Bewaffnet mit Drogen gehandelt: Neuenrader steht vor Landgericht

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Neuenrade/Hagen - Weil er bewaffnet mit Drogen gehandelt haben soll, steht ein Neuenrader seit dieser Woche in Hagen vor dem Landgericht.

Umfangreich bewaffnet soll ein 30-jähriger Fröndenberger am 31. Januar 2017 an der Peterstraße in Iserlohn unterwegs gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft Hagen wirft ihm mehrere Verstöße gegen das Waffengesetz vor: Die Anklage listet eine scharfe halbautomatische Selbstladepistole des Modells Walther PPK, scharfe Patronenmunition und eine Gaspistole auf. Mit einem Einhandmesser leichter bewaffnet, dafür aber im Besitz von 318 Gramm Amphetamin war – laut Anklage – zur gleichen Zeit am gleichen Ort ein 29-jähriger Neuenrader, dem die Staatsanwaltschaft bewaffneten Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorwirft. 

Für dieses Delikt sieht das Betäubungsmittelgesetz eine Mindeststrafe von fünf Jahren vor. Das Rauschgift soll der 29-Jährige am Tag des Zugriffs der Polizei in einem abgestellten Auto deponiert haben. Auf dem Rücksitz dieses Fahrzeugs soll sein Mitangeklagter seinen Rucksack mit den diversen Schusswaffen abgelegt haben. 

Was der massive Waffenbesitz des einen und der möglicherweise beabsichtigte Drogenverkauf des anderen Angeklagten miteinander zu tun haben, muss die 9. Strafkammer des Landgerichts seit dieser Woche herausfinden. 

Polizei muss Angeklagten suchen 

Der Start in die Hauptverhandlung gestaltete sich allerdings schwierig: Da der Neuenrader Angeklagte sich in Untersuchungshaft befindet, war er zum Prozessauftakt vor Ort. Nicht so der Fröndenberger: „Er soll zum nächsten Hauptverhandlungstermin polizeilich vorgeführt werden“, entschied die Kammer kurzfristig und setzte damit ganz auf die Ordnungshüter. „Nachts sind die meisten Leute zuhause“, schlug der Anwalt seines Mitangeklagten eine Verlegung des Prozessauftaktes vor. 

Doch die Polizei hatte tatsächlich Erfolg, spürte den 30-Jährigen auf und brachte ihn noch im Laufe des Nachmittags ins Landgericht, wo die Anklage verlesen werden sollte. Der Vorsitzende Richter hatte zuvor schon angedeutet, dass der Fröndenberger ein Drogenproblem hat und eigentlich in Therapie gehen wollte. Er habe eine Entgiftung hinter sich gebracht und sei derzeit „clean“, erklärte sein Anwalt.

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