Betreuung: Soziale Staffelung aller Elternbeiträge

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Im Neuenrader Rathaus wird das Thema OGS behandelt.

Neuenrade - Von der Verwaltung gibts ein großes Lob für die Offene Ganztagsgrundschule (OGS) . Niemand müsse sich kümmern, die Verantwortlichen würden weitgehend autark handeln. Nie habe es Beschwerden gegeben und die vielen Kinder würden gerne die Ganztagsschule besuchen, versichert Monika Arens, die bei der Verwaltung für Schule und Kultur zuständig ist.

Gleichwohl ist das OGS-Konstrukt mit dem „Verein zur Betreuung von Kindern in Neuenrader Schulen“ unter dessen Dach auch die Schule von 8 bis 1 läuft, sowie der Förderverein der Grundschule Altenaffeln, die ebenfalls ein Betreuungssystem anbieten, Thema im kommenden Ausschuss für Schule, Sport, Jugend und Soziales. Hintergrund ist, dass aus rechtlichen Gründen eine Satzung erlassen werden muss. Künftig sollen alle Betreuungsformen in Sachen Elternbeiträge mit einer Einkommenstaffelung per Satzung geregelt werden.

Eine Einkommensstaffelung gab es bei der OGS schon vorher, doch nun wird das ganze in einer städtischen Satzung festgehalten, denn es fließt auch staatliches Geld. Vor diesem Hintergrund ist interessant, dass sich das Durchschnittseinkommen in Neuenrade bei rund 39 000 Euro bewegt.

 Für die Betreuungsform Schule von 8 bis 1 ( (Förderverein der Städtischen Gemeinschaftsgrundschule Neuenrade), gibt es nun ebenfalls eine Staffelung. Gleiches gilt für den Förderverein der Grundschule Altenaffeln. Hier gab es vorher auch Festbeträge, nun wurde eben eine Staffelung erarbeitet. Die Offene Ganztagsgrundschule unter der Regie des Betreuungsvereins hat sechs Abstufungen beim Einkommen und zwei Buchungsvarianten. Wer seine Kinder bis 15 Uhr an der OGS hat, zahlt zwischen 21 Euro/Monat (bis 15 000 Euro Jahreseinkommen) und 100 Euro (mehr als 50000 Euro Jahreseinkommen). Im mittleren Einkommensbereich werden 50 Euro fällig. Wer sein Kind eine Stunde länger an der OGS hat, zahlt – egal welche Staffel – einen Fünfer mehr. Geschwisterkinder zahlen nur die Hälfte. 50 Euro beträgt für jedes Kind die Mittagessenpauschale. Wer also über ein durchschnittliches Einkommen verfügt, zwei Kinder an der OGS inklusive Mittagessen hat, wird mit 175 Euro zur Kasse gebeten.

Etliche Eltern in Neuenrade haben ihre Betreuung auf einen Halbtagsjob ausgerichtet oder hätten eine andere Betreuungsphilosophie, hieß es von Monika Arens. Die Eltern nutzten dann in der Regel das Angebot Schule von 8 bis 1. Auch hier gibt es künftig eine Einkommensstaffel. Vier Einkommensgruppen wurden dabei gebildet, die von 17 500 (20 Euro) bis über 50 000 Euro (60 Euro) reichen. Auch hier wird für Geschwisterkinder nur die Hälfte verlangt. Bei der Schule 8 bis 1 werden zudem nur zehn Monate berechnet.

Bleibt noch der Blick nach Altenaffeln/Affeln und die dortige Filiale der Burgschule. Auch auf die dortigen Verhältnisse abgestimmt gibt es eine einkommensabhängige Beitragstabelle bei der Bezahlung der Kinderbetreuung, die dort unter Regie des Fördervereins der Grundschule Altenaffeln organisiert wird. Eltern können dort zwei Betreuungsvarianten buchen: Bis 13.15 Uhr und auch noch bis 15.15 Uhr. Die Bezahlung wird nach Einkommen gestaffelt. Auch hier gibt es vier Rubriken: bis 17 500 Euro und als letzte Rubrik mehr als 40 000 Euro Einkommen. Die Unterbringung bis 13.15 Uhr erscheint günstig. Zehn Euro zahlen die Bürger mit geringstem Einkommen, danach müssen jeweils pro höherer Einkommensgruppe fünf Euro mehr bezahlt werden. Bei der Betreuung bis 15.15 Uhr beträgt der Betrag beim geringsten Einkommen (bis 17 500 Euro) 20 Euro, wer mehr als 40 000 Euro verdient, wird mit 50 Euro zur Kasse gebeten. Auch an der Grundschule Altenaffeln werden nur zehn Monate abgerechnet. Zudem gibt es hier eine Besonderheit: Eine kurzzeitige Unterbringung von Gastkindern ist möglich.

 Nicht allein die Eltern finanzieren das Betreuungssystem: Das Land bezuschusst bei der OGS jeden Schüler mit 812 Euro pro Jahr, die Stadt tut noch einmal 461 Euro pro Schüler und Jahr dazu. Zudem wird die Betreuung von 8 bis 1 vom Land NRW noch einmal mit 7500 Euro pro Standort bezuschusst.

Von Peter von der Beck

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