Das Bauen ermöglichen

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Blühende Landschaften in Neuenrade. Allerdings muss sich etwas in den Dörfern tun.

Neuenrade -   Bürgermeister Klaus Peter Sasse sieht den Trend: Die Zahl der Bürger in Küntrop und Affeln nimmt ab. Und er sieht sich in der Pflicht zu handeln. Er wird deshalb mit den Ortsvorstehern sprechen, um gegenzusteuern - durch neue Bauareale. Den Menschen müsste - gerade auf den Dörfern – die Gelegenheit gegeben werden, neu zu bauen.

Dabei erscheint die aktuelle Entwicklung für Neuenrade insgesamt recht gut. Die Einwohnerzahlen sind stabil, aktuell gibt es gar einen positiven Trend mit leicht steigenden Einwohnerzahlen. Indes – diese Entwicklung zeichnet sich nicht unbedingt in Küntrop und Affeln ab. Zuwächse sind eher in der Innenstadt zu verzeichnen, da kompensieren sogar die Zuzüge in den ersten fünf Monaten dieses Jahres das Missverhältnis zwischen Sterbefällen und Geburten. So verzeichnet der Bürgermeister anhand seiner Verwaltungsstatistik in Neuenrade ein positives Einwohnersaldo von immerhin plus 18. Umgekehrt sieht es dagegen in Küntrop und Affeln aus. Das Saldo in den ersten fünf Monaten des Jahres ist negativ, vor allem gibt es verhältnismäßig viele Wegzüge. Aktuell wohnen laut Verwaltung in der Innenstadt 8701 Menschen, in Affeln sind es 1168, in Altenaffeln 508 (leichtes Plus), in Blintrop 324 (leichtes Plus) und in Küntrop 1429 Einwohner. Das sei statistisch zwar nicht unbedingt belastbar, sagt Sasse, gleichwohl ist der Bürgermeister von diesem anhaltenden Negativtrend in Küntrop und Affeln so überzeugt, dass er da gegensteuern will.

Unabhängig von den Maßnahmen wie „Jung kauft Alt“ will Sasse eben auch für neue Perspektiven sorgen. „Zuzugswilligen darf die Möglichkeit nicht verwehrt werden, zu bauen“, betonte Sasse. Jetzt müsse gehandelt werden. Die Möglichkeiten in der Neuenrader Kernstadt seien nun begrenzt, weil das Baugebiet westliches Freibad fast vollgelaufen sei. Aber in Küntrop und Affeln bestünden eben noch Möglichkeiten. Hier will er mit den Ortsvorstehern sprechen. Sasse betonte, dass es auch darum gehe, die Infrastruktur in den Dörfern zu erhalten. Die Maßnahmen, die der Bürgermeister hier anstoßen will, sind für ihn auch Teil des Gesamtkonzeptes für Neuenrade. Vor dem Hintergrund des neuen Stadtzentrums Quartier am Stadtgarten hat Sasse, der aktuell „im Hintergrund den Optimismus“ spürt, die Vision aus Neuenrade ein besonders attraktives Städtchen zu kreieren, mit einer anziehenden Kernstadt. Sasse betonte: Im Mühlendorf könnten bald 95 Prozent des persönlichen Bedarfs in einer Einkaufstour erledigt werden. In unmittelbarer Nähe befinde sich ein Discounter, ein Drogist, mehrere Banken, Bäcker, Fleischer diverse Dienstleister und ein Kleiderladen. Hieran werde die erste Straße sicher erfolgreich angedockt. Sasse verweist noch auf Ideen und Konzept im Zusammenhang mit dem gewaltigen Frequenzbringer Hagebaumarkt, der mit speziellen Marketingmaßnahmen noch mehr Kundschaft auch mit Hilfe des Nostalgiekarusssels in die Neuenrader Innenstadt locken will. Da gebe es viele weitere Ideen.

So sieht der Bürgermeister die vielen Mosaiksteinchen, die am Ende ein Gesamtbild schaffen. In diesem Fall eine attraktive, lebendige Kleinstadt mit Perspektive, die schon während der vergangenen zehn Jahren unter dem Strich eine stabile Bevölkerungsentwicklung verzeichnet habe – vor allem im Vergleich mit den umliegenden Städten.

An den Rahmenbedingungen, um die stabile Fortentwicklung Neuenrades weiter zu gewährleisten, wurde und wird gearbeitet. Zwei eigene, weiterführende, moderne, identitätsstiftende Schulen, auch als Fachkräfte-Basis und für die Industrie bilden eine gute Grundlage. Und Sasse verweist nicht ohne Stolz auf die gute Beschäftigungssituation mit einer „offiziell bestätigten“ Neuenrader Arbeitslosenquote von 5,5 Prozent.

- Von Peter von der Beck

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