Versammlung im Kaisergarten

Bilanz 2018: So viel Geld bekommen Neuenrade und Werdohl von der Sparkasse

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Politische Vertreter und Bürgermeister der Kommunen kamen zur Zweckverbandsversammlung der Vereinigten Sparkasse in den Kaisergarten.

Neuenrade - Kai Hagen, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis, muss häufig auf das ökonomische Umfeld verweisen. Nullzinspolitik und Co. machen das Wirtschaften in der Bankenbranche nicht unbedingt einfach.

Hagen verwies auch auf die Performance anderer – auf das Rekordtief des Aktienkurses der Deutschen Bank und er sprach davon, dass die Commerzbank keine Großbank mehr sei. Und obwohl es nicht rund laufe in der Branche habe er gute Nachrichten, verkündete Kai Hagen im Rahmen der Zweckverbandsversammlung im Kaisergarten. Er konnte auf „das gute“ Geschäftsjahr der Vereinigten Sparkasse im MK verweisen. 

Und er schob gleich einen Dank hinterher: Das sei den hoch motivierten Vertrieblern zu verdanken, die immer eine Lösung für die Kunden und auch für gute Geschäfte der Sparkasse gesorgt hätten. Klar sei auch, dass das nicht ohne das Backoffice funktioniere. 330 Mitarbeiter (Altersdurchschnitt 45 Jahre) inklusive 20 Azubis hat die Sparkasse. Allein 17 Angestellte arbeiten davon in Neuenrade. Von der guten Performance der Sparkasse und dem Fleiß der Mitarbeiter profitieren überdurchschnittlich auch die Zweckverbandsmitglieder Altena, Balve, Nachrodt-Wiblingwerde, Plettenberg, Werdohl und eben auch Neuenrade. 

Das bekommen die Kommunen

So fließen in die Stadt der Hönnequelle knapp 360 000 Euro, die sich aus 240 000 Euro Gewerbesteuer und knapp 120 000 Euro Anteilsausschüttung zusammensetzen. Zum Vergleich: Nach Altena fließen insgesamt rund 612 000 Euro, nach Balve 441 000 Euro, Nachrodt erhält rund 119 000 Euro, Werdohl ist mit 661 000 Euro dabei, den Löwenanteil erhält Plettenberg mit 1,04 Millionen Euro. Insgesamt fließen rund 3,234 Millionen Euro an die Trägerstädte. 

Kai Hagen, Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Sparkasse.

Darüber hinaus sei die Sparkasse spendenfreudig, sei der herausragende Kulturförderer in der Region. Bürgerdividende nennt die Sparkasse das. Kai Hagen verwies auf rund 500 000 Euro, die jedes Jahr in der Region verteilt würden. Hagen freute sich auch „über Bestnoten“ nach der Prüfung durch die Bundesbank (im Auftrag der Europäischen Zentralbank und der Bankenaufsicht). Die hatte für die Qualität des Kreditportfolios, Unternehmensführung, das Geschäftsmodell und die Zukunftsaussichten der Vereinigten Sparkasse ein gutes Zeugnis ausgestellt. 

Bilanzgewinn beträgt 3,274 Millionen Euro

Der Bilanzgewinn der Vereinigten Sparkasse beträgt 3,274 Millionen Euro, die Bilanzsumme kommt auf 1,734 Milliarden Euro. Zudem stärkt die Sparkasse wiederum das Eigenkapital um 5,5 Millionen Euro – das kann sich alles sehenlassen. Kai Hagen vermittelte jedenfalls Optimismus: Das Kreditgeschäft funktioniert gut. Auch wenn Baufinanzierungen neu verhandelt würden. Nach zehn Jahren kämen die mit fünf Prozent abgeschlossenen Verträge rein, die nun zu zwei Prozent verlängert würden. Das Geschäft mit der Immobilienvermittlung laufe gut, denn auch im Verbreitungsgebiet der Sparkasse seien die Preise im Jahr 2018 gestiegen. Zufrieden ist Hagen auch mit dem außerbilanziellen Wertpapiergeschäft und Vorsorgeversicherungen. 

Natürlich wagte der Vorstandsvorsitzende auch einen Ausblick. Dazu ging er zunächst auf die gescheiterten Fusionsgespräche mit der Sparkasse Finnentrop ein. Mit einer vergleichsweise geringen Bilanzsumme von 325 Millionen Euro wäre sie der Juniorpartner in der Fusion geworden. Doch die Gespräche seien in einer Sackgasse gelandet und deshalb habe man das Ganze abbrechen müssen. 

Aktuell keine Fusionsgespräche

In Sachen Fusion sandte Hagen deshalb eine klare Botschaft: „Wir führen keine anderweitigen Fusionsgespräche und haben dies in absehbarer Zukunft auch nicht vor.“ Der Vorstandsvorsitzende betonte vor diesem Hintergrund: „Wir wollen und werden nah am Kunden, eine Sparkasse vor Ort und das Institut mit den meisten Geschäftsstellen in unserem Geschäftsgebiet bleiben.“ Rein betriebswirtschaftlich komme eigentlich nur eine Zentrale in Frage, sagte Hagen. „Aber wir wollen die Präsenz in der Fläche,“ betonte der Vorstandsvorsitzende. 

Auch sprach er von „unverändert sicheren Arbeitsplätzen“. Das sagte er auch vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung. Die Kunden würden das digitale Angebot zunehmend nutzen. Die Internetpräsenz habe die Sparkasse daher ausgebaut. So werde das Kundenservice-Center ab Juli personell verstärkt, um den Kunden den Weg zur Sparkasse per pedes künftig immer häufiger zu ersparen. 

Nicht unkommentiert ließ Kai Hagen auch einen speziellen Aspekt – die Steuerlast: „Der Steueraufwand liegt mit 4,109 Millionen Euro auf einem sehr hohen Niveau.“

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