Versammlung als Generalabrechnung

Bürgermeister-Wahl: SPD sucht den Wiesemann-Herausforderer

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Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Neuenrade: (von links) Zvonimir Gratz, Heidemarie Jakob, Frank Bäcker, Ulrike Wolfinger, Thomas Wette, Claudia Krolzik, Tobias Rüschenberg und SPD-Landrats-Kandidat Volker Schmidt.

Neuenrade – Thomas Wette bleibt Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Neuenrade. Er wurde am Mittwochabend von 14 anwesenden Parteimitgliedern im Hotel Kaisergarten ebenso einstimmig im Amt bestätigt, wie seine Stellvertreterin Ulrike Wolfinger.

Wette verkündete nach der Wahl, dass er dieses Amt letztmalig annehmen werde. 

Die Wahl der Bewerber für die Ratsbezirke sowie des eigenen Kandidaten für das Amt des Verwaltungsleiters werde die SPD erst später durchführen, sagte Wette. „Wir suchen noch einen ordentlichen Bürgermeister-Kandidaten“, legte der Parteivorsitzende offen, bislang keinen geeigneten Aspiranten gefunden zu haben, der gegen Antonius Wiesemann (CDU) antreten wolle. 

MVZN: "Wir waren federführend"

Im Rahmen seines Jahresberichtes erinnerte Wette an SPD-Veranstaltungen zum Thema Medizinisches Versorgungszentrum Neuenrade (MVZN). „Wir waren federführend bei der Entwicklung dieser Idee.“ Zugleich sei dies ein Thema, welches die CDU – wie so viele andere auch – zunächst rigoros abgelehnt habe, um die Idee später den Sozialdemokraten zu „klauen“. Und Wette legte nach: „Einem Teil der Verwaltung liegt die Demokratie fern.“ 

Auch erinnerte er an die noch junge Tradition der Ehrenamtsempfänge. In diesem Jahr seien mehr als 100 Gäste mit einem Frühstück bewirtet worden. Der Vorsitzende ging auch auf die sozialdemokratische Forderung einer städtischen App ein: „Da passiert bis heute nichts. Balve ist da längst weiter.“ 

Kriminalität: Runder Tisch gefordert

Er ging weiter zum nächsten Thema: „Überall im Kreis ist die Kriminalitätsrate gesunken, nur in Neuenrade steigt sie.“ Dazu erinnerte er: „Wir haben schon im Kommunalwahlkampf 2014 einen Runden Tisch mit der Polizei gefordert.“ Dieser sei nun dringender denn je. Fraktionssprecherin Wolfinger konkretisierte: „Die Zahl der Straftaten ist in Neuenrade um 31 Prozent gestiegen. Da frage ich mich: Machen wir hier noch alles richtig?“ 

Pfarrer Dieter Kuhlo-Schöneberg habe zuletzt ja auch steigenden Vandalismus durch Jugendliche beklagt. Darauf sei erwidert worden, dass es in Hagen noch viel schlimmer als in Neuenrade sei. „Aber wollen wir hier wirklich Hagener Verhältnisse?“, fragte Wolfinger. 

Situation im Offenen Ganztag

Wette ging auch auf die Situation an der Offenen Ganztagsgrundschule an. „Wir haben schon vor Jahren gesagt, dass das Gebäude zu klein wird. Statt darauf einzugehen, wurde eine neue Küche eingebaut. Das hat weder Hand noch Fuß.“ Wette betonte, dass bei steigenden Schülerzahlen das Gebäude nicht mehr ausreichen werde. Wolfinger unterstrich, dass ein Anbau an dieser Stelle nicht realisierbar sei. 

Wette lobte die städtische Ferienbetreuung für Kinder, die nun auch während der Oster- und Herbstferien angeboten werde. „Auch dies ist ein Thema, welches die SPD aufgebracht hat. Die CDU hat das als lächerlich und unnötig abgetan.“ Selbiges gelte für die von den Sozialdemokraten angeregte Neuausrichtung des Jugendzentrums und der Installierung eines Streetworkers. 

Photovoltaik-Anlagen auf Dächern

Wolfinger kündigte an: „Wir stellen im Bauausschuss jetzt den Antrag, auf den Dächern städtischer Gebäude Photovoltaik-Anlagen zu installieren.“ Zudem lobte sie, „dass bis 2024 mehr als eine halbe Million Euro für die Digitalisierung der Neuenrader Schule ausgegeben werden soll“. Sie sagte: „Das ist eine gute Sache. Da sind wir weiter als viele Gemeinden im Umkreis.“ 

Kassierer Frank Bäcker bilanzierte in seinem Bericht die Finanzen des Ortsvereins: „Es ist alles im grünen Bereich.“ Folglich wurde auch er erneut ins Amt gewählt, zusammen mit Stellvertreterin Heidemarie Jakob. Auch die Schriftführerin Claudia Krolzik sowie die Beisitzer Zvonimir Gratz und Tobias Rüschenberg bleiben dem Vorstand der SPD erhalten.

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