„Rap’n’Roll “ begeistert

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In diesem Jahr machten die Entspannungsminister als erste von acht Bands den Auftakt. beim Rumo Tripot Festival in Küntrop. Rund eineinhalb Stunden sorgten sie für live Musik auf der Bühne.

KÜNTROP ▪ An die 600 Musikbegeisterte machten das Rumo Tripot Festival in Küntrop zu einem unvergesslichen Erlebnis. „Das hat die Erwartungen übertroffen“, freute sich Mitinitiator Claudius Schulte. Bereits um 15 Uhr kamen die ersten Gäste auf den Hof der Familie Schulte und bestaunten Ambiente und Atmosphäre.

Von Annette Kemper

Normalerweise lagert in der Scheune allerlei Arbeitsgerät. Im Rahmen des Festivals sorgen die roten Backsteine und das dunkle Holz jedoch für die richtige Festival-Stimmung. In diesem Jahr machten die Entspannungsminister als erste von acht Bands den Auftakt. Rund eineinhalb Stunden „superlecker live Musik“ lieferten sie in gewohnter Minister-Manier. Coversongs sind ihr Metier. Seit 1999 gibt es die Band, die schon Bestandteil des Sauerländer Festivals war, als es 2004 das erste Mal mit einer handvoll Freunden als private Party stattfand. Acht Jahre sind seitdem vergangen und es ist klar: Die Band hat sich weiter entwickelt, ist älter geworden – aber noch lange nicht erwachsen.

Die Instrumente übernahmen nach den Entspannungsministern 4SPURIG, eine Combo aus Hemer, die sich experimentellen Deutschrock und -pop auf die Fahnen geschrieben hat. Auch hier macht die Mischung diverser Stilrichtungen erst die Musik. Seit Anfang 2011 sind die vier Musiker ein Team, auf dem Rumo Tripot spielten sie bereits ihr 18. Konzert.

Abgelöst wurden die Musiker von „The Marius Humpert Experience“. Das Trio, dessen Namen auf dem West-enfelder Frontmann beruht, bediente sich ebenfalls einer gelungenen Mischung verschiedener Stilrichtungen: Rock stand hier natürlich im Vordergrund, ergänzt durch funkige und folkige Elemente sowie Country- und Reggae-Einflüsse. Rund eine Stunde Lauschangriff hieß das für die Gäste, dann übernahmen Jerk Off Kid das Zepter. Das Quartett aus Paderborn, überzeugte das Publikum mit Punkrock. Die vier Männer haben nicht nur bereits zahlreiche Clubkonzerte gespielt, sondern auch auf einigen Open Air Festivals ihr Können gezeigt.

Rumo Tripot Festival

Querfälltein schließlich sagen über sich selbst, sie seien keine Rapper mit anonymer Backing-Band, sondern fünf Freunde und ein Hund. Sie kennen und können Rappen und mischen das „mit dem Blues ihrer Väter“, erläutern sie. Das Ganze nennen sie „Rap’n’Roll “, und das Publikum ließ sich gerne ein auf dieses genre-übergreifende Experiment. Keiner anderen Band gelang es an diesem Abend besser, das Publikum zum Tanzen, Feiern und Mitsingen zu animieren. Vor allem ihr spontaner Bockwursthit überzeugte die Massen vor der Bühne. „Ich bin total positiv überrascht. Vor dem Festival kannte ich die Band nicht. Die Jungs waren das absolute Highlight heute Abend“, sagte Markus Gierke. In ihm haben Querfälltein wohl auf Dauer einen neuen Fan gewonnen.

Auch The Majors, die dem ein oder anderen mittlerweile als Neuenrader Lokalband bekannt sein dürften, waren am Samstag mit von der Party. Sie heizten ihrem Publikum mit einer gekonnten Mischung aus Rock’n’Roll, Blues, Indie und Britpop ein. Noch kein ganzes Jahr ist die Band der drei jungen Neuenrader Männer alt, und doch können sie locker mit den Musikmatadoren mithalten. Gegen Mitternacht begannen dann Lynx Lynx mit ihrem Gig, die einzige Band, bei der auch eine Frau mitspielte. Jessica findet das schade: „Ich breche dann heute eine Lanze für die Frauen in der Musik“, so die junge Frau.

Der letzte Spieleinsatz – als Special Guest angekündigt – lässt die Gäste das Rumo Tripot 2012 nicht so schnell vergessen: Fountain Of The Sky, ein absolut neuer Name in der Musikszene. Dieser Band-Neuling teilt die Klänge von Indie und Alternative mit dem Publikum – und hat in der Partynacht einige neue Fans gewonnen. Christian Schulte-Backhaus und sein Bruder Claudius Schulte sind Mitglieder dieser Formation. Sie sind mit dem diesjährigen Verlauf des Festivals im Grünen vollauf zufrieden: „Was man von den Leuten gehört hat, ist durchweg positiv; die Bands haben gute Musik gespielt. Was man an Arbeit reingesteckt hat, hat sich gelohnt“, zog Claudius Schulte am Ende des Abends eine Bilanz. Das sieht auch sein Bruder Christian Schulte-Backhaus so: „Im Endeffekt war alles super: die Party, die Spendenbereitschaft, das Engagement der ehrenamtlichen Helfer. Da greift alles zusammen.“ Der Eintritt für das Festival war wie immer frei; die Gäste wurden aber um Spenden für die Finanzierung des Festes gebeten.

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