Die Beulenpest in Altenaffeln

Mit einer Schnabelmaske versuchten sich die Ärzte vor Ansteckung zu schützen.

NEUENRADE -  Die Schnabelmaske tief in das Gesicht gezogen, um sich vor Ansteckung mit der tödlichen Krankheit zu schützen, betritt der Arzt das Krankenzimmer. Nur mit einem langen Stock wagt er es den Erkrankten zu berühren. Große schwarze Beulen überziehen die Haut des Patienten, er ist benommen, hat hohes Fieber. Die Pest ist auf ihrem langen Weg durch Europa nun auch in Altenaffeln angekommen.

Glücklicherweise ist alles nur ein Schauspiel, genauer gesagt, die Generalprobe für die Zeitreise zur 700 Jahr-Feier am 1. September in Altenaffeln. In verschiedenen Themenbereichen stellen die Altenaffelner zentrale Themen eines jeden Jahrhunderts der Dorfgeschichte nach.

Einschneidendstes Ereignis des 14. Jahrhundert war die große Pestpandemie von 1347 bis 1353, später Schwarzer Tod genannt, die in Europa bis zu 25 Millionen Menschen das Leben kostete. Das entsprach einem Drittel der damaligen Bevölkerung. Und so haben sich die Altenaffelner für ein Pestszenario entschieden.

Für zwei Tage verwandelt sich der Hof Schlotmann in eine Krankenstation für die Pestkranken. Mehrere Mönche und ein Arzt kümmern sich um die Kranken. Auffällig ist besonders die lange Schnabelmaske des Pestarztes. Die Schnäbel enthielten stark riechende Kräuter und Essigtücher, die nicht nur vor der Ansteckung schützen sollen, sondern auch den Pestgeruch überdecken sollten.

Matthias Rach spielt den Pestarzt. „Für mich war das ein spannender Einblick in etwas ganz anderes. Gerade, wenn man bedenkt, dass es für die Menschen damals um Leben und Tod ging“, schildert Rach seine Eindrücke.

Für die Versorgung der Kranken wird ebenfalls eine mittelalterlichen Apotheke eingerichtet, an der sich Festbesucher über zeitgenössische Arzneimittel informieren können.

Begonnen wird die Jubiläumsveranstaltung am 31. August mit einem ökumenischen Gottesdienstes mit Einweihung des neuen Kreuzes am Hemberg. Beginn ist um 16 Uhr auf dem Hof von Reinhard Midderhoff. Zur Segnung werden die Beteiligten mit einem Planwagen auf den Hemberg gefahren.

Anschließend eröffnen der Bürgermeister der Stadt Neuenrade Klaus Peter Sasse und der Altenaffelner Ortsvorsteher Andreas Wiesemann offiziell die Feier zu 700 Jahren Altenaffeln.

Ab 19 Uhr gibt es eine große Hofparty mit Livemusik des Duos 2000 aus Plettenberg. Die Altenaffelner laden alle Interessierten ein, mit ihnen zu feiern. Der Eintritt ist frei.

Von Sebastian Berndt

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.
Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare