SPD-Abgeordnete

Dagmar Freitag besucht Neuenrader Sprach-Kita

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Dagmar Freitag (rechts) überreicht Bücher als Geschenk an Sprachfachkraft Doro Batermann.

Neuenrade - Bildung gehört nach den Erfahrungen der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Freitag zu den wichtigen Themen in ihrem Wahlkreis. So passte ihr Besuch in der Kita Wirbelwind.

Denn auch dort geht es um Bildung. Denn die Einrichtung ist offiziell zur Sprach-Kita geworden und erhält Förderung aus Bundesmitteln.„Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“, heißt das Projekt offiziell.

Die Kita sei dabei nicht unbedingt Teil ihrer Wahlkampftour, sagte Freitag, denn sie besuche alle Sprachkitas in ihrem Wahlkreis und der Wirbelwind stehe ohnehin auf der Liste der Einrichtungen, die sie besuchen wollte.

Freitag machte die Tour durch den Kindergarten in Begleitung von Wahlkreismitarbeiter Andreas Späinghaus. Auch Vertreter von Elternschaft (Justus Luhmann) und Träger (Birgit Schneider) waren dabei, als Sprachfachkraft Doro Batermann und Elternbegleiterin Özgul Kilic gemeinsam mit Kindergartenleiterin Monika Batusha und Dagmar Freitag über das Thema Sprach-Kita redeten.

Bundesmittel ermöglichen eine Sprachfachkraft

Zum Hintergrund: Durch die Bundesförderung Sprach-Kita erhält die Einrichtung Geld für eine halbe Stelle, die eben eine Sprachfachkraft innehat. Diese unterstützt das Kita-Team bei der sprachlichen Bildung der Kinder.

Dabei wird eng mit den Familien zusammengearbeitet. Zudem gibt es eine Fachberatung, die kontinuierlich das Programm von außen unterstützt. „Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und eine der wichtigsten Voraussetzungen für den schulischen und beruflichen Erfolg sowie die gesellschaftliche Integration“, heißt es in einer Veröffentlichung des Familienministeriums zur Erläuterung.

Freitag zeigte sich angetan von der Neuenrader Einrichtung, amüsierte sich über Auszeichnungen wie das Schleifen-Diplom, welches in der Kita vergeben wird, oder schaute sich die Kreativ-Ecke an. Als ehemalige Lehrerin hält Dagmar Freitag Bildung für eminent wichtig.

Der Bund soll Bildung vor Ort finanzieren

„Bei Ü3 fängt die Bildung an“, betonte Freitag. Es sei entscheidend, dass der Bund auch Bildung vor Ort finanzieren könne. Daher wolle die SPD auch das Kooperationsverbot (Bislang ist Finanzierung/Schulpolitik ist ausschließlich Ländersache) nicht mehr und habe es in der Vergangenheit durch Ausnahmen aufgeweicht.

Freitag betonte, dass es ungemein wichtig für Kinder sei, die Sprache des Landes zu beherrschen, in dem sie lebten. Wer das nicht könne, habe ein Problem fürs Leben.

Kita-Leiterin Monika Batusha erzählte vom Kita-Alltag und skizzierte kurz, womit man sich in der Kita befassen müsse. Das seien eben sprachliche Unzulänglichkeiten mancher Einwandererkinder oder aber sprachliche Schwierigkeiten bei Deutschen. Dabei wurde auch der schlechte Einfluss mancher Fernsehsender thematisiert.

Großartiges Dolmetschen ist kaum nötig

Im Gespräch kam dabei heraus, dass die Kombination aus Bewegung und Sprache höchst sinnvoll sei, da bei vielen Wissenschaftlern Konsens herrsche, dass Bewegung die Aufnahmefähigkeit und die kognitiven Fähigkeiten verbessere – sprich: schlauer mache und auch das Sprachvermögen fördere.

Großartig dolmetschen muss man in der Kita nicht unbedingt. Gelegentlich muss Elternbegleiterin Özgul Kilic mal helfend eingreifen. Zudem: Die Eltern seien mit der Kita sehr zufrieden, berichtete sie. Vor allem die persönliche Ansprache mache viel aus und motiviere die Eltern, sich auch einzubringen.

Ein simpler Elternbrief habe diese Wirkung nicht. Überhaupt – die Eltern. So beobachten die Erzieherinnen, dass die Eltern „echt Stress“ hätten, dass in vielen Familien auch die Väter fehlen würden.

Dagmar Freitag hatte Geschenke im Gepäck

Und dass man sich seitens des Kindergartens bemühe, auf aktuelle Erfordernisse einzugehen. So wolle man sonntags Vater-Kind-Sport anbieten, damit auch Schichtarbeiter am Angebot teilnehmen könnten.

Dagmar Freitag jedenfalls hatte auch Geschenke im Gepäck: Bücher. Unter anderem überreichte sie „Das kleine ich bin ich“ an Sprachfachkraft Batermann.

Von Peter von der Beck

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