Bewährungsstrafe für Neuenraderin (31)

Unverbesserlich: Frau aus MK fährt ohne Führerschein immer weiter - und zu schnell

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Obwohl sie wiederholt geblitzt und angehalten worden war, fuhr die 31-jährige Neuenraderin immer wieder aufs Neue los.

Redlich verdient hatte sich eine Neuenraderin ein Fahrverbot, wegen zahlreicher Geschwindigkeitsüberschreitungen verhängt wurde. Doch danach fuhr sie immer weiter - und zu schnell.

  • Eine notorische Raserin aus Neuenrade stand vor Gericht.
  • Sie hatte mehrfach Fahrverbote ignoriert.
  • Sie bekam eine Bewährungsstrafe.

Neuenrade - Mehrfach war die 31-Jährige im August 2018 zu schnell gewesen. Mit bis zu 136 statt 100 Kilometern pro Stunde. Dazu kamen stattliche 58 statt 30 oder 92 statt 60 „Sachen“. Wenig beeindruckt von dem Fahrverbot saß sie nur zehn Tage nach dem Beginn des Fahrverbots in Neuenrade schon wieder am Steuer ihres BMW.

Diesmal ging die Sache zum Amtsgericht Altena, das die führerscheinlose Zeit verlängerte und eine Geldstrafe von 3000 Euro verhängte. Auch diese – wie immer zuverlässig bezahlte Geldstrafe - hatte keine bremsende Wirkung. Am 21. Juni 2019 saß die Angeklagte erneut am Steuer eines Autos, was erstmals eine Freiheitsstrafe nach sich zog: Das Amtsgericht verurteilte die Neuenraderin zu einer Haftstrafe von drei Monaten auf Bewährung.

Raserin aus Neuenrade vor Gericht

Gegen diese Entscheidung ging die 31-Jährige in Berufung, über die nun die 8. kleine Strafkammer des Landgerichts zu entscheiden hatte. Durch die Beschränkung ihrer Berufung auf die verhängte Strafe gab die Angeklagte die Tat, die sie im Amtsgericht noch geleugnet hatte, erstmals zu. Ziel der Berufung sei die Verhängung einer Geldstrafe bis zu 4500 Euro statt der Haftstrafe, erklärte ihr Rechtsbeistand Ingo Sartor aus Dortmund. 

Der Vorsitzende Richter Marcus Teich zeigte sich skeptisch: Ein Blick in die Straf- und Verkehrsregister mache deutlich, dass die Angeklagte „nachhaltig und hartnäckig“ immer wieder gegen Verkehrsregeln und Gesetze verstoßen habe. Ihr Verhalten zeige, „dass mit Geldstrafen überhaupt nichts zu machen ist“. 

Frau ohne Führerschein im BMW zu schnell

Das deutete auch ein weiterer Vorfall an: Am 6. August 2019 soll die Angeklagte immer noch ohne Fahrerlaubnis und mit zu hoher Geschwindigkeit am Steuer ihres BMW geblitzt worden sein. Mit dem Foto konfrontiert, schwieg die 31-Jährige zu dem Vorfall. 

„Dazu kann sie jetzt nichts sagen“, erklärte der Verkehrsrechtler an ihrer Seite. Er bemühte sich, den Fokus der Überlegungen aus der Vergangenheit in die Zukunft zu verlagern: Die Angeklagte brauche „eine Strategie und Perspektive, die ihr wieder eine Teilnahme am Straßenverkehr erlaubt“. 

Deshalb habe sie sich für eine verkehrspädagogische und - psychologische Maßnahme mit mehreren Modulen angemeldet. „Neben mir sitzt eine Angeklagte, die geläutert ist.“ Es trug zum Fortbestand eines gewissen Misstrauens bei allen anderen Prozessbeteiligten bei, dass die 31-Jährige ihre Nachschulung erst kurz vor der Gerichtsverhandlung erstmals besucht hatte. Darauf wies auch Oberstaatsanwältin Bianca Schölch hin. Sie zweifelte an der Nachhaltigkeit der Bemühungen der Angeklagten und beantragte, die Berufung zu verwerfen: „Drei Monate sind absolut angemessen.“

Oberstaatsanwältin traut Neuenraderin nicht

Richter Marcus Teich schloss sich in seiner Urteilsbegründung dieser Sicht an. Auch er stellte die angebliche Läuterung der Angeklagten in Frage: „Angesichts der Vielzahl an Straftaten und Ordnungswidrigkeiten ist das eine gewagte Behauptung.“ Nach Geldstrafen habe die Angeklagte „immer wieder so weitergemacht, als ob nichts passiert wäre“. 

Und so blieb es bei der Verurteilung zu einer zur Bewährung ausgesetzten Haftstrafe, die allerdings auf zwei Monate gemindert wurde. Das letzte Wort ist damit allerdings noch nicht gesprochen: Eine Mindeststrafe von drei Monaten droht einem Zeugen, den die Angeklagte zu einer Falschaussage angestiftet haben soll: Angeblich hatte dieser Zeuge in der Verhandlung im Amtsgericht Altena wahrheitswidrig behauptet, dass er am Steuer des BMW gesessen habe.

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