Bewegende Gedenkstunde zum Volkstrauertag

NEUENRADE ▪ „Was würde ich antworten, wenn meine Enkelkinder mich fragen: Was, Opa, ist eigentlich Volkstrauertag?“, fragte Bürgermeister Klaus Peter Sasse in seiner Rede zum Volkstrauertag in der voll besetzten Aula an der Niederheide, nachdem zuvor am Friedensstein still ein Kranz niedergelegt worden war.

„Ich denke, ich würde ihnen etwas vom Streit erzählen“, so der Neuenrader ernst. „Ich würde ihnen sagen, dass bei einem großen Streit – wie es ein Krieg ist – viele Menschen sterben. Soldaten und andere Menschen, auch Kinder.“ Und er würde seinen Enkeln dann sagen, „dass der Volkstrauertag ein Tag ist, an dem wir ganz traurig an die Menschen denken, die in schrecklichen Kriegen gestorben sind.“

„Frieden ist der Schlüssel zur Freiheit. Wir bezeugen unser Erinnern, indem wir die Grabstätten hegen“, sagte der Bürgermeister bezugnehmend auf die Gedenkstätten in den Vororten der Hönnestadt. Immer wieder falle ihm dabei der Leitspruch des Volksbundes ein: „Versöhnung über den Gräbern – Arbeit für den Frieden.“ In diesem Rahmen erinnerte er an das 25-jährige Bestehen der Beziehung zum niederländischen Ysselsteyn.

Auch Sabine Protzer hatte vor einem Vierteljahrhundert erstmals dort ihre Ferien verbracht – und pflegte Gräber. Sie habe selbst nicht geglaubt, dass das so lange halte. „Vielleicht muss man einfach einmal selbst in Ysselsteyn gewesen sein, um Vorurteile abzubauen“, war die Erfahrung einer Frau, die vor 25 Jahren ebenfalls mit im Dorf der Gemeinde Venray war. Klaus Peter Sasse lud die Anwesenden daher in die kürzlich eröffnete Ysselsteyn-Ausstellung ein: „Gehen Sie gleich nach der Gedenkstunde im Rathaus vorbei, und Sie werden Stolz empfinden, dass es bei uns diese jungen Leute gibt und sie werden das Rathaus mit etwas Hoffnung verlassen.“ Und genau das sei wichtig. Denn ohne Hoffnung gebe es nur Angst. „Aber wir hier: Wir schauen trotz aller Sorgen mit Hoffnung und Zuversicht in unsere Zukunft, in die Zukunft unserer Kinder“, sagte er sichtlich bewegt. Bewegend war auch die musikalische Umrahmung des Programms mit der Pianistin Carmen Verley und dem Shalomchor. Zum Abschluss erinnerte Sasse daran, was auf dem Friedenskreuz auf dem Berentroper Berg stehe: „Die Welt wird sein, wie wir sind. Wir tragen die Verantwortung!“

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