Besuch auf der Kita-Baustelle

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Die Organisatorin und sechs Erzieher: Frederike Herrmann, Marius Hammerschmidt, Britta Napiralla-Prior, Nina Dunker, Dana Schnabel, Tanja Heidemann und Nicole Kertelge (v.l.n.r.).

Neuenrade - Ende September soll die Kita im alten Aldi-Gebäude an der Bahnhofstraße eröffnen. Bis dahin ist noch einiges zu tun, weiß Nina Dunker. Die Betriebswirtin betreut das Projekt zusammen mit einem sechsköpfigen Pädagogen-Team.

Ein Großteil der Fenster ist eingebaut. Für die, die in der unteren Etage noch fehlen, bereitet derzeit Christian Demel die Wände vor. Unter anderem bearbeitet er die Mauerdurchbrüche mit einer Spachtelmasse, um sie zu stützen. Sein Fachbetrieb arbeitet permanent an dem Projekt mit.

Parallel wird von einem anderen Unternehmen in der oberen Etage des Gebäudes die Fußbodendämmung verlegt – bei 600 Quadratmetern ein ganzes Stück Arbeit. „Der Boden ist für die nächsten zwei Wochen eine Hauptaufgabe“, erklärt Dunker während eines Rundgangs durch die künftige Kita. Wenn Fußbodenheizung und Estrich erst mal liegen, soll ein Linoleumboden in Holzoptik verlegt werden. Für die Decken werde es Schallschutzverkleidungen geben.

Auch die Sanitär- und Elektroinstallationen seien beinahe fertiggestellt. „In den Bädern geht es dann bald auch mit den Fliesenarbeiten los.“ Die Waschräume würden mit Becken auf verschiedenen Ebenen zu einer Erlebniswelt: „Da können die Kinder auch mal ‘matschen’ sozusagen, sich anmalen und sich dann einschäumen und alles wieder abwaschen.“ Das Kunstatelier, in dem viele Malfarben fließen sollen, werde nicht umsonst direkt nebem einem der Badezimmer entstehen, so Dunker.

Das pädagogische Team hat bereits viel Zeit in die Planungen und die Konzepte investiert. Deshalb kann die Organisatorin teilweise schon verraten, was die Kinder erwarten wird: „Wir wollen alles reduziert halten. Das Spielzeug und die Spielgeräte sollen eher alternativ und naturverbunden sein.“ Aus multifunktionalen, einfachen Bauelementen sollen die Kinder beispielsweise gleichermaßen Burgen und Kaufläden bauen können. Auch das Draußenspielen soll nicht zu kurz kommen. „Was in diesem Zusammenhang wichtig ist, ist, dass das ganze Gelände eingezäunt wird und dass der Haupteingang auf der Rückseite des Gebäudes sein wird, ebenso wie das Spielgelände“, erklärt Dunker. So finde alles abseits der vielbefahrenen Bahnhofstraße statt.

Der Organisation im Haus soll das ebenfalls zugute kommen, da das Gebäude an einem Hang steht. Wer durch den Haupteingang hinein geht, gelangt zuerst in die untere Etage – die etwa 200 Quadratmeter groß ist. „Da sind dann neben einer Werkstatt auch die Garderoben. Der Dreck von draußen gelangt so gar nicht erst in die wohnlichen Bereiche der Kita, da die Kinder Schuhe und Jacken unten lassen“, erklärt Dunker.

Der Träger der Kita, eine gemeinnützige GmbH, hätte den Namen „Villa Kunterbunt“ im Übrigen nicht für das neue Projekt verwendendürfen, ohne dafür zu zahlen. „Der Name ist nämlich durch Astrid Lindgren geschützt“, schildert Dunker. Deshalb habe man sich für einen neuen Namen entschieden. Der lautet „DIE VILLA – mittendrin“. Auch wenn das Gebäude nicht aussehe wie eine Villa, sondern momentan noch wie ein Betonklotz – das Wort „Villa“ verkörpere für die Eltern, Kinder und Erzieher ein Lebensgefühl, das während der vergangenen beiden Jahre in den beiden bestehenden Großtagespflegestellen entstanden sei: Wärme, Lebensfreude, Respekt, Vertrauen und Wertschätzung. Das Wort „mittendrin“ passe zum Gebäude, das eben mitten in der Stadt steht. Zum anderen stehe das Wort für Integration und Inklusion – für ein großes Miteinander.

Vorerst finden zehn Kinder unter drei Jahren und 25 Kinder zwischen drei und sechs Jaren Platz. Die Großtagespflegestelle an der Landwehr bleibe bestehen, die an der Südstraße werde wegfallen. Die Kinder aus der Südstraße werden dann in der neuen Kita mitbetreut. „Alle Plätze sind weg, das Anmeldeverfahren ist gelaufen“, sagt Dunker zur Auslastung.

Was die Finanzen angeht: „Bei Fertigstellung liegen die Investitionen im siebenstelligen Bereich“, sagt sie. Dass Pläne, die im April gezeichnet worden waren, so zügig umgesetzt würden, sei dem Investor Peter Zahn zu verdanken. „Ihm war angesichts des akuten Kitaplätze-Mangels daran gelegen, dass es schnell voran geht.“ Der Investor ist Eigentümer und Geschäftsführer des Werdohler Unternehmens Kracht.

Von Kristina Köller

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