Rund 60 Einsatzkräfte

Brand in Neuenrade: Polizei sucht nach der Ursache

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[Update] Neuenrade -In der Nacht zu Mittwoch hat es in einem Geschäftshaus in Neuenrade gebrannt. Mit rund 60 Einsatzkräften und 13 Fahrzeugen befand sich die Feuerwehr im Einsatz, der nach rund viereinhalb Stunden werden konnte.

Gegen 1.30 Uhr bemerkten Nachbarn das Feuer in dem Haus am Rüterbruch, in dem ein Pflegedienst seine Räume hat. Wie Nils Kohlhage von der Feuerwehr Neuenrade erklärte, muss der Brand zu diesem Zeitpunkt schon seit einiger Zeit in dem Gebäude gewütet haben: Erst als ein Fenster zu Bruch ging und dadurch die Alarmanlage auslöste, wurden Anwohner auf das Geschehen aufmerksam.

Die Feuerwehrleute des Löschzugs Stadtmitte, die zunächst wegen einer Rauchentwicklung alarmiert worden waren, stellten schnell fest, dass es sich um ein größeres Feuer handelte. Deshalb heulten gegen 1.45 Uhr erneut die Sirenen, als Kräfte aus Küntrop und Affeln nachalarmiert wurden.

Zwischenzeitlich platzte eine weitere Fensterscheibe, was dafür sorgte, dass das Feuer im Haus durchzündete. Die Flammen schlugen in der Folge durch die Fenster. Ein erster Löschtrupp, der die Flammen bekämpfen und nach eingeschlossenen Personen suchen sollte, konnte wegen der enormen Hitze zunächst nicht ins erste Obergeschoss vordringen.

Der Rauch hatte sich inzwischen durch Türschlitze und andere Spalten im ganzen Haus ausgebreitet. „Im ersten Obergeschoss konnte man die eigene Hand nicht mehr vor Augen sehen“, berichtet Nils Kohlhage. „Wären wir ein paar Minuten später gekommen, dann hätten wahrscheinlich noch mehr Räume gebrannt.“ 

Während ein Teil der rund 60 Einsatzkräfte von außen die Flammen am Gebäude bekämpfte, betraten mehrere Trupps gleichzeitig das mittlerweile etwas abgekühlte Gebäude von mehreren Seiten. Probleme machte den Feuerwehrleuten die Beschaffenheit des Altbaus: Weil Wände und Decken hauptsächlich aus Lehm und Holz bestehen, breitete sich das Feuer zum Teil auch darin aus. Sie mussten mit der Axt eingerissen werden.

Zusätzliche Schwierigkeiten bereiteten die zahlreichen Aktenschränke, die – mit großen Mengen von Papier befüllt – in dem Haus aufgestellt waren. „Da schüttet man nicht mal eben einen Eimer Wasser drüber“, sagt Nils Kohlhage. Draußen vor dem Gebäude mussten die Feuerwehrleute alles ablöschen. Personen befanden sich nicht in dem Haus.

Nachdem sie ihre Gerätschaften aus dem im Inneren schwer beschädigten Haus entfernt hatten, mussten die Einsatzkräfte anschließend unter anderem noch die Tanks der Löschfahrzeuge auffüllen und die Atemschutzausrüstung für den nächsten Einsatz vorbereiten. Für die ehrenamtlichen Helfer war der Einsatz gegen 6.30 Uhr beendet.

Obwohl sie nach dem Löscheinsatz für einen halben Tag von ihrer hauptberuflichen Tätigkeit freigestellt werden können, sagt Kohlhage, seien so wie er viele nach dem anstrengenden Einsatz noch zur Arbeit gegangen. Neben der Feuerwehr waren auch die Polizei und der Rettungsdienst im Einsatz.

Was zu dem Feuer führte und wie hoch der Sachschaden ist, ist nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Marcel Dilling noch unklar. Das Haus wurde zunächst beschlagnahmt, bevor speziell geschulte Ermittler gestern den Brandort in Augenschein nahmen. Hinweise auf ein Fremdverschulden lägen zurzeit aber nicht vor.

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