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Besondere Idee: Einkaufen und nichts dafür bezahlen

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Von: Carla Witt

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Karsten Sprawe und Bernhard Peters vor den Regalen, die noch gefüllt werden sollen.
Karsten Sprawe und Bernhard Peters vor den Regalen, die noch gefüllt werden sollen. © Witt, Carla

„Geld hat hier Hausverbot“, sagt Karsten Sprawe. Ohne Portemonnaie oder Kreditkarte können die Neuenrader – und nicht nur sie – jetzt an der Ersten Straße den gerade benötigten Gebrauchsgegenstand aussuchen und mit nach Hause nehmen: Im ehemaligen Eine-Welt-Laden öffnet der Bring-Nimm-Laden.

Neuenrade - Karsten Sprawe hatte die Idee und bat FWG-Chef Bernhard Peters um Unterstützung. „Wir finden das sehr gut und helfen gerne“, unterstreicht Peters. Er sprach daraufhin Ruth Orthaus-Echterhage, die Schatzmeisterin der FWG, an. Ihr gehört das Ladenlokal Erste Straße 12, das – wenn es nach dem Willen der politischen Mehrheit in Neuenrade geht – abgerissen werden soll. Im Bereich der Häuser 10 und 12 sollen mithilfe von Fördergeldern ein kleiner Park und Parkplätze entstehen. Noch ist aber unklar, wann es zum Abriss kommen könnte.

Bereits Mitte Oktober 2020 war der eine Eine-Welt-Laden geschlossen worden. Die Umsätze waren – auch aufgrund der Corona-Pandemie – stark zurückgegangen. Seitdem stehen der Verkaufs- und der Nebenraum leer. „Frau Echterhage hat einer Nutzung für unser Projekt sofort zugestimmt“, bedankt sich Karsten Sprawe, der für seine Idee ein kleines, ehrenamtliches Team begeistern konnte. Der Bring-Nimm-Laden könne bis zum Abriss des Gebäudes so lange wie gewünscht bleiben. Kosten entstehen den Ehrenamtlern nicht.

Wie lange es das Angebot geben wird, weiß Karsten Sprawe allerdings noch nicht. „Das hängt natürlich auch davon ab, wie es angenommen wird.“ In der kommenden Woche geht es los: jeweils montags zwischen 15 und 18 Uhr kann jeder gut erhaltene Gebrauchsgegenstände, die er nicht mehr benötigt, in den Laden bringen. „Wir nehmen alles an, was man alleine tragen kann – außer Kleidung“, erklärt Sprawe, dass die große Couchgarnitur in dem kleinen Ladenlokal fehl am Platz wäre. „Und Kleidung kann bei der DRK-Kleiderkammer abgegeben werden“, unterstreicht er. Ansonsten gebe es aber keine Einschränkungen: Von Haushaltsutensilien über Spiele bis hin zu elektronischen Geräten könne es für alles dankbare Abnehmer geben. „Auch für das gute, alte Röhrenradio“, sagt Sprawe augenzwinkernd.

Er ist überzeugt: Junge Leute, die ihren ersten eigenen Hausstand gründen, werden sich über das neue Angebot freuen. „Gerade Töpfe, Pfannen und diese ganze Dinge kosten schon eine Menge Geld“, stellt auch Bernhard Peters fest. Doch nicht nur junge Menschen sind im Bring-Nimm-Laden willkommen, auch alle anderen können gerne vorbeischauen. „Bei vielen Familien wird das Geld ja mittlerweile auch knapp“, stellt Sprawe fest. Doch selbst, wenn das nicht der Fall sein sollte: „Warum sollte man Dinge immer neu kaufen, wenn sie bei anderen im Keller herumliegen? Das Ganze ist auch eine Geschichte, die mit Nachhaltigkeit zu tun hat.“

Willkommen seien natürlich auch diejenigen, die nicht auf der Suche sind, sondern „einfach nur mal in aller Ruhe stöbern möchten“. „Manchmal findet man dann doch noch etwas, was man gut gebrauchen kann“, stellt der Initiator des Bring-Nimm-Ladens fest.

Wer gut erhaltene Dinge abgeben möchte, kann das montags zwischen 15 und 18 Uhr erledigen. Stöbern und Dinge mitnehmen können Interessierte jeweils freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags in der Zeit von 12 bis 14 Uhr.

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