Bikefitting: Eine Sache der Einstellung

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Bikefitting: Ein Mann und sein Fahrrad werden zur optimalen Funktionseinheit.

Neuenrade - Von der Dampfmaschine über den Verbrennungsmotor bis zur Windenergieanlage ist die Kraftübertragung ein entscheidender Faktor bei der Frage nach dem Wirkungsgrad eines Antriebes. Bei einem Menschen auf einem Fahrrad ist es nicht anders:

 Körper und Fahrmaschine müssen für ein gutes Ergebnis optimal aufeinander eingestellt sein. Was ein gelernter Sportmediziner dazu beitragen kann, erfuhr Volker Heyn jetzt im Selbstversuch in den Räumlichkeiten des Fahrradladens „Action Sport offline“ in Neuenrade.

 Ein Mann, sein Fahrrad und ein Berater: Sebastian Klaus gründete gemeinsam mit Oliver Elsenbach das Kompetenzzentrum für Bewegungsanalysen, Leistungsdiagnostik, Trainingssteuerung und Bikefitting, kurz „Kom Sport“ in Köln. Um Bikefitting, also um eine optimale Abstimmung eines Fahrradfahrers auf sein Sportgerät, geht es auch während des Gastspiels in den Räumlichkeiten an der Boner Mühle. „Wir machen das seit zehn Jahren und haben etwa 8000 Vermessungen durchgeführt“, erklärt Sebastian Klaus. „Wir wollen dem Kunden beibringen, wieder auf seinen Körper zu hören.“

Doch in dieser Stunde schaut er zunächst auf die Signale von Volker Heyns Körper. Das Ganze beginnt auf dem Fußscanner, der einen ersten Hinweis auf ein verlorenes Gleichgewicht der Körperhälften, einen verschobenen Körperschwerpunkt liefert. Dann geht es in die Details: Fußstellung, Faszien, Bänder, Innenrotation, Außenrotation, Außenmeniskus, Innenmeniskus, Sakralgelenk, Beckenschaufel. Welche Unfälle setzten dem ehemaligen Triathleten zu, und welche wirkten sich nachhaltig aus? Wer regelmäßig bei Physiotherapeuten zu Gast ist, behält halbwegs den Überblick. Sebastian Klaus sieht das Ganze entspannt: „Die Orthopädie ist ja gar nicht so kompliziert“, versichert er. Und: „Ich stelle dir die Spurbreite des Körpers wieder ein!“

Der solcherart vermessene Volker Heyn staunt und übertreibt geringfügig: „Ich habe seit ewigen Zeiten meinen Körper beobachtet, und jetzt erfahre ich in zehn Minuten so viel Neues!“ Auf die Vermessung des Körpers folgt der Blick auf die Schuhe und schließlich die Funktionskontrolle auf dem System Mensch-Fahrrad. Sattel, Pedale und die Sitzposition müssen optimal aufeinander eingestellt sein, um die Kraft optimal auf die Straße zu bringen.

Nebenbei erzählt Sebastian Klaus, einst selber Leistungssportler im Radsport, seinen beruflichen Werdegang: Ein Studium der Sportwissenschaft und eine Tätigkeit als Schrauber im Fahrradladen fanden auf derart produktive Art zueinander, dass daraus ein Forschungs- und Beratungszentrum in Köln wurde. Mittlerweile werden dort vor allem Radsportler, aber auch Triathlonprofis beraten. Die Chancen, Sebastian Klaus bald wieder in Neuenrade zu sehen, sind nicht schlecht: Für Beratungen steht er zwar auch außerhalb von Köln zur Verfügung, aber das kann genau so gut in Verden an der Aller oder in München sein

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