Bratapfelessen: Aber bitte mit Sahne

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Die Messdiener der Gemeinde waren für die Bewirtung der Cafébesucher zuständig.

Neuenrade - „Einmal Kuchen, drei Bratäpfel und dreimal Kaffee“ – die elfjährige Sophia ist sichtlich zufrieden, dass sie ihre Bestellung im Philipp-Neri-Haus an die Küchencrew weitergeleitet hat.

Über mangelnde Arbeit kann sich weder das Küchenteam noch die achtköpfige Gruppe der Messdiener, die am Sonntag den Service im Bratapfelcafé der Kirchengemeinde St. Mariä Heimsuchung übernommen haben, beklagen. Dafür sorgen die Besucher, bei denen das Caféangebot hoch im Kurs steht.

Es ist das mittlerweile neunte Bratapfelcafé der der Mariengemeinde findet. Dass organisatorisch einmal mehr alles reibungslos lief, dafür war auch in diesem Jahr wieder Bettina Scheumann zuständig. Warum das Bratapfelcafé 2010 entstanden ist, weiß sie heute übrigens selbst nicht mehr so genau.

Das sei aber auch gar nicht so wichtig, meint die Organisatorin mit Blick auf ihre eifrigen Mithelfer und auf diejenigen, die vor Jahren geholfen haben und immer wieder den Weg ins Philipp-Neri-Haus finden, wenn das Bratapfelcafé im Terminkalender steht. „Es kommt eben darauf an, dass die Menschen gerne zum Bratapfelcafé kommen, dass es ihnen gefällt“, sagt Scheumann, die von der Küchencrew gerne auch „Mutter der Messdiener“ genannt wird. Denn dass Scheumann so ganz nebenbei auch die Gruppe der Messdiener anspricht und fragt, wer den Service übernehmen will, versteht sich von selbst.

Absagen gibt es übrigens meist keine. Messdiener nehmen Bestellungen auf So auch 2018 nicht. Zwischen zehn und 13 Jahren sind die Mädchen und Jungen, die die Cafébesucher bewirten. Mit Bestellzettel, Kugelschreiber und Wischtuch eilen die Kids von Tisch zu Tisch. Julian und Sofia Metz, Ann-Lene und Angeline Pingel, Liam und Kilian Preuß, Cäcilia de Leo und Sophie Anderwald sind mit Eifer bei der Sache. Sophia hilft erstmals im Bratapfelcafé. „Richtig lustig“ findet sie das Drumherum und für sie ist alles interessant, „weil ich hier Menschen bedienen kann, die lachen. Und lachen ist ja nun einmal gesund!“

Auch Liam Preuß war am Sonntag zum ersten Mal beim Bratapfelcafé dabei. Der Elfjährige meint, dass „alles relativ gut ist“. Dann lobt er Pater Kamil, nachdem Liam dem Geistlichen die Bratäpfel serviert hat, „weil der auch ,Danke’ gesagt hat“. Der Apfelkuchen vom Blech findet ebenfalls Abnehmer. Drei Torten haben Gemeindemitglieder gespendet, aber der kulinarische Renner bleiben die Bratäpfel. 70 Stück hat Bettina Scheumann im Vorfeld gekauft.

Am Cafétag werden die Äpfel in der Mikrowelle zubereitet – „aber nur vier Minuten, weil sie sonst nicht mehr schmecken“, berichtet ein Mitglied des Küchenteams. Mehr Einzelheiten verrät sie nicht, fügt aber schmunzelnd hinzu, dass die „Äpfel auch gut schmecken, obwohl die nicht geklaut sind“. „Nur geklaute Äpfel schmecken so gut“ Ein Satz, der an einem der Tische, an dem Seniorin Ulla sitzt, mit schelmischem Lächeln bezweifelt wird. „Nur geklaute Äpfel schmecken so gut“, ist sie sich sicher. Dann schwärmt sie vom Vanilleeis, von der Vanillesoße und der Sahne, die das kalorienreiche Angebot komplett machen. Aber von Kalorien spricht heute keiner.

 Der kleine Liam kann noch erzählen, dass „wir hier auch Kunden haben, die keine Sahne auf dem Apfelkuchen haben wollen.“ Wahrscheinlich liege das daran, dass die den Hit von Udo Jürgens („Aber bitte mit Sahne...“) nicht richtig verstanden haben...

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