Einige Änderungen bleiben auch nach Corona

Blutspende in Neuenrade: Lotsen sorgen für mehr Sicherheit

Trotz der Corona-Pandemie kamen auch in dieser Woche wieder viele Spender zu den Termin des DRK Neuenrade in die Küntroper Schützenhalle und ließen sich Blut abnehmen.
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Trotz der Corona-Pandemie kamen auch in dieser Woche wieder viele Spender zu den Termin des DRK Neuenrade in die Küntroper Schützenhalle und ließen sich Blut abnehmen.

Gabi Taßler-Schulte ist an diesem Dienstag die Lotsin in der Küntroper Schützenhalle: Sie empfängt die Spendenwilligen während des Blutspendetermins des Deutschen Roten Kreuzes und gleicht deren Namen mit den Voranmeldungen ab.

Denjenigen, die in Neuenrade-Küntrop noch nicht gespendet haben, erklärt sie ebenso wie den Erstspendern den Ablauf.

„Wir haben viele Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Spendenwilligen und natürlich auch der Helfer zu gewährleisten“, sagt Tabea Leibig, die Blutspendebeauftragte des DRK Neuenrade. Dazu gehört die Einrichtung der Lotsen-Funktion. Besonders wichtig ist aber eine grundsätzliche Änderung: Wer spenden möchte, muss vorher einen Termin vereinbaren, am besten online. Termine werden im Viertelstunden-Takt vergeben. „So können wir großen Andrang verhindern“, stellt Tabea Leibig fest.

Meist keine langen Wartezeiten mehr

Inzwischen habe sich der überwiegende Teil der Spender darauf eingestellt. „Viele finden das sehr gut, weil sie keine langen Wartezeiten mehr in Kauf nehmen müssen“, hat die Blutspendebeauftragte in Gesprächen festgestellt. Doch es gibt Ausnahmen: Diejenigen, die sich terminlich nicht festlegen können oder wollen, und früher spontan zum Aderlass gekommen sind. Einen dieser Spontanspender konnte Tabea Leibig am Dienstag davon überzeugen, zu einem späteren Zeitpunkt wiederzukommen: „Ich schreibe Ihnen, wenn es eine Lücke gibt.“

Erstspenderin Nele Middendorf (links) bekam den Ablauf der Blutspende in Pandemie-Zeiten von Lotsin Gabi Taßler-Schulte erklärt.

Diese entstehen hin und wieder, auch wenn eigentlich alle Termine vergeben waren. Denn das System hat – zumindest noch – eine Schwäche: Gebuchte Termine können online nicht wieder freigegeben werden, falls der Spender verhindert ist. Dennoch hofft die Neuenraderin, auf lange Sicht alle Spender von dem Terminsystem überzeugen zu können – oder im Einzelfall jeweils eine flexible Regelung zu finden, denn: „Der Blutspendedienst West wird dieses System beibehalten, auch nach dem Ende der Pandemie.“

Rückkehr zum zentraleren Standort

Dagegen soll es zum Spenden so bald wie möglich wieder zurück ins Neri-Haus gehen. „Dieser Standort ist einfach zentraler. Obwohl wir natürlich froh sind, hier eine ideale Ausweichmöglichkeit gefunden zu haben“, sagt Leibig. Die Halle der Küntroper Schützenbruderschaft biete nicht nur ausreichend Platz, um den Sicherheitsabstand einhalten zu können, auch Heizung und Belüftung könnten so eingestellt werden, dass das Infektionsrisiko im geschlossen Raum sinke. Dass durch die Größe der Halle eine Einbahnstraßenregelung für den Ein- und Ausgang möglich ist, versteht sich von selbst. Ebenso, dass alle Helfer Mund-Nasen-Bedeckungen tragen – und auch die Spender sich auf diese Weise schützen müssen. „Und auch hier sind nur noch OP- oder FFP-2-Masken zulässig“, unterstreicht die Blutspendebeauftragte. Einen Corona-Schnelltest müssen die Spendenwilligen dagegen nicht über sich ergehen lassen: „Das würde einfach den Rahmen sprengen.“

Bilanz: 257 Spender

An den beiden Terminen kamen insgesamt 257 Spender in die Schützenhalle, darunter sieben Erstspender. Für die zehnte Spende wurde Christina Gertchen geehrt. Zum 25. Mal kamen Torsten Langer und Katharina Sasse. Für 50 Spenden wird Mathias Pech zu einem separaten Termin eingeladen, ebenso wie Markus Deitmerg, der bereits zum 75. Mal spendete.

Verzichten müssen die Spender coronabedingt auf die Verpflegung. Auch Lunchpakete, die bei Spendenterminen in Altenaffeln verteilt werden, gibt es in Küntrop nicht: „In Altenaffeln ist die Zahl der Spender relativ konstant. Hier schwankt die Zahl zu stark“, macht Tabea Leibig deutlich, dass im Zweifel viele Lunchpakete übrig bleiben würden – oder eben nicht jeder eines bekommen könne. Lediglich für diejenigen, die schon lange Zeit vor der Blutentnahme nichts mehr gegessen haben, gibt es verpackte Snacks. „Und falls sich jemand nach der Spende nicht gut fühlt bekommt er natürlich auch etwas.“ Getränke stehen für alle Spender bereit; getrunken werden darf aufgrund der Maskenpflicht aber nur vor der Tür.

Gutschein als Entschädigung

Sozusagen als Entschädigung erhält jeder Spender neben dem Präsent des Blutspendedienstes einen Fünf-Neuro-Gutschein, der beispielsweise beim Bäcker eingelöst werden könne. „Manche sammeln die Gutscheine aber auch, um nach der Pandemie gemütlich mit anderen essen zu gehen“, weiß die Neuenraderin aus Gesprächen. Denn es sei viel mehr als nur die Verpflegung, die viele nach der Blutspende vermissen: „Es sind die Gespräche und das Miteinander, das man auch bei den Blutspendeterminen erlebt hat. Das fehlt den Menschen ganz besonders.“

Die nächste Gelegenheit zur Blutspende besteht bereits am Montag, 8. Februar, zwischen 16 und 20 Uhr im Bürgerhaus in Altenaffeln, Schulstraße 6. Eine vorherige Terminreservierung unter www.drk-blutspende.de/blutspendetermine ist allerdings erforderlich.

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