Tagwerk, eine recht junge Initiative, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Menschen in afrikanischen Ländern zu unterstützen. Dabei sieht man es sehr gerne, dass man sich persönlich einen Tag lang einsetzt, sich mit der Situation der Mitmenschen auf dem anderen Kontinent auseinandersetzt.

Die Kinder der Klasse 3a, mit Lehrerin Karola Streitenberger, jedenfalls haben sich all das gemerkt, was Mitarbeiter der Aktion Tagwerk den Kindern jüngst bei einem Besuch an der Schule erzählt hatten. Bilder, Berichte und Spiele gab es zu den Lebensumständen vieler minderjähriger Afrikaner in Burundi, Ruanda und Südafrika. Anna zum Beispiel war von den Kinderfamilien beeindruckt, die unter sehr ärmlichen Umständen leben müssen. So sind deren Eltern im Krieg umgekommen, die älteren Kinder passen auf die kleinen auf.

Ein anderes Kind hatte sich gemerkt, dass es nur „wenige Ärzte gibt, kaum Apotheken und Medizin sehr teuer ist“. „Die brauchen Geld“. Andere wussten zu berichten, dass Kinder in jenen Ländern nicht zur Schule gehen dürfen, weil sie schon arbeiten müssen, um der Familie beim Überleben zu helfen.

Die Burgschule beteiligt sich nun zum 6. Mal an der Aktion Tagwerk. „Dein Tag für Afrika“ so lautet der personalisierte Slogan dabei. Es hat mittlerweile Tradition, dass die Dritten Klassen das Projekt organisieren, auch die Zweitklässler werden beteiligt, erläuterte Karola Streitenberger. Normalerweise ist der Tag für Afrika immer im Juni – bei der Burgschule passe es im Herbst besser. So nehme man immer den letzten Schultag vor den Herbstferien, sagte Streitenberger. In diesem Jahr gibt es auch noch ein Ziel, für das sich die Kinder einsetzen: sie wollen mehr Geld als im vergangenen Jahr für das Tagwerk erwirtschaften.

Tagwerk informiert, was man schon mit fünf Euro bewirken kann. Dafür erhalte eine Kinderfamilie in Ruanda Saatgut, um damit ein Jahr lang einen Gemüsegarten betreiben zu können.

Der große Tag, bei dem an der Burgschule möglichst viel Geld für das Tagwerk erwirtschaftet wird, ist dann am Freitag von 9.30 Uhr bis 11 Uhr. Dann verwandeln sich die Schulflure in einen Flohmarkt. Die Kinder verkaufen dann Spielzeug, Bücher, Kassetten, CDs, DvDs oder spiele. Bei den Preisen gibt es eine Mindest- und eine Obergrenze: Mindestens 10 Cent aber maximal zwei Euro dürfen die Kinder pro Verkaufsobjekt verlangen. Flohmarktbesucher werden gebeten, Kleingeld bereitzuhalten. Klare Sache, dass es auch Kaffee und Kuchen an dem Tag gibt.

Aktion Tagwerk e.V. ist ein gemeinnütziger Verein. Mit dem Erlös der Kampagne „Dein Tag für Afrika“ werden Bildungsprojekte für Kinder/Jugendliche in Afrika unterstützt. „Nur wer Zugang zu Bildung erhält, kann auch selbst handeln und etwas für seine eigene Zukunft und die Zukunft seines Landes tun“, schreiben die Tagwerker.

Von Peter von der Beck

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