Besser vorbereiten auf die Bom

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Unternehmer, Schul- und Behördenvertreter kamen zum Gedankenaustausch zusammen.

Neuenrade/Werdohl - Die Motivation der Schüler aber auch das Engagement der Eltern waren Thema bei einer Zusammenkunft, die in der Neuenrader Stadtbücherei stattfand. „Unternehmen treffen Schule“ ist dieses Treffen überschrieben und findet wohl regelmäßig im Vorfeld der nächsten und im Nachgang zur vorherigen Berufsorientierungsmesse (Bom) statt.

Immerhin sechs Unternehmer oder Unternehmensvertreter, sowie Repräsentanten und Repräsentantinnen von sechs Schulen, eine Vertreterin der SIHK und ein Experte der Agentur für Arbeit nahmen an der Runde teil, die von Sandra Horny (Stadt Neuenrade), Andreas Haubrichs, Michael Tauscher und seiner Kollegin Petra Seuster (Stadt Werdohl) moderiert wurde. Präsentiert wurde in der Runde zunächst eine Schülerbefragung. Knapp 300 Rückmeldungen gab es, die Datenbasis war also recht ordentlich, um Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die Hälfte der Schüler befand dabei die vorherige Bom als hilfreich und knapp 40 Prozent votierten immerhin noch mit „geht so“. Aufschlussreich war auch das Ergebnis der Frage, warum man denn Kontakt zu den Ständen aufgenommen habe. 63 Prozent der Schüler hatten Interesse und suchten Kontakt, nur knapp 8 Prozent wurden angesprochen. Auch Wünsche seitens der Schüler wurden genannt: 14 Schüler wünschten sich mehr Zeit für die Bom, eine Handvoll Schüler wünschten sich Firmen, die IT-Berufe anböten und ein gutes Dutzend Mädchen beschwerte sich, dass das Bom-Angebot zu Jungs-lastig sei.

Die Veranstalter zogen daraus gleich Schlussfolgerungen: So sollten die Firmen die Berufsbilder dezidierter darstellen und die digitale Komponente mancher Berufsgruppen herausstellen und deutlich machen, dass es Jobs seien, die auch für Mädchen interessant sein könnten. Auch wünschen sich die Schüler offene Mitarbeiter, die auf die Schüler zugehen würden.

Danach gab es dann eine Diskussionsrunde, bei der auch die anwesenden Unternehmensvertreter von ihren Erfahrungen berichteten. So schienen bei der vergangenen Bom die Schüler arg „motivationslos“. „Was gibts für Geschenke“, sei die Hauptfrage gewesen, monierte Ulrike Grau von der Firma Büsche. Da habe sie in der Vergangenheit auch schon besser vorbereitete Schüler gehabt. Einen Eindruck, den auch die Mitarbeiter der Firma Ossenberg AST GmbH teilte. So hätte es super funktioniert, wenn die Schülerinnen und Schüler etwas von der Schule mitbekommen hätten. „Ohne Vorbereitung – das war nichts“.

Seitens der Schulen verwies man auf die Vorgaben. Die Schüler würden natürlich vorbereitet. Auch das Alter der Schüler kam zur Sprache. Es sei eben schwierig für 14- und 15-Jährige sich beruflich schon festzulegen, die seien noch in der Entwicklung.

Auch die Rolle der Eltern wurde seitens der Unternehmerschaft hervorgehoben. Die sei essenziell. Wenn die Eltern mitkommen würden, funktioniere das gut. Eltern hätten eben Einfluss – leider manchmal auch negativen, weil sie nicht gut genug informiert seien. Gar eine „Bom für Eltern“ forderte Björn Rapp augenzwinkernd. Auch seitens der Lehrerschaft und der Arbeitsagentur wurde die Bedeutung der Eltern als fördernde und beratende Institution hervorgehoben. Leider würden aber nicht alle Eltern erreicht. Jörg Schuhmacher (Arbeitsagentur) verwies darauf, dass Versuche, die Eltern einzubinden, häufig gescheitert seien.

Letztlich wollen die Veranstalter dennoch versuchen, die Eltern einzubinden und einen extra Eltern-Flyer aufzulegen. Ideen brachten auch die Vertreter der diversen Berufskollegs mit. Die haben eben auch Erfahrungen von anderen Berufsorientierungsmessen. So wird wahrscheinlich ein schwarzes Brett mit konkreten Ausbildungsangeboten Realität, an denen sich die Schüler orientieren können. Auch die Führung der Besucherströme soll verbessert werden; die E-Mail-Kommunikation wollen Horny und Co optimieren und zusätzliche Infos von Firmen für die Schulen bereitstellen, damit die sich besser vorbereiten können. Das Interesse der Firmen an der Bom war noch nie so groß, berichtete Sandra Horny: Schon jetzt wollten 45 Aussteller dabei sein. Es gibt daher eine Warteliste.

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