Bündnisgrüne: Nur sieben Bezirke besetzt

Die Wahlkreiskandidaten der Bündnisgrünen. - Foto: von der Beck

Neuenrade - Die Stimmung war nicht euphorisch im Knusperhäuschen. Das ist die Residenz von Neuenrades Bündnisgrünen und dort war am Mittwochabend Wahlkreisversammlung der Partei. Am Ende waren die Grünen nicht in der Lage sämtliche Wahlbezirke zu besetzen. Lediglich in sieben von 16 Wahlbezirken können sie nun antreten. Aber sie werden kämpfen.

Von Peter von der Beck

Dabei hatte die Partei mit der Sonnenblume im Logo, die in Neuenrade fünf Mitglieder zählt, noch kräftig die Werbetrommel gerührt, um den einen oder anderen Sympathisanten anzuwerben, der für die Partei in einem der Wahlbezirke antritt und hoffentlich am langen Ende mithilft, grüne Positionen im Neuenrader Kommunalparlament zu vertreten. Doch niemand meldete sich – nicht nur zur Enttäuschung von Grünen-Sprecher Uli Naumann.

So saß man denn im kleinen und düsteren Zimmerchen des Knusperhäuschens mit dem Plakatklassiker „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“ an der Wand und hatte gar die Überlegung, möglicherweise ganz aufzuhören. Schließlich stimmte man in der überschaubaren Runde ab, ob man die Wahlversammlung nicht möglicherweise verschiebe und noch mal auf Wahlbezirkskandidatensuche gehe oder eben ganz aufzuhören oder jetzt die Kommunalwahl auch mit wenigen Kandidaten durchzuziehen. Am Ende schaffte es der aktuelle Fraktionschef der Grünen, Dr. Karl Kaluza, die anderen noch einmal zu motivieren („Wer aufgibt hat schon verloren. Positiv denken“). Und total aufgeben wollte aus der Runde auch niemand wirklich. Obwohl: Dietrich Maurer, alter Kämpe der Bündnisgrünen, ließ sich nicht mehr auf einen aussichtsreichen Listenplatz setzen, aber er tritt gleichwohl in Küntrop an. Doch bei den Neuenrader Grünen handelt es sich wohl um Realos und sie meinen zu wissen – angesichts der aktuellen Bedingungen und Hochrechnungen auf Basis der vergangenen Wahl – dass sie wahrscheinlich nur einen Sitz bekommen würden (Maurer). Damit wären sie den Fraktionsstatus los – mit gravierenden Konsequenzen für ihre politische Arbeit. Sie hätten dann kein Recht in Ausschüssen zu sitzen – außer als beratendes Mitglied. Auch weniger Geld würde es geben, die Bündnisgrünen müssten das Knusperhäuschen aufgeben, ließ man durchblicken. Und einer allein müsste die umfangreiche Ratsarbeit stemmen, Unterstützung gäbe es dann wohl noch von den Parteifreunden, die als Bürger dann im Ratssaal säßen. Aber der Informationsfluss wäre zudem eingeschränkt.

Aber nun hat man sich zum Kampf entschlossen. „Dann ziehen wir das durch“, sagte Dietrich Maurer. „Wir müssen ganz brutal Wahlkampf machen“. So nahm man die Herausforderung an und zog die Versammlung durch.

Dietrich Maurer hatte sich zudem die Wahlbezirke angeschaut und dort, wo die besten Aussichten für die Bündnisgrünen bestehen, stellen sie nun auch Kandidaten auf. Dann erfüllte man die Formalitäten der Versammlung mit Wahlvorstand und allem Zipp und Zapp, bestätigte die Kandidaten und die Kandidatin, diskutierte kurz wegen der Reserveliste, die nun Dr. Karl Kaluza anführt, gefolgt von Manfred Raul und Uli Naumann auf Platz 3, dann folgt Dietrich Maurer auf 4 und Susanne Naumann auf Platz 5.

Was die Wahlkampfthemen anbelangt, so will man auf klassische grüne Themen setzen. Dr. Karl Kaluza nannte hier als Stichwörter Bürgerwindpark, naturnaher Wald, im innerstädtischen Bereich nicht die Natur zerstören, gegen die Umgehungsstraße, gegen Fracking und für weitere sinnvolle Initiativen wie die neue Ampelschaltung, die auf einen einstigen Grünen-Antrag zurückgeht.

Hier treten die Grünen an: Wahlbezirk 2, Manfred Raul; Wahlbezirk 3, Dr. Karl Kaluza; Wahlbezirk 5, Kevin Maiworm; Wahlbezirk 6, Uli Naumann; Wahlbezirk 8, Dimitri Naumann; Wahlbezirk 10, Susanne Naumann; Wahlbezirk 12, Dietrich Maurer.

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