Berufsorientierungs-Messe: Diese Neuerung soll es geben

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Etwa 800 Schüler können sich im Oktober im Festsaal Riesei wieder informieren.

Neuenrade - „Unternehmen treffen Schulen“ hieß die Veranstaltung, die am Montag im Vorfeld der Berufsorientierungsmesse (Bom) der Städte Werdohl und Neuenrade in der Stadtbücherei stattfand. Das Interesse der Unternehmen war groß. 

Sandra Horny musste noch Stühle organisieren, damit alle Teilnehmer auch Platz hatten. Horny, Stadtmarketing Neuenrade, Bücherei- und Zelius-Leiterin, hatte im Vorfeld der Berufsorientierungsmesse (Bom), die am 2. Oktober stattfindet, zu der Veranstaltung „Unternehmen treffen Schulen“ eingeladen und nicht mit einer solch großen Resonanz gerechnet. 

Insbesondere Unternehmen aus Neuenrade und Werdohl, aber auch aus Plettenberg oder gar aus Lüdenscheid waren verstärkt gekommen, um Präsenz zu zeigen und sich über die Bom zu informieren: Von Goldbäckerei Grote über Alcar und Elektro Filter bis hin zu Georg Fischer. Auch Anregungen hatten die Unternehmensvertreter mitgebracht. Es war zu hören, dass Firmen dank der Bom Azubis oder zumindest Praktikanten bekommen hatten. 

Auch die Schulen sind gut vertreten

Gut vertreten waren auch die Schulen: Unter anderem die Hönnequell-Schule (HQS) und die Waldorfschule, die Albert-Einstein-Gesamtschule Werdohl, Berufsfachschulen, aber auch die Sekundarschule Altena/Nachrodt-Wiblingwerde hatten ihre Vertreter geschickt. Klare Sache, dass auch gleich drei Vertreter der Arbeitsagentur dabei waren. Werdohl hatte mit Andreas Haubrichs und Michael Tauscher zwei Leute geschickt. 

Schul- und Unternehmensvertreter aber auch Berater der Arbeitsagentur sprachen in der Neuenrader Bücherei über die Bom.

Eine Powerpoint-Präsentation hatten die Organisatoren erstellt, blickten mit Hilfe dieser zurück auf die Entwicklung der Messe, die in den vergangenen Jahren verstärkt Zulauf bekommen hatte. Insbesondere für die Performance im vergangenen Jahr gab es Lob von den Unternehmen– vor allem für die teilnehmende Schülergeneration des Jahres 2018, die ausgesprochen gut vorbereitet gewesen sei. „Das war so nicht immer der Fall“, sagte Klaus Filter von der Firma Elektro Filter am Rande der Veranstaltung. Filter regte an zu versuchen, die Gruppendynamik bei den Schülern zu durchbrechen. Einzelne Schüler, die Interesse zeigten, würden von weniger interessierten weitergelotst. Da sei sicher manches Gespräch verpasst worden. Andere Unternehmensvertreter hatten wiederum in der Hinsicht andere Erfahrungen gemacht. 

Schwarzes Brett für Ausbildungsstellen

Ein weiteres Thema war das Schwarze Brett, das bei der vergangenen Messe eingeführt worden war. Dort konnten Unternehmen ihre aktuell freien Ausbildungsstellen publizieren. So wird es bei der kommenden Bom auch wieder sein. Die Stellen werden in einheitlichem Design ausgehängt, um für Groß- und Kleinunternehmen Chancengleichheit zu wahren. 

So lief die Bom 2018

9. BOM im Festsaal Riesei

Auch die Elternproblematik war wieder ein Thema. Die einen Unternehmer wünschten sich, dass die Eltern sich bei der Ausbildungsplatzsuche mehr einbringen sollten, andere berichteten dagegen von lustigen Szenen, bei der Mütter unbedingt ihr Kind für eine bestimmte Branche begeistern wollten. Im Rahmen der Diskussion kamen auch einmal mehr die Öffnungszeiten für die Bom auf den Tisch. Diese sollten elternfreundlicher sein. Einen Stein ins Rollen brachte in diesem Zusammenhang die Vertreterin der Lüdenscheider Firma Gerhardi, die von einer ähnlichen Ausbildungsmesse in Ibbenbüren berichtet, bei der es eben eine Eltern-Zeit am Abend vorher gebe und am Tag drauf eine Zeit für Schüler. Das sei sehr gut angekommen und habe funktioniert. 

Organisationsteam möchte auf Zug aufspringen

Auf diesen Zug will nun – durchaus auch auf Anraten der Arbeitsberater der Arbeitsagentur – das Organisationsteam der Bom aufspringen. Wenn die Schulleitung des Schulzentrums Riesei nichts dagegen hat, wird das bereits bei der kommenden Auflage umgesetzt. 

Gesucht werden zudem noch Azubis, die beim sogenannten Check-up helfen sollen. Der findet während der Bom statt. Azubis beantworten dabei die Fragen von Schülern zu Ausbildungsstellen und mehr. Dabei sind moderierte Gespräche auf Augenhöhe möglich. „Das waren immer super Gespräche“, sagte Sandra Horny. „Zehn bis 15 Azubis können wir dafür noch gebrauchen.“ Die Kontaktaufnahme mit den Jugendlichen wurde zudem diskutiert. Unternehmer Björn Rapp empfahl dabei während der Bom die jungen Mitarbeiter nach vorne zu schicken. Andere meinten, dass auch das Ansprechen zögerlicher oder schüchterner Jugendlichen hilfreich sei. Eine Art Kommunikationsworkshop möchte man bei der HQS anbieten. Weitere Tipps waren zum Beispiel beim Stichwort Vorbereitung der Schüler das vorherige Durchsehen der Bewerbungsmappen. „Viele Schüler sind einfach noch nicht so weit“, sagte die Expertin der Arbeitsagentur. 

Mehr Einzelhändler und Handwerker sollen mitmachen

Verstärkte Teilnahme an der Messe erhoffte sich Andreas Haubrichs noch von Handwerkern und Einzelhändlern. „Diesen Bereich möchten wir stärken und erweitern.“ Er verwies auf die Möglichkeit, sich den Stand teilen zu können. Auch stehe der Schulhof als Ausstellungsfläche zur Verfügung. Der biete gute Möglichkeiten für Firmen. Den Vorschlag eines Berufs- und Studienberaters, für die Vorbereitung der Schüler einen Ausbildungsbotschafter der Industrie- und Handelskammer (IHK) an die Schulen zu holen, notierte der Mitorganisator und Werdohler Stadtmarketingmitarbeiter Haubrichs eifrig.

Weitere Informationen zur Bom im Internet unter: https://wordpress.bom-mk.de.

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