Am Imberg

Bergwaldprojekt erstmals in Neuenrade

In Werdohl gab es das Bergwald-Projekt bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie regelmäßig seit 2008. Im Juli kommt der Verein in Kooperation mit dem Kreis nun erstmals auch nach Neuenrade.
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In Werdohl gab es das Bergwald-Projekt bis zum Ausbruch der Corona-Pandemie regelmäßig seit 2008. Im Juli kommt der Verein in Kooperation mit dem Kreis nun erstmals auch nach Neuenrade.

In Kooperation mit dem Märkischen Kreis findet das Bergwaldprojekt in diesem Jahr erstmals in Neuenrade statt. Für die Projektwoche im Juli, bei der sich junge Menschen ehrenamtlich für den Schutz und Erhalt des Waldes einsetzen, werden noch Interessierte gesucht.

Hitze, Dürre oder Schädlinge beschleunigen das Waldsterben auch im Märkischen Kreis. Seit 2018 mussten etwa 6500 Hektar Wald im Kreisgebiet abgeholzt werden, weil Fichten abgestorben waren. Für dieses Jahr rechnet das Forstamt Märkisches Sauerland mit weiteren 4000 Hektar Wald, der von Unwetter-Ereignissen und Borkenkäfer-Befall betroffen sein wird. Der Wald ist aber nicht allein Opfer des Klimawandels, sondern kann – nachhaltig bewirtschaftet – auch Teil der Lösung sein, um Folgen der Klimaveränderungen abzumildern. Junge Menschen ab 18 Jahren können an Schutzmaßnahmen in den heimischen Wäldern konkret mitwirken.

Wie? Zum Beispiel in einer Projektwoche, die der gemeinnützige Verein „Bergwaldprojekt“ in Kooperation mit dem Märkischen Kreis anbietet. Ziele: vielfältige Funktionen der Ökosysteme erhalten, Bedeutung der natürlichen Lebensgrundlagen wertschätzen, für einen naturverträglichen Umgang mit natürlichen Ressourcen begeistern. Unter fachkundiger Anleitung des „Bergwaldprojektteams“ werden zum Beispiel Pflanzungen und Pflegearbeiten durchgeführt. Für die Teilnahme sind keine Fachkenntnisse notwendig, eine normale Fitness reicht aus. Die Teilnahmegebühr übernimmt der Kreis.

Anmeldungen beim Märkischen Kreis

Interessierte, die sich an dem Bergwaldprojekt in Neuenrade beteiligen möchten, können sich anmelden bei Dr. Kerstin Heyl vom Märkischen Kreis (Tel. 02351/9666878, E-Mail: k.heyl@maerkischer-kreis.de). Detaillierte Informationen zu Anreise und Treffpunkt erhalten die Teilnehmenden einige Wochen vor dem Projekteinsatz. Die Unterkunft erfolgt in einem Wanderheim. Das „Bergwaldprojekt“ stellt die Verpflegung. Nach einem Frühstück wird das Mittagessen im Wald zubereitet und am Abend gibt es wieder Biogerichte aus der Bergwaldküche. Mitzubringen sind feste hohe Schuhe (über Knöchel) mit einer Profilsohle, Arbeitshandschuhe, Regenkleidung und Arbeitskleidung.

Vom 18. bis 24. Juli auf Borkenkäferfläche

Das Bergwaldprojekt in der Hönnestadt findet vom 18. bis 24. Juli auf einer Borkenkäferfläche am Imberg im Affelner Bereich des Stadtwaldes statt.

Seit 2008 hatte das Bergwaldprojekt immer im Frühjahr in Werdohl stattgefunden. Mehr als 30 000 Laubbäume wurden seitdem in der Nachbarstadt gepflanzt. 2020 konnte die Aktionswoche in Werdohl allerdings nicht stattfinden und auch in diesem Frühjahr ließen die Corona-Regeln das Projekt noch nicht wieder zu. „Stattdessen gibt es nun erstmals die Kooperation zwischen dem Märkischen Kreis und dem Verein Bergwaldprojekt, die wir im Juli in Neuenrade starten“, sagte Dr. Kerstin Heyl, die beim Kreis für die Aktion zuständig ist. Einige Azubis des Kreises werden im Juli am Imberg tatkräftig mit anpacken. Darüber hinaus gibt es jedoch noch einige freie Plätze.

Vorbereitungen für die Wiederaufforstung

Auf einer Fläche von rund einem Hektar sollen am Imberg zunächst die Vorbereitungen für die Wiederaufforstung getroffen werden. Die Ehrenamtlichen werden sogenannte Hordengatter bauen. Diese Zäune aus Holzelementen sollen die Setzlinge vor Wildverbiss schützen. Die eigentliche Pflanzaktion ist dann für September geplant, wenn das Bergwaldprojekt nochmals für einige Tage am Imberg sein wird.

Das Bergwaldprojekt

Der Verein Bergwaldprojekt mit Sitz in Würzburg organisiert Freiwilligen-Wochen in ganz Deutschland mit (in coronafreien Jahren) jährlich circa 2500 Teilnehmern. So gab es 2019 fast 120 Projektwochen an mehr als 50 Standorten. Der Verein finanziert sich und die Maßnahmen mit den Baumpflanzungen größtenteils aus Spenden.

„Gemessen an dem, was in den kommenden Jahren in Sachen Wiederaufforstung auf uns zukommt, ist das zwar nur ein kleines Puzzleteil, aber dennoch freuen wir uns natürlich über die Unterstützung“, sagt Frank Bossong, Revierförster in Neuenrade. Denn Bossong bezeichnet die Lage in den heimischen Wäldern als dramatisch. Der kalte Winter und das kühle Frühjahr hätten nicht gereicht, um die Borkenkäferplage nachhaltig zu verlangsamen oder gar zu stoppen. „Wir hatten ja wirklich Hoffnung, aber schon nach den zuletzt wenigen warmen Tagen, an denen die Käfer wieder so richtig aktiv geworden sind, ist zu erkennen, dass es einen massiven Neubefall gibt“, sagt Bossong. Der Revierförster geht davon aus, dass die Fichte relativ schnell komplett aus den heimischen Wäldern verschwinden wird. „Martialisch ausgedrückt könnte man sagen: Dieser Krieg ist endgültig verloren“, so Bossong.

Wald fit machen für die Zukunft

Um bei der Wiederaufforstung den Wald fit für die Zukunft zu machen und besser gewappnet gegen Umwelteinflüsse, Schädlinge und den Klimawandel zu sein, setzt auch Frank Bossong auf Mischwald. Einen ersten kleinen Beitrag dazu soll nun auch das Bergwaldprojekt leisten.

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