Die Burg ist endlich in Neuenrade angekommen

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Jens Krabbe präsentierte die meterhohen Einzelteile der Motte, schon bald soll sie aufgebaut werden. ▪

NEUENRADE ▪ Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis die Küntroper endlich ihre Burg Gevern zurück bekommen, die ihnen vor 656 Jahren von Graf Engelbert genommen wurde. Meterhoch türmen sich die einzelnen Bauteile in den Regalen der Zimmerei Ross. „Wir warten nur darauf, dass wir das o.k. der Stadt bekommen, dann beginnen wir sofort mit dem Aufbau“, erklärte Jens Krabbe, Zimmermeister der Firma Ross.

Mitte Januar kam die Zusage des LWL-Museum, dass die Neuenrader den Zuschlag für die Herner Motte bekommen. Der 20 Meter hohe Turm war der Höhepunkt der Mittelalterausstellung „Aufruhr 1225“. Das „schnelle und unbürokratische Verhalten der Verantwortlichen“ brachte den Erfolg. Sofort begannen die Abbauarbeiten. Bereits während die Herner die Entscheidung verkündeten fielen im Hintergrund die Palisaden. Der Abbau dauerte zwei Wochen. „Besonders problematisch waren die ersten Arbeiten. Das Dach abzutragen war eine Herausforderung“, erklärte Krabbe. Der Rest des Abbaus war ohne Probleme. Den Laien wundert es doch, wie die Zentner schweren Eichenbohlen ohne Maschinen im Mittelalter bewegt wurden. „Auch im Mittelalter gab es bereits Kräne“, berichtet Krabbe.

Jedes Teil wurde vor dem Abbau nummeriert und wie ein Puzzel in Einzelteile zerlegt. Die Zimmerei musste extra Platz schaffen für die vielen einzelnen Holzstücke. Insgesamt mussten mehr als 100 Kubikmeter Holz eingelagert werden. Zum Vergleich ein Dachstuhl eines Einfamilienhaus hat sechs bis sieben Kubikmeter. Das Holz wurde durchnummeriert und in sechs großen LKW Ladungen und einigen kleineren Touren nach Neuenrade gebracht. Das Holz von der Burg ist zwar unbehandelt, doch sei es größtenteils robustes Eichenholz. Das empfindlichere Holze wird überdacht gelagert, der andere Teil liegt draußen. „Aber da die Burg auch draußen stand, kann mit dem Holz nicht viel passieren", erklärte der Zimmermeister. Allerdings würde das Holz noch arbeiten, sodass beim Aufbau wahrscheinlich Änderungsarbeiten nötig werden. „Die Burg wird von den selben Mitarbeitern aufgebaut, die die Burg auch abgebaut haben, damit die Burg nachher nicht schief steht“, scherzte Krabbe. Um das Riesenpuzzel aufzubauen brauchen die Fachmänner bei guten Bedingungen drei Wochen. Bislang ist noch nicht geklärt wann und vor allem wo die Burg stehen soll.

Lydia Machelett und Leonie Clever

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