Bilderverkauf für den Kirchen-Anstrich

NEUENRADE ▪ Den letzten Eimer Farbe hat die katholische Kirche Neuenrade zuletzt vor 19 Jahre gesehen. Ein grauer Schleier bedeckt inzwischen die Wände im Innern. Aber das soll sich ändern. Mit einer besonderen Aktion will die Gemeinde nun Geld sammeln: Sie verkauft Bilder.

Die Idee kam quasi mit der Ankunft von Pater Matthias Rojek. Denn der hatte ein Bild im Gepäck – „aus Dankbarkeit für die Gemeinde“, erinnert er sich. Einen großformatigen Druck des Renaissance-Malers Domenico Ghirlandaio. Das Bild – das Original hängt übrigens im Louvre in Paris – hat jetzt seinen Platz auf der Marienseite im Gotteshaus gefunden. Die Künstlerin Irmhild Hartstein hat ihm zuvor noch den nötigen „Rahmen“ verpasst. „Ich wollte das Bild in der Kirche platzieren – auf einem besonderen Passepartout. Es braucht keinen Rahmen“, berichtet Pater Matthias. Und Hartstein ergänzt: „So ist es frei und nicht eingegrenzt.“ Nun wird das Werk auf einer goldfarbenen Platte präsentiert. Eine Lackschicht verlieh dem Bild zudem Glanz und Leuchtkraft.Das Werk mit dem Namen „Heimsuchung Mariä“ – passend für die Gemeinde St. Mariae Heimsuchung Neuenrade – entstand im Jahr 1491. Der Pastor erzählt, dass es die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth zeigt. „Diese Szene ist biblisch. Der Rest ist die Phantasie des Künstlers.“ Denn die beiden Frauen in der Bildmitte werden von Salome auf der rechten und Maria, der Mutter des Jakobus, auf der linken Seite eingerahmt. „Diese wunderbare Szene beschreibt die Begegnung von drei schwangeren Frauen. Esgeht also auch um das Thema Mutterschaft“, so Pater Matthias.„Für mich ist es das schönste Bild der Kunstgeschichte, das die Begegnung der zwei Frauen darstellt. Und ich habe locker 80, 100 Bilder studiert“, erzählt er weiter. Und in einem etwas kleineren Format, 30 mal 30 Zentimeter, könnte es bald in vielen Wohnzimmern einen Platz finden. Denn, so erklärt Josef Brockhagen, Vorsitzender des Gemeinderats, in dieser Größe sollen viele kleine Ghirlandaios verkauft werden. Mindestens 25 Euro soll jedes Exemplar bringen. Zwischen verschiedenen Holzrahmen können die Kunden wählen. Bereits am kommenden Wochenende können die Besucher nach jedem Gottesdienst bei den Mitgliedern des Gemeinderates ihre Bestellung aufgeben. Beim Patronatsfest am 3. Juli bekommen die Käufer dann ihr Bild.„Wir wünschen uns, dass demnächst in jedem Haushalt ein Bild hängt“, sagt Pater Matthias Rojek. „Immerhin haben wir auch eine gesellschaftliche Funktion in der Stadt.“ Zudem sei es „eine Art Identifikation, eine Verbindung mit Kirche und Gemeinde.“ ▪ acn

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