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Bürgersteig für Zwerge: Anwohnerin klagt über wuchernde Linden

Sabine Franke ist 68 Jahre alt und Inhaberin eines Hauses an der Bahnhofstraße.
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Sabine Franke ist 68 Jahre alt und Inhaberin eines Hauses an der Bahnhofstraße.

Sabine Franke ist irritiert: Vor knapp einem Jahr informierte die 68-jährige Neuenraderin die Stadtverwaltung, dass die Linden an der Bahnhofstraße gepflegt werden müssen.

Dabei ging es ihr vor allem um die Linde vor ihrem eigenen Haus, in dem fünf Parteien wohnen.

Die Äste und Blätter wuchern über dem Gehweg und nehmen inzwischen so viel Raum ein, „dass viele Fußgänger auf die Straße ausweichen“, sagt Franke. Sie könne das jeden Tag von ihrem Küchenfenster aus beobachten. „Zum Glück sind hier nur 30 km/h erlaubt“, meint sie. Dennoch herrsche auf der Bahnhofstraße natürlich viel Verkehr. Fußgänger brächten sich also aufgrund des herabhängenden Astwerks in Gefahr.

Die Straße ist kaum einsehbar

Warum Sabine Franke diesen Sachstand überhaupt der Verwaltung mitgeteilt hat? „Der schmale Grünstreifen direkt vorne am Gehweg gehört der Kommune.“ Auch beim Verlassen des Grundstücks stellen die Linden ein Problem dar. In eine Richtung können Autofahrer die Bahnhofstraße kaum einsehen, was ebenfalls zu gefährlichen Situationen führen kann.

Ob und wenn ja, warum der Bürgermeister nicht auf die E-Mail aus 2020 reagiert hat, ist derzeit nicht herauszufinden. Antonius Wiesemann (CDU) hat Urlaub. Amtsleiter Marcus Henninger hat sich des Falles allerdings umgehend angenommen. „Wir waren vor Ort und haben uns die Lage angeschaut. Es ist unstrittig, dass da dringend etwas getan werden muss“, sagt er. Der Auftrag sei bereits an ein Fachunternehmen erteilt worden, das kurzfristig für Verbesserung sorgen soll.

Maßnahme dient der Verkehrssicherung

Eigentlich dürfen Bäume und Sträucher zu dieser Jahreszeit übrigens nicht mehr geschnitten werden. „In der Schonzeit ist das eigentlich zu vermeiden“, erklärt Henninger. „Bei Maßnahmen, die der Verkehrssicherung dienen, ist das allerdings anders.“ Die Kommune ist hier in der Pflicht und darf eine Ausnahme machen.

Auch in der Hönne, die hinter dem Haus verläuft, soll bald etwas getan werden. Dort wuchern ebenfalls Pflanzen. Erst am vergangenen Wochenende bei dem heftigen Unwetter trat der Fluss über das Ufer. Das Wasser lief durch den Garten von Sabine Franke, in die Nachbargärten und schließlich in den Keller eines angrenzenden Hauses. Dieser Fall sei der Kommune bekannt. Gespräche liefen bereits.

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