Björn Sip zieht nach halbem Jahr Vorsitz erste Bilanz

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Björn Sip musste kurzfristig den Vorsitz übernehmen und hat danach reichlich Erfahrungen gemacht. ▪

NEUENRADE ▪ Am Dienstag nach dem Schützenfest klingelt es bei Björn Sip an der Tür. Als er öffnet, überreicht ihm eine Frau eine Flasche Whisky und eine Karte, auf der steht: „Für weitere geistige Inspirationen.“

Das Geschenk ist eine Anspielung darauf, dass Sip dem Zeltwirt beim Schützenfest eine Flasche „Neuenrader Schützenwhisky“ übergab, um ihn davon zu überzeugen, im Zelt endlich Whisky auszuschenken. Von diesem und anderen schönen Erlebnissen und ein paar kleinen Pannen berichtet Björn Sip jetzt nach einem halben Jahr als kommissarischer Vorsitzender der Neuenrader Schützengesellschaft.

Vor allem die Organisation des Schützenfestes sei natürlich eine Herausforderung gewesen, sagt Björn Sip: „Das war der absolute Höhepunkt in dem halben Jahr, da oben vor 2500 Leuten zu stehen.“

Klemens Brockhagen half ihm bei vielen Planungsfragen und gab seine mehr als 16-jährige Erfahrung an seinen Nachfolger weiter. Dazu gehören nicht nur Absprachen mit allen Beteiligten, sondern auch Insider-Tipps wie zum Beispiel „BMW“. „Das steht für Bier mit Wasser“, verrät Björn Sip schmunzelnd. Es sehe einfach besser aus, wenn der Vorsitzende ein Bierglas in der Hand halte, und mit diesem Trick könne er das länger durchhalten.

Doch natürlich habe es beim Fest auch ein paar kleine Pannen gegeben. „Am meisten Probleme hat mir gemacht, Befehle zu erteilen“, sagt der kommissarische Vorsitzende. „Ich war nie beim Militär und weigere mich immer, Dinge auswendig zu lernen.“ So kam es, dass Sip beim Antreten vor dem Haus des neuen Schützenkönigs im Juli versäumte, die Schützen rechtsum drehen zu lassen. Stattdessen gab er direkt den Marschbefehl – woraufhin der komplette Festzug begann, auf den Garten des Schützenkönigs zuzulaufen anstatt die Straße herunter. „Ein echter Soldat wäre den Abhang hinuntergelaufen bis zur Hecke“, sagt Sip und muss noch heute lachen.

Womit er vorher nicht gerechnet habe, seien die vielen Einladungen und Presseanfragen gewesen, die an ihn als Vorsitzenden gerichtet werden. „Die Zeitungen wollten zum Beispiel ein Statement zum Thema Rauchverbot und wie wir mit einem solchen Verbot im Festzelt umgehen würden“, berichtet Sip. Auch als über den schwule Schützenkönig im Münsterland diskutiert wurde, sei er dazu befragt worden. Dazu kommen Einladungen zu Bällen und Gremiensitzungen.

Diese vielen Verpflichtungen sind der Grund dafür, dass es für ihn nicht in Frage kommt, bei der Jahreshauptversammlung am 26. Oktober als Erster Vorsitzender zu kandidieren. „Ich schaffe das aus zeitlichen Gründen nicht“, erklärt Björn Sip, der in seinem Job viele Dienstreisen unternimmt.

Die vergangenen sechs Monate hat er trotz aller Arbeit genossen: „Es hat unheimlich viel Spaß gemacht mit dem motivierten Vorstand.“ Vor allem die Konzeptarbeit im Verein habe ihm gefallen. „Das werde ich auch weiter machen“, kündigt Sip an. ▪ Constanze Raidt

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