Bürgermeisterkandidat Bernhard Peters im Gespräch

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Bernhard Peters.

Neuenrade - Bernhard Peters ist viel herumgekommen in seinem Leben, hat viel gesehen, sich um seine Karriere gekümmert. Amerika, Frankfurt, Leverkusen und schließlich Neuenrade – das sind grob die Stationen des zweifachen Vaters. Heute ist er für den Deutschlandvertrieb eines italienischen Maschinenbauers zuständig.

Peters spricht sehr gut englisch und ein bisschen italienisch. Er ist längst angekommen in Neuenrade. Seit 20 Jahren ist die Stadt seine Wahlheimat. Und jetzt bewirbt sich Bernhard Peters um das Amt des Bürgermeisters.

Er ist ein analytischer Mensch, der mit dem Blick eines Managers und der Erfahrung eines Vielgereisten Neuenrade und die Neuenrader Verhältnisse betrachtet. Dabei hat Bernhard Peters immer eins im Blick. „Ich bin an den Menschen interessiert,“ betont er. Und soziale Aspekte sind für ihn „von besonderer Bedeutung“.

Die Motivation des 59-Jährigen, sich um das Bürgermeisteramt zu bewerben, liegt dabei für Peters in den „Herausforderungen des Strukturwandels“. Viel sei liegen geblieben in der Vergangenheit, das gelte es aufzuarbeiten. Zu lange hätten die Verantwortlichen zum Beispiel auf die Umgehungsstraße gewartet.

Handlungsbedarf sieht er in erster Linie beim demographischen Wandel – der ziehe einen ganzen Wust an finanziellen Problemen nach sich. Und vor diesem Hintergrund liegt das Thema Inklusion für Peters nicht fern: „Das betrifft alle Lebensbereiche.“ Und das sei nicht nur auf Barrierefreiheit beschränkt. Bei allem müsse man den inklusiven Gedanken einbringen und schon bei den Planungen berücksichtigen. Peters sieht hier jede Menge gesellschaftliche Aufgaben in Neuenrade: So müsse für junge Menschen viel getan werden. Handlungsbedarf sieht er vor allem noch im schulischen Bereich. Hier gebe es unterschiedliche und teilweise schwierige Eingangsvoraussetzungen der Kinder für das Schulleben. Auch da müsse sich als Bürgermeister kümmern und die Kinder da abholen, wo sie sind. Hier könne auch eine Verwaltung aktiv werden, betont Peters. Fördern und vor allem vor Ort genauer hinschauen.

Natürlich würde Bernhard Peters auch die Stadtentwicklung im Auge behalten, um am langen Ende mit einer attraktiven Stadt, Neubürger zu gewinnen. Und um den Zuzug von Unternehmen nach Neuenrade würde er sich besonders kümmern: Wie nötig das sei, erweise der Blick auf den Pendlersaldo. „1000 bis 1500 Arbeitsplätze fehlen da jetzt schon.“ Peters würde einen unternehmerischen Ansatz zur Lösung des Problems finden: Demnach „aktiv Werbung um Unternehmen“ betreiben. Und Platz für neue Firmen sei genug da. „Ich würde mehr Fläche ausweisen wollen, das Drostenfeld reicht nicht.“ Was die Dörfer anbelangt, so will Peters deren Strukturen erhalten und gar noch ausbauen. Klare Sache: Vor diesem Hintergrund lehnt der FWG-Vorsitzende Peters den Entwurf des Landesentwicklungsplanes ab.

Und die Finanzen? Peters sieht angesichts des Haushaltsloches noch Sparpotenzial – bei den städtischen Gebäuden. Da müsse ein Immobilienmanagement her, alles gehöre auf den Prüfstand. Und wenn er Bürgermeister wäre, würde er sich auch speziell um den Kaisergarten kümmern.

Neuer Ideen für das Kulturressort

Unantastbar erscheinen für ihn die freiwilligen Leistungen. Angesichts einer Summe von 500 000 Euro sei es indiskutabel da anzupacken. Er sei vielmehr für eine andere Prioritätensetzung zum Bespiel bei der Kultur. Nichts halte er von „preiswerten elitären Veranstaltungen in der Villa am Wall“. Wenn schon, müsse das Publikum gewisse Leistungen angemessen bezahlen, so werde Geld frei für andere Dinge. „Lieber Geld fürs Schwimmbad ausgeben, davon hat dann eine große Gruppierung etwas,“ sagt Peters. Überhaupt möchte er das Kulturmanagement etwas anders gestalten: Peters tritt dafür ein, verstärkt mit anderen Städten zu kooperieren, um so Veranstaltungen anzubieten, die mit Events in Großstädten konkurrieren könnten. Und schließlich will Bernhard Peters für Transparenz und mehr Mitbestimmung sorgen: Einen Bürgerhaushalt über Verwendung der Steuergelder würde er einführen und ein Kinder- und Jugendparlament tagen lassen.

Natürlich hat Bernhard Peters auch seine Vision für Neuenrade: Ihm schwebt eine lebenswerte Stadt mit mehr Unternehmen vor.

- Von Peter von der Beck

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