Bürgerpreis geht an Otto Levermann

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Otto Levermann (rechts) nimmt die Glückwünsche von Bürgermesiter Klaus Peter Sasse entgegen. ▪

NEUENRADE ▪ Otto Levermann aus Affeln wurde gestern mit dem Bürgerpreis der Stadt Neuenrade ausgezeichnet. Der 77-Jährige Witwer war völlig ahnungslos und sehr gerührt. Bürgermeister Klaus Peter Sasse hatte es zuvor spannend gemacht, zunächst ein wenig allgemein daher schwadroniert über Menschen, die in vielen Vereinen sind und eben jene, die dort Mitglied sind und sogar etwas tun. Mit Benennung der Vereine, der Bruderschaft, freiwillige Feuerwehr, des SV Affeln und Liederkranz Affeln, war klar, dass er aus dem Dorf stammt.

Die Affelner wussten spätestens dann den Namen, als sie erfuhren, dass er über Jahrzehnte Vorsitzender des Musikvereins Affeln war. Als Sasse dann die Katze aus dem Sack ließ und Otto Levermann als Bürgerpreisträger verkündete, gab es stehende Ovationen für den Mann, der in Affeln viel bewegt und angestoßen hatte. Ob Schutzhütte für den SGV, Hallenneubau, Kreuzwegstation, 500-Jahr-Feier – überall war er mit dabei. Sasse: „Er hat Verantwortung übernommen und immer besondere Hilfsbereitschaft bewiesen“.

Levermann bekam Blumen und trug sich dann noch in das Goldene Buch der Stadt ein.Die Vergabe des Bürgerpreises der Stadt wird in Neuenrade immer mit Gedenkfeierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit kombiniert. Also hatte Sasse zum Auftakt der Veranstaltung im fast voll besetzten Kaisergarten eine recht persönliche Rede gehalten. Sasse, ein guter Redner – fand einen recht spannenden reportagehaften Einstieg in seine Rede, mit der er noch einmal der Mauerbau in Erinnerung rief. Er zitierte, Willi Brandt der weissagte, dass die Mauer keinen Bestand haben werde und die Bildzeitung, die damals getitelt hatte „Der Westen tut NICHTS“, er leitete dann über zum 9. November als die Mauer dann tatsächlich viel. Sasse verriet, dass er zu denjenigen gehörte, die damals geweint hatten. Gestern berichtete er dann von dem Neuanfang und den Chancen, die man in Ostdeutschland ergriffen hatte. Sasse ließ die Politik außen vor und berichtete am Beispiel namhafter ostdeutscher (Kultur)-Produkte, angefangen bei Rotkäppchen-Sekt über Radeberger Pils, Nudossi, Senf, fit, Seydel-Mundharmonikas bis hin zu der Harmona Akkordeon GmbH in der Partnerstadt Klingenthal. Kleine Geschichten, Zufälligkeiten, das Wirken von Persönlichkeiten – all das ließ Sasse mit dabei einfließen. Den Bezug zu Neuenrade konnte er dann auch herstellen, schließlich beherberge die Hönnestadt, seit Jahrzehnten auch eine Musikinstrumentenindustrie.

Und Gabriel S. Herberger, Chefin des Klingenthaler Harmonika Produzenten war gestern auch da, hielt eine kleine Rede und bedankte sich für den Beistand der Neuenrader. Genauso wie der Klingenthaler Bürgermeister Enrico Bräunig, der nicht nur auf die historische Leistung der Deutschen, eine friedliche Revolution zustande gebracht zu haben verwies, sondern auch darauf, dass sich zwischen Klingenthaler und Neuenrader viele Freundschaften gebildet hätten. Das setze sich nun offenbar mit den jungen Menschen fort.

Musikalisch aufgelockert wurde die Veranstaltung vom Musikverein Affeln und vom MGV Liederkranz. ▪ Peter von der Beck

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