Beton-Skulptur

Oma Herta ist wieder an ihrem Platz

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Mit viel Mühe hat Irmhild Hartstein die Figur aufwendig repariert und Oma Herta so zu neuem Glanz verholfen.

Neuenrade - Oma Herta, die menschengroße Beton-Skulptur, sitzt wieder auf ihrem angestammten Platz auf der Bank an der Zweiten Straße. Acht Monate hat die aufwendige Reparatur gedauert.

Die Renovierung war erforderlich geworden, nachdem vermutlich mit schlichtem Geist ausgestattete Zeitgenossen mehrfach, mutwillig und mit großer Gewalt die Skulptur beschädigten. Irmhild Hartstein, die die Figur geschaffen hatte, nahm sich ihrer wieder an.

Die „Reha“-Maßnahme hat sich gelohnt, Oma Herta strahlt wie einst im Mai und ähnelt wieder jener typisch-sauerländischen Seniorin, die auf der Bank sitzend geduldig auf den Bürgerbus wartet. In dieser Woche erfolgte der letzte Feinschliff an der alten Dame, die mit Hut, Schal,

Mantel, Handtasche, langem Rock, warm haltenden Strümpfen und stabilen Schuhen nichts von ihrem liebevollen Charme verloren hat. Selbst ein wenig Rouge scheinen auf die etwas volleren Wangen gekommen zu sein, der Mund lächelt leicht und die Augen zwinkern dem Betrachter lustig und freundlich entgegen.

Die alte Frau ist kein Leichtgewicht

Mit einem Gabelstapler und tatkräftiger städtischer Unterstützung wurde Oma Herta, die keineswegs zu den Leichtgewichten im Städtchen zählt, abgeholt und zu ihrer Bank an der Bürgerbus-Haltestelle transportiert. Natürlich wurde sie an ihrem Platz befestigt und gegen Diebstahl abgesichert.

Mehr als 40 Arbeitsstunden hat Irmhild Hartstein in der Kunstwerkstatt bei der Kiku in ihre Oma Herta investiert. Es waren viele Stellen, die renoviert werden mussten. Am Rock fehlte ein Stück, das mit brachialer Gewalt abgebrochen worden war und ein großer Riss zog sich durch den unteren Bereich der Skulptur.

Nur mit Hilfe eines Gabelstaplers konnte die schwere Betonskulptur an ihren angestammten Platz zurückgebracht werden. Vor der Reparatur war sie schwer beschädigt.

Besonders viel Zeit war erforderlich, um kleine Löcher auszugleichen, die in großer Zahl offenbar mit einem spitzen Metall-Gegenstand verursacht worden waren.

Mit Betonschlämme und ausgleichendem Mörtel wurden die Löcher wieder geschlossen. Zusätzlich mussten aus den Armen mit einem Pinsel Glasscherben entfernt werden. Die Künstlerin vermutet, dass dort jemand ganz bewusst Glas auf dem Corpus von Oma Herta zerschlagen hat.

Im Gesicht trägt sie neue Farben

Der Zeitaufwand war beträchtlich, die gesamte Skulptur wurde per Hand mit Schmirgelpapier abgeschliffen.

Oma Herta ist nach einer neuen farblichen Gestaltung jetzt wieder von Kopf bis Fuß topfit dargestellt, selbst die Gesichtsfarbe wurde aus drei Farben gemischt und vermittelt den Eindruck, dass die Seniorin etwas Rouge aufgetragen hat.

Die Freude in der Stadt ist groß

Volkes Meinung war am Donnerstag nicht zu überhören. Sätze wie „Die gehört hier hin“ oder „Wir haben Oma Herta vermisst“ reichten bis zum Wunsch, „dass hoffentlich keiner mehr seinen Frust an ihr auslässt!“

Renoviert werden muss in der Kunstwerkstatt auch die Beton-Skulptur „Der Reisende“, der am Neuenrader Bahnhof auf der Außenbank sitzt. Das von Annette Kögel geschaffene Kunstwerk wurde ebenfalls mutwillig beschädigt.

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