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Betrug in Teststellen im MK: Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen Betreiber

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Von: Maximilian Birke

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Wurden Leistungen in Teststellen überhöht oder komplett unberechtigt abgerechnet? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Unternehmen, das mehrere Teststellen im MK betrieb.
Wurden Leistungen in Teststellen überhöht oder komplett unberechtigt abgerechnet? Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ein Unternehmen, das mehrere Teststellen im MK betrieb. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Gut zwei Wochen sind vergangen, seit das Landeskriminalamt in Neuenrade und Lüdenscheid Durchsuchungen an Schnellteststationen durchgeführt hat. Jetzt werden weitere Details zu dem Fall bekannt.

Gegen insgesamt fünf Personen erhebt die Staatsanwaltschaft Hagen Vorwürfe wegen des gewerbsmäßigen Betrugs. Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli berichtet von neuen Erkenntnissen.

Die fünf Mitarbeiter des Unternehmens mit Sitz in Hagen sollen Leistungen überhöht oder komplett unberechtigt abgerechnet haben. Wie Dr. Pauli berichtet, seien die Ermittler weiter damit beschäftigt, beschlagnahmte Datenträger und Computermedien auszuwerten. Dabei suchen sie nach Hinweisen zum Ablauf der Straftaten. „Wir müssen nachvollziehen, wie genau in den Testzentren abgerechnet wurde“, erklärt Pauli.

Schadenssumme noch nicht beziffert

Die Schadenssumme könne man auch deshalb noch immer nicht beziffern, so der Oberstaatsanwalt. Er ließ aber durchblicken, dass es um erhebliche Summen geht: „Wenn wir nicht davon ausgingen, dass hier ein relevanter Schaden ist, würden wir nicht so einen Aufwand betreiben.“

Betrug in Testzentren: Der Fall

In Corona-Testzentren eines Unternehmens, das insgesamt fünf Einrichtungen in Neuenrade, Lüdenscheid, Menden und Hagen betreibt, sollen Mitarbeiter bei der Abrechnung betrogen haben. Das Landeskriminalamt (LKA) ermittelt gegen drei Männer und zwei Frauen (22 bis 35 Jahre alt), die im Verdacht stehen, nicht durchgeführte Corona-Tests abgerechnet und über das Vorliegen vergütungsrelevanter Tatsachen getäuscht zu haben. Dr. Heinrich-Georg Hassenbürger, Geschäftsführer des Unternehmens, betonte seinerzeit, dass sich die Vorwürfe gegen die fünf Mitarbeiter und nicht gegen seine Firma richteten. Die fünf Beschuldigten seien umgehend von ihrer Arbeit freigestellt worden. „Wir kooperieren zu mehr als 100 Prozent mit der Staatsanwaltschaft und sind als Unternehmen dankbar, dass diesen Vorwürfen nachgegangen wird.“ Alle Testzentren der Hagener Firma sind geschlossen, weil bei den Durchsuchungen Computer und weitere Hardware sichergestellt wurde.

Die Ermittlungen werden wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen, heißt es von der Staatsanwaltschaft. Das beschlagnahmte Material ist umfangreich. Bei Razzien in den Testzentren in Neuenrade, Lüdenscheid, Menden und Hagen, wurden die Beweismittel am 13. Januar sichergestellt. Zudem stellten die Beamten Privatwohnungen in Meinerzhagen, Essen und Dortmund auf den Kopf. Fünf Mitarbeiter der Testzentren stehen im Fokus der Ermittlungen, die hauptsächlich für den Betrug verantwortlich gewesen sein sollen. Die Geschäftsführung des Unternehmens hatte sich seinerzeit von diesen Mitarbeitern distanziert. Dr. Gerhard Pauli stellte nun klar: „Die fünf Beschuldigten sind zum Teil personenidentisch mit den Betreibern des Testzentrums.“ Bedeutet im Klartext, dass die Betreiber laut Staatsanwaltschaft von den rechtswidrigen Vorgängen Kenntnis hatten.

Kreis entzieht die Konzession

Die Testzentren des Unternehmens in Hagen und Lüdenscheid sind laut Homepage weiterhin geschlossen. Den Betrieb des Testzentrums am Freibad in Neuenrade hatte kurzerhand das Institut für Arbeitsmedizin (Ifam) übernommen. Der Märkische Kreis hatte dem beschuldigten Betreiber nach Bekanntwerden der Vorwürfe die Konzession entzogen und dies damit begründet, dass „die kriminellen Vorkommnisse in den Filialen, nicht für eine ordnungsgemäße Geschäftsführung und Aufsicht gegenüber den Mitarbeitern spricht“.

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