Bürgermeisterkandidat Antonius Wiesemann im Gespräch

Antonius Wiesemann. - Foto: von der Beck

Neuenrade - „Toni“, wie ihn viele Neuenrader nennen, will Bürgermeister in seinem Neuenrade werden. Dabei war es bis zu seiner Kandidatur nicht unbedingt Kommunalpolitik, welche die Neuenrader mit dem Begriff Wiesemann verbunden hatten. Wiesemann und sein Gartenbaubetrieb, Baumschule Wiesemann, rückten da eher in den Vordergrund.

Den haben Antonius Wiesemann und seine Frau, mit der er seit 33 Jahren verheiratet ist, zu dem gemacht, was er heute ist. Ein Betrieb mit einem Dutzend Beschäftigten. Doch all das ist Geschichte. Seit dem 1. Januar führt Wiesemanns Sohn vollumfänglich die Geschäfte. So könnte sich der fünfache Vater und zweifache Großvater Antonius Wiesemnann nun verstärkt um seine Enkel kümmern oder sich der Jagd widmen.

Doch er, der von sich sagt, dass sein Beruf auch seine Berufung ist, konzentriert sich auf die Erlangung des Bürgermeisteramtes. Mit der Zustimmung der Familie im Rücken, einer geordneten Übergabe des Betriebes und mit dem Vertrauen auf die Mitarbeiter im Rathaus habe er das Projekt Bürgermeister in Angriff nehmen können, sagt der 55-jährige Wiesemann. Sein Motiv ist dabei nicht unbedingt in einem Begriff zu fassen. Wiesemann formuliert es so: „Die Rahmenbedingungen ändern sich stetig. Die Einflüsse werden stärker und schneller, allein vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Da will ich so eine schöne Kleinstadt weiter in die Zukunft lenken. Ich will das Wir-Gefühl in dieser Stadt erhalten und fördern. Ich möchte mit den Bürgern die Stadt weiter entwickeln.“ Vor diesem Hintergrund sei es unheimlich wichtig, Vereine und das Ehrenamt zu fördern. Und da möchte er an bisher Erreichtes anknüpfen, da sei in Neuenrade gute Politik gemacht worden, sagt Wiesemann, der in den vergangenen 20 Jahren zuletzt als CDU-Ratsherr und erster stellvertretender Bürgermeister politisch mitgestaltet hat.

Wie sähe die Politik aus unter einem Bürgermeister Wiesemann? Zumindest ist er für Konsens. Da will er sich auch an der Vergangenheit orientieren. Da seien fast alle Beschlüsse einstimmig gefasst worden. An dieser Tradition will er festhalten. „Mit einer Mehrheit alles niederwalzen, das ist nicht meine Politik“. Bei seinem Führungsstil und Umgang mit den Menschen hat Wiesemann seine Maximen: Transparenz, Offenheit und Ehre – das sei für ihn wichtig. So habe er sein Geschäft geführt. So würde er auch als Bürgermeister handeln. Antonius Wiesemann ist ein vorsichtiger Mensch. „Ich bin realistisch, gehe kein Risiko ein, ich bin mutig aber nicht blauäugig.“ Ein weiteres Mal verweist er so auf seinen Erfahrungshintergrund mit dem Handwerksbetrieb.

Was ihm wichtig ist und worum er sich als Bürgermeister kümmern würde, wäre die „Weiterentwicklung der Innenstadt, ordentliche Straßen, Industrie- und Gewerbeflächen vorzuhalten für neue Ansiedlungen und Erweiterungen. Die Standards bei Schulen, Kultur und Kitas will er halten, denn dieser Komplex sei wichtig für jene, die hier leben, arbeiten und auch aufwachsen würden. Eine Stadt, an die man gerne denke, zu der würden auch jene zurückkehren, die einst hier aufgewachsen seien. So will er bei der Entwicklung der Schulen weiter am Ball bleiben. Die Situation bei den Kindertagesstätten will er im Blick behalten. Wiesemann: „Nicht ausruhen immer nach vorne gucken.“ Das gelte natürlich nicht nur für die Innenstadt. Die Ortsteile sollen sich nach den Vorstellungen Wiesemanns „in einem vernünftigen Maße“ weiterentwicklen. Schule, Kita und Gastwirtschaft – das müsse bleiben.

„Wir müssen uns selber helfen“

Bleibt das Thema Finanzen: Versprechungen will Wiesemann nicht machen. Ansonsten hat er klare Vorstellungen: „Steuern sollte man nicht erhöhen, das ist ausgereizt.“ Und wenn es eben geht, will Wiesemann die freiwilligen Leistungen erhalten. Er will dafür eintreten, dass die Strukturen erhalten bleiben. Dabei müsse alles finanziell erträglich bleiben, sich in einer vernünftige Waage befinden. Wiesemann sieht aber auch die Einflüsse von außen. Eins ist dabei für ihn sicher: „Wir müssen uns selber helfen.“

Bleibt seine Vision für Neuenrade: Da wünscht er sich eine finanziell solide, auch für Kinder liebenswerte Stadt. Übrigens auch mit einer Umgehungsstraße.

- Von Peter von der Beck

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