Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Bürgermeister Sasse im Stile der viktorianischen Epoche.

KÜNTROP - Als symbolischen Brückenschlag zwischen Vergangenheit und Gegenwart bezeichnete Küntrops Ortsvorsteher Ludger Stracke am Samstag während der offiziellen Einweihungsfeier der Motte das hölzerene Wahrzeichen Küntrops.

Hunderte ließen sich die Gelegenheit nicht entgegen, die Inbetriebnahme des 22 Meter hohen Nachbaus einer historischen Turmhügelburg live mitzuerleben. Zeitgleich fand das beliebte Kartoffelfest in und vor der Schützenhalle statt – eine gelungene Kombination zweier Veranstaltungen, die sich als Publikumsmagnet entpuppte.

Im 16. Jahrhundert fand die Kartoffel den Weg von Südamerika nach Europa. Zu diesem Zeitpunkt war die Motte Gevern, die nur einen Steinwurf vom Standort der heutigen Küntroper Schützenhalle entfernt stand, bereits seit etwa 200 Jahren dem Boden gleichgemacht worden. Während die meisten Turmhügelburgen im 11. und 12. Jahrhundert entstanden und nach und nach wieder verloren gingen, ist die Kartoffel bis zur Gegenwart nie von der Bildfläche verschwunden. Umso passender erschien nun der Wiederaufbau und die Inbetriebnahme eines mittelalterlichen Wehr- und Wohnturmes in Kombination mit dem Kartoffelfest. Das sonnige Herbstwetter spielte mit Blick auf den Erfolg des Doppel-Events mit Sicherheit eine wichtige Rolle. Nichtsdestotrotz haben die Veranstalter sämtliche Register gezogen, um ihrem Publikum etwas Besonderes zu bieten.

Allein der Duft, den die vielen Köstlichkeiten verbreiteten, die aus dem ebenso nützlichen wie nahrhaften Erdapfel zubereitet wurden, war den Besuch wert. Verständlich, dass sich die angelockten Besucher geduldig in die Warteschlangen einreihten, um eine Portion Ratta-Locken, Bratkartoffeln oder Reibekuchen zu ergattern – im Schatten der Motte. Eine wunderbare Szenerie, die am Samstag das Bild rund um den Schützenplatz bot.

Das Kartoffelfest ist ein Familienfest. Und deshalb reihten sich die Attraktionen, die den Kindern die Stunden versüßen sollten, wie Perlen auf einer Kette aneinander. Fische angeln, Zielwerfen mit der Kartoffeln, Kinderschmiken, Indoor-Karussell fahren oder die Teilnahme am Kartoffellauf – die Liste der Angebote war noch bedeutend länger. Wer es etwas beschaulicher haben und den vielen Reizen kurz den Rücken kehren wollte, der war am Lagerfeuer bestens aufgehoben. Stockbrot wie im Mittelalter, mit der Burg im Blick – in einem schöneren Ambiente kann man althergebrachte Rezepte wohl kaum zubereiten.

Mehr Bilder von der Motte-Einweihung

Küntroper Motte eingeweiht

Gegen 14 Uhr strömten die Menschen dann Richtung Burg, wo der Bürgermeister stolz verkündete, dass die Motte nun offiziell den Betrieb aufnimmt. Sasse ließ den Werdegang des außergewöhnlichen Projekts kurz Revue passieren, ehe Landrat Thomas Gemke das Wort ergriff – schließlich sei es sein Regierungsbezirk und somit auch seine Befestigungsanlage, wie Sasse betonte. Mit dem heutigen Tage werde Friede zwischen den Kurkölnern und den Märkern geschlossen, sagte Gemke und bezog sich dabei auf die Auseinandersetzungen zwischen dem Fürstentum und der Grafschaft.

Im Anschluss schlüpfte Klaus Peter Sasse dann in eine Kluft aus der viktorianischen Epoche, um die erste historisch angehauchte Vermählung in der Motte vorzunehmen. Carmen Stöcker und Thorsten Neumann aus dem Olper Raum gaben sich im Stiele längst vergangener Tage das Ja-Wort. Eine würdige Zugabe für einen herrlichen Tag. - Markus Jentzsch

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