Beste Unterhaltung: Komödie mit Petra Nadolny und Michael Schanze kommt gut an

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Eine der vielen amüsanten Szenen, hier mit den Schauspielern Andreas Werth, Michael Schanze und Petra Nadolny. Letztere spielte gleich mehrere Frauenrollen. 

Neuenrade - Lecker wie Schokolade, spritzig wie Champagner-Trüffel und so witzig, wie sich das für eine Gute-Laune-Komödie gehört – so präsentierte die Komödie am Braunschweiger Altstadtmarkt am Sonntag „Das süße Leben des Monsieur Ledoux“.

Autorin Valerie Setaire versah ihre Hauptfigur mit einem „Herz aus Schokolade“, Michael Schanze lieferte den ganzen Kerl, und das Publikum im ausverkauften Kaisergarten sang ihm ein ganz ordentliches Geburtstagsständchen. Denn der beliebte Ex-Showmaster und Schauspieler hatte am 15. Januar seinen 70. Geburtstag gefeiert.

 Es war eine schöne Rolle, die er in der Inszenierung von Rolf Berg in einem sehr leckeren Bühnenbild ausfüllen durfte: Henri Ledoux betreibt mit Leidenschaft „eine der ältesten Chocolaterien Frankreichs“, und der Maître wird nicht müde, daran zu erinnern, dass schon der große Dichter Molière eine Komödie über die Baisers des geschichtsreichen Hauses habe schreiben wollen.

Doch der Künstler in der Pralinenküche hat Kummer: Seine Frau hat ihn verlassen – der Schock darüber kostet ihn ausgerechnet seinen Geruchs- und Geschmackssinn. Seiner Chocolaterie würde der Ausverkauf drohen, wenn da nicht zwei ganz formidable Burschen ein Rettungsprogramm auflegen würden: Der junge Pascal Gaspard (Andreas Werth) hat die Schnauze voll von seinem Job als Vertreter und möchte stattdessen die Schokoladen-Kunst erlernen.

Er bringt dafür beste Voraussetzungen mit: Einen funktionierenden Geschmackssinn und Ideen für neue Kreationen, für die er über das Internet auch noch neue Vertriebswege findet. Doch natürlich möchte er auch den Kummer seines Meisters lindern, und so gibt er gemeinsam mit dem Doktor Louis Margaux (Werner H. Schuster) eine Kontaktanzeige auf. Monsieur Ledoux, der seinerseits per Anzeige nach einer Verkaufshilfe gesucht hat, weiß davon nichts, was zum Garanten für nicht ganz jugendfreie Situationskomik wird. Denn „ran nehmen“ möchte er nur seine Angestellte – die Kandidatin aber wundert sich über die extrem offenherzigen verbalen Annäherungen des Meisters.

Doch sie blieb nicht die einzige, die sich wunderte: In sage und schreibe sechs Frauen musste sich Petra Nadolny verwandeln, und sie wurde dieser Herausforderung in ganz großartiger Weise gerecht: Ob Isabelle mit den klaren Fragen, Tatjana, die russische Domina mit der Peitsche, oder Jaqueline – die Frau mit einem klaren Bekenntnis zum Buddhismus: „Ommmm“. In ihrer sechsten Rolle, jener der warmherzigen Mademoiselle Sophie, rettete Petra Nadolny erst den Laden und dann das Schokoladenherz des Meisters, der vor allen Süßigkeiten den Vanillegeschmack ihrer Lippen kosten durfte.

 All das war garniert mit einer gehörigen Portion an französischem Patriotismus – nicht nur einmal sangen die Schauspieler die Marseillaise.

Das Gesamtkunstwerk machte Freude und ließ das Publikum herzhaft schmunzeln. Eine Zuschauerin brachte es dann auf den Punkt: „Endlich mal wieder was zum Lachen!“

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